Logistik 4.0: Vernetzung zwischen Mensch und digitalisierter Produktion

Die intelligente Kombination verschiedener Wearables soll Prozesse effizienter gestalten.

Bis 2025 will ProGlove das Arbeiten durch Wearables verbessern. (Symbolbild: ProGlove)
Bis 2025 will ProGlove das Arbeiten durch Wearables verbessern. (Symbolbild: ProGlove)
Melanie Endres

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Wie ProGlove in einer Pressemeldung zeigt, geht der Feiertag auf das Jahr 1886 zurück. In den USA begann damals am 1. Mai ein mehrtägiger Streik mit dem Ziel, den Achtstundentag durchzusetzen, der bis heute in den meisten Unternehmen gilt. Doch die Arbeit verändert sich – insbesondere in der Industrie. Häufig wird Digitalisierung mit Robotik und künstlicher Intelligenz gleichgesetzt und die Bedenken bei den Mitarbeitern sind groß, zukünftig keine Rolle mehr in den Produktionsprozessen zu spielen, heißt es in der ProGlove-Mitteilung.

Mensch auch zukünftig wichtig

Doch auch zukünftig werde der Mensch eine wichtige Aufgabe in der Industrie übernehmen. Ziel sei es, die Produktionsumgebung so zu planen, dass Mitarbeiter und Maschine sich nahtlos in die Prozesse eingliedern, miteinander arbeiten und kommunizieren können. Damit das gelinge, müsse man den Menschen entsprechend ausstatten. Nur so kann er sich nahtlos in die hochtechnologische Vernetzung eingliedern, so ProGlove.

„Gerade der diesjährige Tag der Arbeit veranschaulicht uns, dass all die Menschen, von denen uns gesagt wurde, dass sie im Zeitalter der Automatisierung überflüssig werden würden, die Welt am Laufen halten. Deshalb sollten wir sie in dieser beispiellosen Zeit umso mehr stärken und ihre Belange substanziell unterstützen“, so Axel Schmidt, Senior Communications Manager bei ProGlove.

Aufrüstung für Logistik 4.0

Es ist schon längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern hat sich in den letzten Jahren fest in den Produktionsstätten integriert: Mit Vernetzung und Automatisierung effizienter und insbesondere auch flexibler produzieren. Mithilfe von industriellen Wearables, wie zum Beispiel Smart Glasses, tragbare Audiosysteme oder auch smarte Barcodescanner in Form eines Handschuhs lassen sich Daten generieren und Prozesse verbessern, so ProGlove.

Ziel: Freie Hände

Wearables verfolgen oft das Ziel, dass die Mitarbeiter die Hände frei haben. Denn so könne man dezentrale Daten- und Informationsansätze verfolgen. Dies sei insbesondere im Zusammenspiel von Mensch, Maschine und automatisierten Prozessabschnitten von Bedeutung. Aktuell werden Daten häufig noch über stationäre Terminals eingegeben und übertragen. Das sei fehleranfällig unterbricht den Prozess und kostet Zeit. Zudem werden die Daten nicht in Echtzeit erfasst, was dazu führen kann, dass Handlungsempfehlungen und Schutzmechanismen zu spät oder eventuell gar nicht greifen, lauten die Angaben von ProGlove.

Richtige Nutzung

Um die Produktion und Logistik auf Industrie-4.0-Standards aufzurüsten, ist es laut ProGlove von essentieller Bedeutung, dass die Mitarbeiter den Nutzen der Wearables verstehen und diese in ihren Arbeitsalltag integrieren. Eines der wichtigsten Kriterien für die Akzeptanz der smarten Systeme sei dabei die Ergonomie. Wearables sollten einen fassbaren Mehrwert bieten. Zum Beispiel in Sachen Gewicht oder Bewegungsfreiheit.

Verschiedene Wearables

  • Smart Glasses: Datenbrillen sind in der Produktion und Logistik vielseitig einsetzbar. Smart Glasses sollen dazu dienen, die Mitarbeiter über die Brille mit Informationen zu unterstützen und die Qualität zu überprüfen. Dazu zählen laut ProGlove unter anderem Lagerort der Teile, Mengen- oder Preisangaben. So ist es beispielsweise möglich, dass die Brille erkennt, welche Teile fehlen oder knapp werden und direkt den Bestellprozess auslösen kann. Durch Augmented Reality (AR) werden dem Mitarbeiter computergenerierte Zusatzinformationen oder virtuelle Objekte zur Verfügung gestellt. So können sich Monteure den nächsten Arbeitsschritt direkt in das Sichtfeld einblenden lassen oder zusätzliche Informationen als Hilfestellung abrufen.
  • Audiosysteme: Ein weiteres hilfreiches Wearable sind interaktive „Pick by Voice“ Audiosysteme, die vorwiegend bei der Kommissionierung zum Einsatz kommen. Über ein Headset erhält der Mitarbeiter dabei eindeutige Arbeitsanweisungen und kann über das integrierte Mikrofon antworten oder zusätzliche Informationen anfragen. So können mehrere Aufträge in nur einem Arbeitsgang bearbeitet werden. Allerdings sollte ProGlove zufolge die Einsatzfähigkeit im Vorfeld getestet werden. Nicht alle Audiosysteme seien für eine hohe Pick-Dichte geeignet, da sie zu viele Informationen streuen und dadurch dem Mitarbeiter zusätzlich Konzentration während der Ausführung der Tätigkeit abverlangen.
  • Smarte Barcodescanner: Barcodes können beliebig viele Informationen beinhalten. Stationäre Barcodescanner wenig Flexibilität, konventionelle Pistolenscanner bringen „neben unnötigen Greifzeiten oft auch ergonomische Probleme mit sich, gehen schnell kaputt gehen oder werden versehentlich im Paket mit versendet“, erklärt ProGlove. Eine andere Alternative ist der Arbeitshandschuh mit integriertem Barcodescanner von ProGlove. Das Gerät fügt sich nach Unternehmensangaben auf natürliche Weise in die menschlichen Bewegungen sowie den Arbeitsablauf ein und wiegt nur 40 Gramm.

Kombination von Wearables

Im Logistik- und Supply-Chain-Umfeld gehören smarte Handschuhe, Brillen und Audiosysteme immer häufiger zum Standard-Repertoire, so ProGlove. Doch vielfach sei die Vernetzung der Systeme und die nötige Flexibilität noch ausbaufähig. Ziel in den nächsten fünf Jahren wird ProGlove zufolge sein, durch die intelligente Kombination verschiedener Wearables eine vollständige Vernetzung zwischen dem Menschen und der digitalisierten Produktion zu schaffen, um effiziente Prozessabläufe bei maximaler Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

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