LogiMAT-Fachforum Logistikimmobilien: Wie sich der Brandschutz für Li-Ionen-Batterien verbessern lässt

Wie sich der Brandschutz insbesondere bei der Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus erhöhen lässt, war ein Thema des LogiMAT-Fachforums Logistikimmobilien: Brandschutz und Intralogistik. Dabei wurde klar, dass Betreiber, Versicherer und Behörden zusammenarbeiten müssen, um praktikable Lösungen zu finden.

Bei dem Fachforum „Logistikimmobilien: Brandschutz und Intralogistik“ auf der Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2022 in Stuttgart war der Brandschutz bei der Lagerung von Li-Ionen-Batterien ein heiß diskutiertes Thema. (Bild: Knüpffer)
Bei dem Fachforum „Logistikimmobilien: Brandschutz und Intralogistik“ auf der Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2022 in Stuttgart war der Brandschutz bei der Lagerung von Li-Ionen-Batterien ein heiß diskutiertes Thema. (Bild: Knüpffer)
Gunnar Knüpffer

Wie sich Lithium-Ionen-Akkus lagern lassen, so dass der Brandschutz gewährleistet wird, war ein Thema bei dem LogiMAT-Fachforum „Logistikimmobilien: Brandschutz und Intralogistik“, das von LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Matthias Pieringer am 31. Mai auf der Intralogistik-Fachmesse in Stuttgart moderiert wurde. Dabei wies Kuno Neumeier, CEO von Logivest und Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik (BVL), auf die Problematik hin, dass es keine klare Regelung für den Brandschutz bei der Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus gibt.

„Wenn man Versicherungen, Bauamt oder Brandschutzsachverständige nach den Anforderungen an Ansiedlungen von Batterieherstellern und an Lager für diese Lithium-Ionen-Batterien frage, erhält man ganz unterschiedliche Antworten“, sagte Neumeier. 

Der Logivest-CEO  erwartet in diesem Segment einen stark steigenden Bedarf an Lagerfläche. Neumeier geht von über 1.000 Anträgen für Brandschutzgenehmigungen für Li-Ionen-Batterien-Lager aus. Deshalb mache es Sinn, bei dieser Flut an Anträgen eine Vereinheitlichung bei den Anforderungen durchzuführen.

Wie einschlägige Brandschutzlösungen aussehen können, skizzierte Dr. Rainer Jaspers, Prüfingenieur und Prüfsachverständiger für Brandschutz der Ökotec Gruppe: Jaspers rät für die meisten Anwendungen zu Sprinkler-Lösungen mit viel Wasser und zu einer schnellen Reaktion, wenn es zu einem Ereignis kommt. Da die Logistikdienstleister sich heute viele Freiheitsgrade wünschten, müssten sie sich intensiver mit dem organisatorischen Brandschutz beschäftigen.

„Problematisch ist heute vielfach, dass es keinen dezidierten Ansprechpartner bei Vorfällen in der Nacht gebe, was zu Reaktionszeiten von bis zu 2,5 Stunden führt“, sagte Jaspers: Das funktioniere in der Zukunft nicht.

Aus dem Publikum kam dabei die Forderung, dass man Know-how über den Brandschutz von Lithium-Ionen-Akkus besser verfügbar machen sollte, da Nicht-Fachleute kaum Zugriff auf kompaktes Wissen zu dem Thema hätten. Darauf antwortete der Brandschutzexperte Prof. Reinhard Ries, Direktor der Branddirektion Frankfurt am Main a.D. sowie für die WISAG Sicherheit & Service Holding GmbH & Co. KG tätig, der sich gerade mit anderen Experten in Würzburg getroffen hatte: Aktuell gebe es den Ansatz, mit einer Hochdrucklanze seitlich in die Batterie hereinzugehen. Diese frisst sich in die Zelle und nach 20 Sekunden sei eine große Batterie „tot“.

Maik Reimann, Risk Manager bei der Oskar Schunck GmbH & Co. KG berichtete, dass das Thema Versicherungsschutz bei der Lagerung für Lithium-Ionen-Akkus immer häufiger auf der Tagesordnung steht.

„Es ist eine gewisse Panik auf dem Markt zu verspüren, auch auf Seiten der Versicherer, die erst einmal eine Kompetenz bei dem Thema aufbauen müssen“, sagte Reimann.

Er rät Unternehmern dazu, Versicherungsfachleute bei neuen Brandschutzkonzepten frühzeitig einzubeziehen, damit die Vorhaben nicht scheitern.

Nach Einschätzung von Werner Wagner, Geschäftsführer & Gesellschafter der Wagner Group GmbH, ist es wichtig, die Ziele sowohl von Betreiber und Versicherung als auch von Behörden unter einen Hut zu bringen. „Da die Prozesse heute komplizierter geworden sind, kann man nicht mehr auf standardisierte Lösungen zurückgreifen“, meinte Wagner. Sondern man müsse sich diese Lösungen dann entsprechend den Zielen erarbeiten, im dem man Brandversuche durchführt und aus den Ergebnissen Konzepte erarbeitet. Diese Lösungen müssten schließlich im laufenden Betrieb immer wieder überprüft werden.

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