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Logistics Digital Conference: Die Logistik-Arbeitswelt verändert sich

Wirtschaftsmacher beleuchten auf der LDC! Lösungen zur Bindung von Fachkräften.

Diskutierten über Fähigkeiten für die Logistik-Mitarbeiter von morgen: Die Teilnehmer der LDC-Session 3. (Foto: Sandra Lehmann)
Diskutierten über Fähigkeiten für die Logistik-Mitarbeiter von morgen: Die Teilnehmer der LDC-Session 3. (Foto: Sandra Lehmann)
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Sandra Lehmann

Andere zu motivieren beruflich in den Wirtschaftszweig Logistik einzusteigen, kann nur gelingen, wenn Verantwortliche die Sprache derjenigen sprechen, die sie als Mitarbeiter gewinnen möchten. Mit diesen Worten eröffnete Frauke Heistermann, Vorsitzende des Rats für Technologie sowie Mitglied im Vorstand der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), ihre Keynote zur Session 3 der Logistics Digital Conference (LDC!), die am 28. November 2019 im Rahmen der Hypermotion in Frankfurt am Main stattfand.

Rollenvorbilder zeigen

Unter dem Motto „Logistikhelden, Image und die Berufswelt von morgen“, erläuterte die Logistik-Fachfrau, mit welchen Mitteln die Wirtschaftsmacher – eine Initiative deutscher Logistiker mehr Nachwuchskräfte für den Wirtschaftsbereich gewinnen möchten. Neben einer Medienkampagne mit Vertretern aus allen Teilen der Logistikwirtschaft, die 2019 startete, skizzierte Heistermann die Ergebnisse von Online- und Social-Media-Media-Maßnahmen zur Gewinnung von Personal. Dabei betonte die ehemalige Siemens-Managerin, dass es wichtig sei, Vorurteilen gegen die Logistik aktiv zu begegnen und Rolemodels zu zeigen, die ihren jeweiligen Beruf im Wirtschaftszweig präsentieren und erklären können. Zudem, so Heistermann, müsse die Diskussion um bestimmte Themen wie beispielweise die Lohnentwicklung im Bereich der KEP-Mitarbeiter dringend auf eine sachlichere Ebene gehoben werden.

Dass sich für eine erfolgreiche Bindung von Fachkräften auch die Personalverantwortlichen in der Logistik neu aufstellen müssen, erläuterte Christian Runkel, Geschäftsführer von MyLOGconsult. In einer volatilen, unsicheren und komplexen Arbeitswelt bedeute Weiterentwicklung auch in diesem Wirtschaftsbereich Individualisierung und Kompetenzentwicklung, die adhoc vonstattengehe. Dazu sind Unternehmen laut Runkel vor allem auf Generalisten und Allrounder angewiesen, die sich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten können und mentale Agilität sowie Kernkompetenz in ihrem Fachbereich mitbringen. Gewohnte Linearität im Denken und im Management sei dafür keine Lösung, verdeutliche der Personalexperte. Stattdessen bedürfe es agiler Arbeitsmethoden und veränderter Rollenbilder innerhalb von Organisationen. Dazu ist es Runkel zufolge etwa nötig, sich von klassischen Hierarchien zu verabschieden und den Einsatz und die Entwicklung von Mitarbeitern individueller zu gestalten. So müsse jeder in der Lage sein, die ihm zugewiesene Rolle wechseln – mal Chef und mal Unterstützer sein.

Klassische Logistik verändert sich

Einzig im Bereich der Lagerlogistik könnte das System des agilen Arbeitens nicht angewendet werden, wie Runkel zu bedenken gab. „Hier sind auch weiterhin klare Strukturen notwendig, um Prozesse sauber und effizient abzubilden. Allerdings wird sich auch in der klassischen Logistik vieles verändern. Zum Beispiel werden neue Berufsbilder geschaffen“, erklärte der Fachmann dem Publikum.

Soziale und emotionale Intelligenz wird wichtiger

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die unter der Leitung von Sessionmoderator Uwe Berndt, Geschäftsführer der Agentur Mainblick, stattfand, diskutierten die Teilnehmer insbesondere darüber, welche Fähigkeiten Mitarbeiter in einer digitalen Arbeitswelt mitbringen müssten. Dabei verwies Frauke Heistermann darauf, dass soziale und emotionale Intelligenz zunehmend einen höheren Stellenwert innehätte, da sie Agilität erst ermögliche. „Es geht schon lange nicht mehr darum, wer am längsten im Büro sitzt, sondern wie man in Teams arbeitet und was man gemeinsam erreicht.“ Rainer Langhammer, Geschäftsführer und Personalverantwortlicher im Münchner HUSS-VERLAG, ergänzte, dass gute Personalarbeit insbesondere für Mittelständler essenziell wäre, um sich gegen große Konzerne in der Auswahl beim Bewerber durchzusetzen.

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