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Lieferanten: Audi führt Nachhaltigkeitsrating ein

Fokus liegt zunächst auf Zulieferern für Kaufteile und Komponenten.
Produktion am Standort Ingolstadt, Montage Frontend: Audi möchte sich mit einem Nachhaltigkeits-Rating für Zulieferunternehmen noch stärker für eine nachhaltige Wertschöpfungskette einsetzen. (Foto: Audi AG)
Produktion am Standort Ingolstadt, Montage Frontend: Audi möchte sich mit einem Nachhaltigkeits-Rating für Zulieferunternehmen noch stärker für eine nachhaltige Wertschöpfungskette einsetzen. (Foto: Audi AG)
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Matthias Pieringer

Der Ingolstädter Automobilhersteller Audi AG setzt seit April auf ein Nachhaltigkeitsrating für Lieferanten. Ziel ist es laut Audi, künftig nur Unternehmen mit einem positiven Rating zu beauftragen. Damit engagiert sich der Autohersteller nach eigenen Angaben noch stärker für eine nachhaltige Wertschöpfungskette. Das Rating basiere auf einem Vor-Ort-Check am Produktionsstandort des Lieferanten sowie einer Selbstauskunft, wie Audi am 2. Mai gegenüber der Presse mitteilte.

Nachhaltige Lieferkette als wichtiges strategisches Ziel

Der Automobilhersteller startet das Rating bei der Lieferantenauswahl für den neuen Elektro-SUV „Audi e-tron“ sowie den Nachfolger des „Audi A3“. „Eine nachhaltige Lieferkette ist für uns ein wichtiges strategisches Ziel“, sagte Dr. Bernd Martens, Audi-Vorstand für Beschaffung. „Dieses gehen wir nun noch proaktiver an: Wir prüfen vorab und vor Ort, ob Lieferanten nachhaltig handeln. Nur wer unsere Standards einhält, kann Audi-Partner werden.“ Mit dem neuen Rating sorge Audi für noch mehr Transparenz und würdige Umweltschutz und gute Arbeitsbedingungen bei Vergaben. „Damit wird Nachhaltigkeit zu einem ebenso wichtigen Auswahlkriterium wie Kosten, Qualität, technologische Kompetenz und Innovationskraft.“

Rating wird sukzessive ausgerollt

Seit April rollt das Unternehmen das Rating sukzessive aus, dabei liegt der Fokus zunächst auf Zulieferern für Kaufteile und Komponenten. Ab 2018 wird Audi nach eigenen Angaben zudem Dienstleister und Lieferanten für Anlagen und Maschinen auf diese Weise prüfen. Bei einem negativen Rating könne sich der Lieferant mit entsprechenden Maßnahmen weiterentwickeln, um ein positives Ergebnis zu erreichen und dadurch nachträglich vergabefähig zu werden.

Zusammenarbeit mit externem Dienstleister

Der Vor-Ort-Check umfasst Betriebsrundgänge und Interviews mit Mitarbeitern am Produktionsstandort des Lieferanten. Dabei überprüft Audi mit einem externen Dienstleister zwölf Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Integrität. Basis dafür sind Audi zufolge die Nachhaltigkeitsanforderungen des Unternehmens, die seit 2006 im Code of Conduct für Geschäftspartner und seit 2014 zudem in den Lieferverträgen verankert sind. Den Vor-Ort-Check hat Audi selbst entwickelt. Für die Selbstauskunft greift das Unternehmen auf einen Standardfragebogen der European Automotive Working Group on Supply Chain Sustainability zurück, den verschiedene Hersteller bereits anwenden.

Standard imFokus

Audi setzt sich zudem dafür ein, dass Autohersteller und Zulieferer mittelfristig auch für einen Vor-Ort-Check gemeinsam einen branchenweit gültigen Standard schaffen. Ein Standard würde, so der Ingolstädter Autoproduzent, beispielsweise verhindern, dass ein Lieferant mehrfach von verschiedenen Herstellern auditiert wird.

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