Lieferketten: Projekt ePIcenter soll Supply Chains resilienter machen

Ein internationales Konsortium von Häfen, Spediteuren und Logistikanbietern möchte mit Pilotprojekt die Anfälligkeit von Lieferketten reduzieren.

Zusammen mit weiteren Partnern will die Antwerp Port Authority den nahtlosen Transport von Gütern ermöglichen und damit die Lieferketten zukunftsfähig machen. Foto: Hafen Antwerpen
Zusammen mit weiteren Partnern will die Antwerp Port Authority den nahtlosen Transport von Gütern ermöglichen und damit die Lieferketten zukunftsfähig machen. Foto: Hafen Antwerpen
Sandra Lehmann
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

Unter der Federführung des Hafens Antwerpen hat am 17. Juni ein Konsortium aus 36 Partnern von führenden Häfen, Spediteuren, Frachteignern, Logistikanbietern, Wissenschaftsinstituten und Technologiefirmen offiziell das Projekt ePIcenter gestartet. Ziel von „ePIcenter – enhanced physical internet-compatible earth-friendly transportation answer“ sei es, die Kräfte zu bündeln, um praxisorientierte Lösungen bereitzustellen. Diese sollen dazu dienen, Herausforderungen, die aus der zunehmenden Länge, Komplexität und Anfälligkeit globaler Lieferketten entstehen, in Chancen umzuwandeln, erklärte die Antwerp Port Authority. Neben dem Hafen Antwerpen gehören unter anderem die Logistik-Initiative Hamburg (LIHH), die DHL, Anheuser-Busch, der Duisburger Hafen sowie Panasonic zu den Partnern des Projekts.

Nahtloser Transport von Gütern

Ermöglicht werden solle der nahtlose Transport von Gütern, wobei der Fokus insbesondere auf den technologischen und operativen Möglichkeiten liege, die Physical Internet, synchromodale Transporte und andere disruptive Technologien wie Hyperloop, Industrie 4.0 und autonome Fahrzeuge bieten. Erwin Verstraelen, Chief Digital and Innovation Officer des Hafens Antwerpen:

„Wir sind sehr enthusiastisch über den Start des ePIcenter-Projekts, das es uns ermöglichen wird, einen transkontinentalen, integrierten und transparenten Güterverkehrskorridor zu schaffen, indem wir bestehende und vielversprechende Technologien, Frameworks und Datenstandards nutzen. Der Hafen Antwerpen und der Hafen Montreal, beides wichtige Knotenpunkte in der globalen Lieferkette, werden als Katalysator für eine Symbiose zwischen den verschiedenen Interessengruppen wirken.“

„Dieses Projekt unterstützt in hervorragender Weise unser Ziel, Hamburg als innovative Logistikregion weiter zu profilieren und ergänzt unser Projektportfolio um ein sehr spannendes internationales Vorhaben“, so Carmen Schmidt, Geschäftsführerin bei der Logistik-Initiative Hamburg. „Der Know-how-Austausch mit Unternehmen und Institutionen auf globaler Ebene ist ein großer Mehrwert, von dem auch unser regionales Netzwerk profitieren wird.“

Das Projekt wird durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, HORIZONT 2020, gefördert und hat eine Laufzeit von 42 Monaten. Es habe eine globale Reichweite mit einer Reihe von groß angelegten Pilotprojekten auf den wichtigsten Schifffahrtsrouten von Europa nach Kanada und in die USA sowie auf neuen Handelswegen wie der Nördlichen Seeroute und entlang der Neuen Seidenstraße, so die Antwerpener Hafengesellschaft. Technologie-Innovatoren und Umweltexperten werden demnach zusammenarbeiten, um neue Lösungen zu entwickeln, die sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit globaler Lieferketten erhöhen.

Spürbarer Effekt

Mit ergebnisorientierten Praxistests und der Zusammenarbeit mit Akteuren im Handels- und Logistiksektor verpflichtet sich das ePIcenter nach Angaben der Initiatoren, Lösungen mit spürbaren Effekten für die nachhaltige Logistikkette der Zukunft zu schaffen.

Cybersichere Handelswege

Der Hafen Antwerpen werde neben der Koordination des ePIcenter-Projekts auch einen der groß angelegten Demonstratoren beherbergen. Der „Link of the Future"-Demonstrator wird sich auf die Implementierung der verschiedenen ePIcenter-Innovationen in einem der größten multimodalen Verkehrsknotenpunkte Europas sowie auf die Realisierung des ersten transkontinentalen cyber-sicheren Handelsweges konzentrieren.

Darüber hinaus werde das internationale Netzwerk des Hafens Antwerpen Möglichkeiten für einen wertvollen weltweiten Wissensaustausch sowie die weitere Verbesserung der im Projekt entwickelten Instrumente schaffen, hieß es.

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