LogiMAT 2024: Was sich Bosch vom Software-defined Manufacturing verspricht

Wie Bosch vorgeht, um eine fluide Produktion zu ermöglichen, berichtete Projektleiter Benedikt Feldotto bei dem Forum „Logistik für die fluide Produktion“, das von Professor Dr.-Ing. Robert Schulz von der Universität Stuttgart moderiert wurde.

Professor Dr.-Ing. Robert Schulz vom Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart erläuterte beim Forum, das eine fluide Produktion neue Freiheitsgrade auch in der Logistik ermöglicht. (Bild: Gunnar Knüpffer)
Professor Dr.-Ing. Robert Schulz vom Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart erläuterte beim Forum, das eine fluide Produktion neue Freiheitsgrade auch in der Logistik ermöglicht. (Bild: Gunnar Knüpffer)
Gunnar Knüpffer

Wie Bosch ein Software-defined Manufacturing einführt, erläuterte Benedikt Feldotto in dem Forum „Logistik für die fluide Produktion“ auf der LogiMAT 2024. Das Unternehmen möchte dieses Konzept anwenden, weil es eine große Heterogenität bei seinen Produkten hat. Deshalb muss die Produktion regelmäßig angepasst werden.

„Die Idee der Software-definierten Produktion ist es dabei, Funktion und Hardware zu entkoppeln“, sagte der Projektleiter Software-Defined Factory Operations.

Dieses Vorgehen ermögliche eine größere Flexibilität bei den Produkten und bei dem Volumen sowie die Möglichkeit einer Umkonfiguration der Produktion.

Für dieses Software-defined Manufacturing hat Bosch eine modulare Produktionszelle entwickelt, wofür eine Bibliothek von Prozessmodulen bereitsteht. Um das Konzept kontinuierlich zu verbessern, gibt es ein iteratives Vorgehen: Dabei finden ständig Integrationen, Installationen sowie Bereitstellungen statt. Das Ganze mündet dann in eine SDM-Reference Architecture.

Bisher setzt Bosch das System in mehreren Pilotprojekten ein und testet den Erfolg. Laut Feldotto ermöglicht das Software-defined Manufacturing künftig ein modulares Produktionssystem. Es integriere ein digitales Engineering in schnellen iterativen Umkonfigurations-Zyklen und führe dazu, dass sich Produktvarianten und Marktveränderungen besser managen lassen.

Laut dem Moderator des Forums, Professor Dr.-Ing. Robert Schulz vom Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, erlaubt der Wandel von der Fließbandproduktion zur fluiden Produktion, bei der es keine feste Taktzeit und keine feste Reihenfolge gibt, neue Freiheitsgrade in der Produktion und Logistik. Dabei zeichne sich die Logistik in einer fluiden Produktion durch cyberphysische Systeme wie smarte Ladungsträger, smarte Lager und AMR/FTS, eine dezentrale Materialflusssteuerung sowie die Planung mit Hilfe von Verwaltungsschalen und Ontologie aus. Bei Letztgenanntem handelt es sich um sprachlich gefasste und formal geordnete Darstellungen einer Menge von Begriffen und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen in einem bestimmten Gegenstandsbereich.