Letzte Meile: Kiezbote liefert gebündelt im Zeitfenster

Im Rahmen eines Pilotprojekts werden die Lieferungen aller Versender und Lieferdienste in einem Depot gesammelt.

Die "Kiezboten" in Berlin-Charlottenburg. (Foto: HTW Berlin)
Die "Kiezboten" in Berlin-Charlottenburg. (Foto: HTW Berlin)
Therese Meitinger

Der Zustellservice „Kiezbote“ wird einer Pressemitteilung zufolge ab dem 13. Juli im Mierendorff-Kiez in Berlin-Charlottenburg angeboten: Im Rahmen des Forschungsprojekts „KOPKIB“ (Kundenorientierte Paketzustellung durch den Kiezboten), soll in einer sechsmonatigen Pilotphase die gebündelte Lieferung zum Wunschzeitraum erprobt werden; Ziel ist, die Verkehrsbelastung auf der „letzten Meile“ dank Lastenfahrrad zu senken. Das Projekt KOPKIP wird von Forschenden an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin durchgeführt.

Seit dem 13. Juli können Anwohner dem Anbieter zufolge auswählen, wann sie ihre Päckchen zu Hause erhalten. Dazu benötigen sie eine App und eine einmalige, kostenfreie Registrierung. Mit einer persönlichen Kiezboten-Lieferadresse könnten Nutzer ihre Pakete zum Kiezboten ("c/o Kiezbote") liefern lassen, um dann für die Zustellung einfach ihr gewünschtes Zeitfenster auszuwählen, so der Anbieter. Die Lieferungen aller Versender und Lieferdienste werden laut Unternehmensangaben in einem Depot gesammelt und emissionsfrei per Lastenrad zum Wunschtermin ausgeliefert. Auch Retouren sind demzufolge auf diesem Weg möglich.

Lastenfahrräder statt Diesel-Fahrzeugen

Der Service sei im Pilotzeitraum bis Ende dieses Jahrs kostenfrei, heißt es. Ziel des Forschungsprojekts KOPKIB sei die Ermittlung der Bedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb sowie die Auswirkung auf Verkehr, Umwelt und Kundenzufriedenheit.

„Neben der kundenorientierten Zustellung wollen wir auch den Verkehr und die Umwelt entlasten. Daher haben wir uns für den Einsatz von Lastenrädern und gegen Diesel-Fahrzeuge entschieden“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Stephan Seeck (HTW Berlin). „Die Entwicklung der begleitenden Prozesse wie die Organisation der Zustellung im Wunschzeitraum ist neben der Durchführung ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts“, ergänzt Prof. Dr. Elmar Erkens (HWR Berlin).

Praxispartner des Forschungsprojekts sind die Berliner Unternehmen Zalando SE, 4flow und Cycle Logistics. Assoziierte Partner sind Pickshare, Citkar und nebenan.de. Das Projekt wird vom IFAF Berlin gefördert, Mittelgeber ist die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung.

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