Letzte Meile: Mercedes-Benz kombiniert eSprinter mit E-Lastenrad von Onomotion

Das Konzept des Sustainability Pioneer (Sustaineer) soll die Effizienz bei der Zustellung steigern und die Lieferzeiten sowohl in der Stadt als auch auf dem Land verkürzen.

Mercedes-Banz Vans verbindet seinen „eSprinter“ und das Elektro-Lastenrad „ONO“, um ein neues Logistikkonzept für die letzte Meile zu ermöglichen. (Bild: Mercedes-Benz)
Mercedes-Banz Vans verbindet seinen „eSprinter“ und das Elektro-Lastenrad „ONO“, um ein neues Logistikkonzept für die letzte Meile zu ermöglichen. (Bild: Mercedes-Benz)
Gunnar Knüpffer

Mit dem weiterentwickelten Technologieträger „Sustaineer“ („Sustainability Pioneer“) bietet Mercedes‑Benz Vans ein Logistikkonzept für eine lokal CO2-emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile an. In Kooperation mit dem Berliner Cargobike-Hersteller Onomotion verbindet das Unternehmen einen vollelektrischen Van auf Basis des „eSprinter" und ein Elektro-Lastenrad für eine nahtlose Lieferkette, hieß es am 18. April in einer Presseaussendung von Mercedes-Benz.

Der eSprinter werde dabei zum mobilen Mikro-Depot. Er bringt vorkonfektionierte Waren in Spezial-Containern zu Lastenrädern, die die Zustellung bis zur Haustür übernehmen. Das Umladen auf das E-Cargobike „ONO“ soll in wenigen Minuten erledigt sein. Dadurch hat der eSprinter laut Unternehmen keine langen Standzeiten und kann direkt weiterfahren – entweder zum nächsten Lastenrad oder um selbst Waren auszuliefern. Die Parallelzustellung mit Cargobike und vollelektrischen Vans steigere die Effizienz und verkürze die Lieferzeiten sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum, warb Mercedes-Benz. Das Logistikkonzept ist konzipiert für eine Vielzahl von Branchen – von Kurier-, Express- und Paketdiensten über Großbäckereien und Dienstleister für Berufsbekleidung und Betriebstextilien bis hin zum Lebensmittellieferanten.

Die Sendungen können im Logistikzentrum entsprechend der Auslieferroute in die über Rollen wechselbaren Container von Onomotion vorkommissioniert, mit dem vollelektrischen Transporter zum Übergabepunkt befördert und dort auf das E-Cargobike verladen werden. Die Behälter auf Rollen bieten ein Ladevolumen von mehr als zwei Kubikmeter und eine Zuladung von bis zu 200 Kilogramm. Sie sind flexibel für verschiedene Anwendungsbereiche wie zum Beispiel die Paketzustellung konfigurierbar.

Integriert in den Sustaineer ist ein Hubarm, der für diese Container entwickelt wurde. Der Containerlift funktioniert hydraulisch, verfügt über versenkte Förderrollen und kann über einen Handsender elektronisch gesteuert werden. Dadurch lassen sich die Transportboxen nach Unternehmensangaben schnell, sicher und ohne Kraftaufwand ein- und ausladen. In den neuen eSprinter als langer Kastenwagen mit Hochdach passen dabei zwei Container. Daneben bleibt Platz für ein Regalsystem, um sperrige Güter zu transportieren. Das Regalsystem ist dabei – auch bei verladenen Containern – über die rechte Hecktür zugänglich.

Fahrer des E-Cargobikes „ONO“ sitzen wettergeschützt in einer Kabine und können staufrei über Radwege zu jeder Haustür fahren – ohne Parkplatzsuche. Das beschleunigt nach Einschätzung von Mercedes-Benz die Auslieferung. Zudem hätten die Zusteller weniger Laufwege. Da die Sendungen entsprechend der Auslieferroute gepackt sind, sei auch kein Suchen oder Umsortieren notwendig

Das E-Cargobike hat eine Reichweite von bis zu 25 Kilometer und die 1,4 Kilowattstunden-Batterie bietet eine Anfahrhilfe bis sechs Kilometer pro Stunde. Diese kann nach Firmenangaben innerhalb von Sekunden getauscht werden. Mit einem Wechsel-Akku an Bord lässt sich so die Reichweite verdoppeln. Das Aufladen ist über eine herkömmliche Schuko-Steckdose möglich. Zudem ist für das Cargobike kein Führerschein erforderlich. Dies flexibilisiert die Einsatzplanung und erleichtert die Suche nach neuen Mitarbeitenden. Darüber hinaus benötigt das Lastenrad deutlich weniger Verkehrsfläche, was zu einer höheren Akzeptanz des Lieferverkehrs vor allem in der Stadt führen kann.

Eine weitere Lösung im Sustaineer ist der im Frontmodul integrierte Feinstaubpartikelfilter. Er wurde in Kooperation mit dem Filtrationsspezialisten Mann+Hummel entwickelt, um die Feinstaubbelastung durch Reifen-, Brems- und Asphaltabrieb weiter zu minimieren. In einem mehr als einjährigen Pilotprojekt hat dieser Filter laut Mercedes-Benz seine Effizienz im Realbetrieb bestätigt.