Lieferkettengesetz: BMW kooperiert mit SCRM-Anbieter Prewave

Eine KI-basierte Softwareanwendung erfasst bei dem Autohersteller künftig Compliance-Risiken nicht nur bei unmittelbaren Lieferanten, sondern auch bei mittelbaren Lieferanten kritischer Rohstoffe und Materialien.

Die Lieferketten, die hinter Modellen wie dem hier montierten BMW i4 stehen, sind komplex. (Foto: BMW Group)
Die Lieferketten, die hinter Modellen wie dem hier montierten BMW i4 stehen, sind komplex. (Foto: BMW Group)
Therese Meitinger

Das Wiener Software-Start-up Prewave hat am 26. April eine Kooperation mit dem Münchener Autohersteller BMW Group bekannt gegeben, die sich auf das Monitoring von Nachhaltigkeitsrisiken im Zuge des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bezieht.  Die auf künstlicher Intelligenz basierende Lösung von Prewave soll es der BMW Group künftig ermöglichen, Nachhaltigkeitsrisiken wie Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverstöße oder Korruption bei Tausenden direkten (Tier-1) und indirekten (Tier-n) Lieferanten frühzeitig zu erkennen, so der Anbieter. Mittels der Technologie des österreichischen Start-ups sollen nun lieferantenbezogene Risiken aus öffentlich zugänglichen Medien und sozialen Netzwerken in mehr als 50 Sprachen und aus mehr als 150 Ländern in Echtzeit analysiert werden. 

Mehr als 10.000 Lieferanten im Monitoring

Das Frühwarnsystem will die BMW Group nutzen, um die rechtlichen Voraussetzungen aus dem Lieferkettengesetz und auch internationale Standards im Nachhaltigkeitsmanagement (zum Beispiel OECD Due Diligence Guidance, UN Global Compact, SDGs) einzuhalten beziehungsweise in das Verhalten der Lieferanten einzugreifen oder gar präventive Maßnahmen zu setzen. Bereits im Jahr 2018 wurde der Mitteilung zufolge die erste Kooperation mit Prewave über die BMW Start-up Garage initiiert. Seit Februar 2022 geht das Projekt demnach nun mit mehr als 10.000 Lieferanten in den Regelbetrieb.

„Die umfangreiche Lieferkette der BMW Group mit Tausenden, global verteilten Lieferanten transparent zu machen, ist eine komplexe Herausforderung, der wir uns gerne gestellt haben. Dank künstlicher Intelligenz und automatisierter Sprachverarbeitung ist es möglich Lieferkettenprobleme und Nachhaltigkeitsrisiken in Echtzeit sichtbar zu machen“, betont Harald Nitschinger, CEO Prewave.

Über das System „Prewave“ ist es nach Unternehmensangaben neben dem Nachhaltigkeitsaspekt auch möglich, Warnungen zu kritischen Lieferanten und zu bestimmten Risikofaktoren wie beispielsweise zu Arbeiterunruhen, politischen Unsicherheiten, finanziellen oder rechtlichen Problemen beziehungsweise den Auswirkungen der Pandemie zu erhalten.

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