LNG-Terminal am Standort Mukran: „Rohrkrepierer mit Ansage“

(dpa) Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zum geplanten LNG-Terminal auf Rügen bestätigt den Bürgermeister von Binz. Er kritisiert die Politik und hat eine klare Forderung.

Krane und Baumaschinen arbeiten auf der Baustelle des Energie-Terminals „Deutsche Ostsee“ im Hafen Mukran. (Foto: Stefan Sauer/dpa)
Krane und Baumaschinen arbeiten auf der Baustelle des Energie-Terminals „Deutsche Ostsee“ im Hafen Mukran. (Foto: Stefan Sauer/dpa)
Matthias Pieringer

Der Binzer Bürgermeister Karsten Schneider hat nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) das Terminal für Flüssigerdgas (LNG) am Standort Mukran als „Rohrkrepierer mit Ansage“ bezeichnet.

„Die erneute Bestätigung der DIW-Experten, dass das LNG-Terminal auf Rügen nicht gebraucht wird, offenbart das faktenfremde Vorgehen der Bundesregierung“, sagte Schneider am Montag laut Mitteilung. „Ich fordere die Bundesregierung auf, unverzüglich einen Schlussstrich unter das LNG-Märchen auf Rügen zu ziehen. Die Rückkehr zur energiepolitischen Vernunft ist überfällig.“ Aus Sicht des DIW bestehen keine strukturellen Netzengpässe, die ein Terminal auf Rügen rechtfertigen. Der Aufbau von Importinfrastrukturen dort sei weder notwendig noch kosteneffizient.

Der Bund hält das Terminal Mukran in Sassnitz unter Verweis auf die Energieversorgungssicherheit hingegen für notwendig. Schon in Betrieb sind LNG-Anlagen in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an der Nordsee sowie in Lubmin. Kritiker des Terminals auf Rügen sprechen nicht nur von nicht benötigten Überkapazitäten, sondern auch von Risiken für die Umwelt sowie den Tourismus in der Region.