LogiMAT: „Es geht um ­Planungssicherheit“

LogiMAT-Messechef Michael Ruchty spricht darüber, was die erneute Verschiebung der LogiMAT bedeutet.

Michael Ruchty ist Messechef der LogiMAT in Stuttgart. (Foto: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH)
Michael Ruchty ist Messechef der LogiMAT in Stuttgart. (Foto: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Wegen der anhaltenden schwierigen Corona-Lage musste die vom 22. bis 24. Juni 2021 in Stuttgart geplante LogiMAT – Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement verschoben werden (LOGISTIK HEUTE berichtete). Die nächste LogiMAT in Stuttgart findet vom 8. bis 10. März 2022 statt. LogiMAT-Messechef Michael Ruchty erläutert im Interview, was die erneute Verschiebung der LogiMAT bedeutet.

LOGISTIK HEUTE: Warum jetzt wieder eine Verschiebung der Verschiebung?

Michael Ruchty: Zuallererst muss ich hier erwähnen, wie schwer uns dieser Schritt gefallen ist – auch wir hätten gerne endlich wieder eine Messe durchgeführt! Aber: Zum Ende des Jahres 2020 zeigten die entsprechenden Indikatoren der Pandemie nicht in die Richtung, in die wir es uns alle gewünscht hätten und das zog sich auch in den ersten zwei, drei Wochen des neuen Jahres so fort. Der Zeitraum Juni 2021 ist für eine internationale Großmesse aus heutiger Sicht noch zu früh – leider. Ein halbes Jahr vor Messebeginn ist die Zeit, in der die Aussteller die Detailplanungen beginnen, Aufträge erteilen oder die Anreise buchen. Es geht um Planungssicherheit – wir haben uns frühzeitig zu dem schmerzvollen, aber meiner Meinung nach richtigen Schritt entschieden und die LogiMAT in den März 2022 verschoben.

Hätte es nicht genügt, nochmals zwei Monate nach hinten zu gehen?

Nein, aus mehreren Gründen nicht, auch wenn die Zahlen jetzt in die richtige Richtung gehen – es steht immer noch ein Fragezeichen über Großmessen nach der Sommerpause. Dazu kommt, dass es hier so gut wie unmöglich ist, einen freien Termin zu finden. Sehr viele Veranstaltungen sind bereits vor Monaten in den Herbst 2021 verschoben worden. Natürlich ist ein weiteres Jahr ohne LogiMAT für unsere Aussteller, Partner und auch mein Team ein trauriges Jahr, aber wir blicken alle zusammen optimistisch nach vorne und freuen uns, 2022 wieder im angestammten „LogiMAT-Rhythmus“ zum Jahresbeginn zu sein. Zurück in diesen Rhythmus war auch ein klarer Wunsch vieler unserer Aussteller.

Wie haben die Aussteller reagiert?

Absolut positiv! Natürlich war in den Gesprächen mit unseren Ausstellern nach der erneuten Verschiebung eine gewisse Ernüchterung festzustellen – viele Unternehmen generieren auf der LogiMAT einen bedeutenden Teil ihres Jahresumsatzes. Dieses Geschäft fällt nun zum zweiten Male der Pandemie zum Opfer. Aber alle sind auch froh, dass sie so frühzeitig über den neuen Termin informiert wurden! Wir alle wollen eine sichere LogiMAT, das sagen auch die Aussteller, und alle sehen die Gründe der Verschiebung – alleine bis heute, 1,5 Wochen nach der Verschiebung haben bereits über 1.000 Aussteller mitgeteilt, im März 2022 wieder in Stuttgart dabei zu sein. Es waren weniger als 30 Unternehmen, die der Verschiebung aus unterschiedlichen, meist betriebsinternen Gründen nicht zustimmten.

Wird die Messe jetzt komplett neu aufgeplant oder wird der Juni-Plan in den März verschoben?

Ich darf im Sommer wieder an die Hallenpläne ran (schmunzelt). Eine Kopie der Pläne eins zu eins ist zum Glück nicht möglich. Denn ich kann im März 2022 auch wieder die Halle 2 belegen. Somit steht uns im kommenden Jahr das komplette Stuttgarter Messegelände zur Verfügung und damit wieder die gesamte, dringend benötigte Ausstellungsfläche.

Kann man sich als interessierter Aussteller neu bewerben?

Das ist selbstverständlich möglich, die Anmeldeformulare für die LogiMAT im März 2022 finden interessierte Unternehmen auf der LogiMAT Homepage (logimat-messe.de). Ich traue mich heute schon vorherzusagen, dass die Messe sehr gut gebucht ist und sein wird – bisher fanden wir jedoch noch für fast jeden Aussteller einen passenden Platz.

Wie soll das geplante Digitalangebot aussehen?

Anders – wir wollen und werden keine virtuelle LogiMAT machen. Zahlreiche digitale Messe­formate, die in den letzten Monaten wie Pilze aus dem Boden schossen, haben nicht das gehalten, was sich die Teilnehmer davon erwartet hatten. Wir stellen dafür ein Angebot auf die Beine, das es in sich hat! Genauso wie auf der LogiMAT Präsenzmesse in Stuttgart wird der Fokus auf dem Zusammenbringen von Interessenten, Angebot und Nachfrage, Käufer und Verkäufer liegen.

Durch die Verschiebung der Präsenzmesse sind auch im Digitalen einige Nachjustierungen erforderlich. Peter Kazander, der sich schwerpunktmäßig um dieses Projekt kümmert, ist hier mit Herzblut und höchstem Einsatz am Start und sorgt bei unserem Dienstleister und dessen Programmierern sicher für die ein oder andere schlaflose Nacht. Aber es wird sich lohnen, bleiben Sie gespannt.

Wann findet es statt?

Wir planen den Start im April dieses Jahres und bauen damit eine digitale Brücke, die wir das ganze Jahr über – gemeinsam mit unseren Ausstellern – bis zur nächsten Messe in Stuttgart im März 2022 bespielen.

Wie und mit welchen Formaten kann man sich als Aussteller beteiligen?

Es wird zahlreiche Möglichkeiten geben. Der Aussteller kann neben Fachvorträgen auch eigene Inhalte wie Produktpräsentationen, Expertentalks, Webinare oder Pressekonferenzen ausspielen. Auch das Forenprogramm, der Expertenaustausch, welcher ein wesentlicher Baustein des LogiMAT-Erfolgs ist, wird Interessierten an mehreren Terminen angeboten.

Was ist für Besucher geplant?

Der Besucher hat die Möglichkeit, mit über 1.000 potenziellen internationalen Anbietern ohne große Umwege in Kontakt zu treten und Lösungen für seine Anforderungen zu finden. Darüber hinaus kann er sich live an mehreren Terminen Expertentalks und Webinare zu aktuellen Themen in der Logistik ansehen. Die Branche wird wieder ein Stück weit zusammengebracht. Und das Beste zum Schluss: Die Teilnahme für Besucher ist selbstverständlich kostenfrei.

Das Interview führte Tobias Schweikl.

 

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