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Lieferlogistik: KoMoDo-Beteiligte ziehen Bilanz

KEP-Dienste setzen Auslieferung mit Lastenrädern in Berlin nach dem Projektende fort.

Erfolgreicher Abschluss: Das KoMoDo-Projekt soll jetzt in Berlin in den Alltag überführt werden (hier eine Aufnahme vom Projektstart). (Foto: KoMoDo)
Erfolgreicher Abschluss: Das KoMoDo-Projekt soll jetzt in Berlin in den Alltag überführt werden (hier eine Aufnahme vom Projektstart). (Foto: KoMoDo)
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Matthias Pieringer
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Erfolgreiche Bilanz beim Kooperationsprojekt zum Einsatz mit Lastenrädern in Kombination mit Mikrodepots in Berlin: Die Teilnehmer der zwölfmonatigen Pilotphase zeigten sich bei ihrer Abschlussveranstaltung am 22. Mai zufrieden und wollen den Einsatz am Standort Prenzlauer Berg fortsetzen. "Der Einsatz von Lastenrädern für die Auslieferung von Paketen und die gemeinsame Nutzung eines Mikro-Depot-Standorts durch mehrere Paketdienstleister funktioniert – wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen", lautet das Fazit.

Ziel des Projektes war, nachhaltige Lösungen für den Lieferverkehr in städtischen Gebieten zu erproben und auch für andere Kommunen übertragbare Lösungen zu entwickeln. Das Projekt KoMoDo - Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin - wurde vom Bundesumweltministerium gefördert und von der LNC LogisticNetwork Consultants GmbH koordiniert. Der Praxistest habe gezeigt: Vor allem in Gebieten mit einer hohen Empfängerdichte und einer für Lastenräder geeigneten Sendungsstruktur in Sachen Paketanzahl, -volumen und -gewicht könnten Mikro-Depots und Lastenräder effizient eingesetzt werden.

Als Haupterkenntnisse für die Betreiber bleiben unter dem Strich:

  • Der Einsatz von Lastenrädern auf der letzten Meile ist umweltfreundlich, da Fahrten mit konventionellen Lieferfahrzeugen ersetzt werden. Die Zusteller verwendeten die überwiegend elektrisch unterstützten Lastenräder in einem Radius von bis zu drei Kilometern um den Mikro-Depot-Standort in Prenzlauer Berg. Dadurch fuhren sie lokal emissionsfrei und konnten rund elf Tonnen CO2 im Vergleich zu konventionellen Zustellfahrzeugen einsparen. Täglich waren bis zu elf Lastenräder im Einsatz. Dabei wurden insgesamt über 38.000 Kilometer zurückgelegt.
     
  • Im Umfeld der Mikro-Depots wurden in den letzten zwölf Monaten im Rahmen des Modellprojekts rund 160.000 Pakete durch die fünf größten Paketdienstleister Deutschlands mit Lastenrädern ausgeliefert. Die beteiligten Paketdienstleister konnten die ausgelieferten Paketmengen im Projektverlauf kontinuierlich steigern. 
     
  • In verdichteten Innenstädten sind öffentliche Flächen ein knappes Gut. Sie sollten daher kooperativ und dadurch besonders effizient genutzt werden. Durch den Einsatz von Mikro-Depots und Lastenrädern können sowohl die Städte als auch die Unternehmen profitieren und so die letzte Meile deutlich stadtverträglicher gestalten.

Fortsetzung der Paketzustellung per Lastenrad in Berlin

Für die beteiligten Paketdienstleister bot das Projekt die Gelegenheit, die Paketauslieferung mit Lastenrädern von Mikro-Depots aus in Berlin zu erproben. Ihr Fazit: Das Modell der Mikro-Depots hat sich grundsätzlich bewährt. Die Projektpartner wollen auf den bisherigen Ergebnissen aufsetzen und den Ansatz der Mikro-Depots weiter verstetigen. Die beteiligten Paketdienstleister werden auch nach Ende der öffentlichen Förderung den jetzigen Standort für ein weiteres halbes Jahr für die Auslieferung mit Lastenrädern nutzen. Das Bezirksamt Berlin-Pankow hat den Angaben zufolge die verlängerte Flächennutzung hierfür bereits genehmigt.

Darüber hinaus wird die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf der Grundlage der Projektergebnisse gemeinsam mit den Bezirken und der BEHALA (Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH) nach geeigneten Standorten für weitere Mikro-Depots in Berlin suchen.

„Der Praxistest hat eindrucksvoll gezeigt, wie moderner, umwelt- und klimafreundlicher Lieferverkehr funktionieren kann. Mikro-Depots und Lastenräder können eine effiziente Lösung für die letzte Meile bei Paketlieferungen sein. Ich freue mich, dass unser Pilotprojekt so positiv verlaufen ist“, erklärte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die Berliner Senatsverwaltung als kommunaler Partner des Pilotprojektes. 

 

 

Cargobike ja, aber die Flächen sind entscheidend

Der beteiligte KEP-Anbieter DHL sieht zwar große Potenziale und in innerstädtischen Bereichen in der "ergänzende Zustellung per Lastenrad eine attraktive Alternative". Man machte bei der Pressekonferenz allerdings auch klar:

"Mit Lastenrädern allein lassen sich die steigenden Sendungsmengen in einer Metropole wie Berlin nicht bewältigen. Wir setzen daher weiterhin primär konsequent auf den Ausbau unserer Elektro-Transporter-Flotte mit dem StreetScooter", erklärte Marc Rüffer, Abteilungsleiter Betrieb bei DHL Paket.

Auch Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation bei DPD, glaubt, dass unter günstigen Bedingungen ein Lastenrad im Zustellgebiet ebenso effizient sein könne wie ein Transporter. Aus seiner Sicht sind aber Logistikflächen in der Innenstadt dafür ein ganz entscheidender Faktor. Michael Peuker, KoMoDo-Projektleiter bei Hermes Germany, bilanziert, man habe 58.000 Pakete emissionsfrei zugestellt und in dem Einsatzgebiet drei von fünf Lieferwagen eingespart. Für den Pionier in Sachen Lastenradbelieferung, UPS, der sein 2012 in Hamburg gelaunchtes Konzept Cargobike-Mikrodepot mittlerweile auf 30 Städte übertragen hat, urteilte Lars Purkarthofer, Leiter UPS Hauptstadtbüro Berlin, KoMoDo zeige, dass es möglich ist, dass mehrere Paketdienste nebeneinander, aber getrennt und eigenständig operieren. Für den Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), in dem die Paketdienste außer DHL organisiert sind, bilanzierte der Vorsitzende Marten Bosselmann:

„Das KoMoDo-Projekt hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit von Stadt und Unternehmen eine bedeutende Rolle für verbesserte innerstädtische Verkehrsbedingungen spielt."

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