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Lebensmittellogistik: Lidl will in „HerBo43" bauen

Es sollen rund 40.000 Quadratmeter Lagerfläche im Lebensmittelverteilzentrum Herne/ Bochum entstehen.

Kürzlich fand die Pressekonferenz zum Bau des neuen Logistikzentrums des Lebensmittelhändlers Lidl in Herne statt. (Foto: Frank Dieper/ Stadt Herne)
Kürzlich fand die Pressekonferenz zum Bau des neuen Logistikzentrums des Lebensmittelhändlers Lidl in Herne statt. (Foto: Frank Dieper/ Stadt Herne)
Melanie Endres

Lidl stellt die Weichen für die Zukunft im Ruhrgebiet: Bereits 2019 hatte das Handelsunternehmen den Grundstücksvertrag für ein zusätzliches 11,4 Hektar großes Grundstück neben dem Bestandsobjekt an der Südstraße in Herne unterzeichnet, das hat die Stadt Herne kürzlich bekannt gegeben. Es soll den Angaben zufolge ein modernes und nachhaltiges Logistikzentrum mit Verwaltungsstandort entwickelt werden. Dadurch sollen rund 200 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region entstehen. Der Spatenstich ist für 2023 geplant.

Pläne im Gewerbegebiet „HerBo43“ nehmen Form an

Damit werden die Pläne im interkommunalen Gewerbegebiet „HerBo43“ deutlich vorangetrieben, denn die neuen Flächen liegen sowohl auf Herner als auch Bochumer Stadtgebiet. Lidl plant dort laut Mitteilung den Neubau seines Lebensmittelverteilzentrums mit rund 40.000 Quadratmeter Lagerfläche, welches höchsten Nachhaltigkeitsstandards gerecht werden soll. Die neue Immobilie soll das mittlerweile 21 Jahre alte, bestehende Logistik- und Verwaltungszentrum in Herne ersetzen, heißt es. Damit schaffe Lidl die Grundlage für die zukunftsfähige Nahversorgung von derzeit 83 Filialen im Vertriebsgebiet, zu dem der Großteil des Ruhrgebiets samt Umland gehört.

Für die Kommunen

Der Grundstücksvertrag ist der erste Meilenstein auf dem Weg zum neuen Standort in Herne beziehungsweise Bochum. Die Grundstücksflächen, die die beiden beteiligten Städte für die Erschließung des Areals benötigen, möchte Lidl den Angaben zufolge den Kommunen zur Verfügung stellen.

Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch: „Das sind gute Nachrichten für Bochum und Herne. Im neuen Warenverteilzentrum entstehen rund 200 neue Arbeitsplätze. Und die neue Verkehrsanbindung wird zu einer spürbaren Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner in Bochum-Riemke und in Herne führen.“ Sein Herner Amtskollege Dr. Frank Dudda erklärt: „Das neue Lebensmittelverteilzentrum stützt in besonderem Maß die Strategie der Stadt Herne, sich auf dem Sektor der Ernährungsindustrie weiterzuentwickeln.“

Im weiteren Schritt werde nun ein Bebauungsplan erstellt und dann gehe es in das Baugenehmigungsverfahren, so die Stadt Herne auf Nachfrage von LOGISTIK HEUTE.

Konzept ohne fossile Brennstoffe

Der Neubau soll durch modernste Technik und eine umweltfreundliche Bauweise Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz setzen, so die Mitteilung. Die Kühlanlagen für die Frischebereiche im neuen Gebäude sollen ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln betrieben und besonders energiesparend konstruiert werden. Es sei vorgesehen, die Abwärme der Anlagen mittels hocheffizienter Wärmepumpentechnik für die Klimatisierung des gesamten Lagers und des Verwaltungstraktes zu nutzen, wodurch keine fossilen Brennstoffe zur Beheizung nötig seien. Darüber sollen auf dem Gebäudedach eine Fotovoltaikanlage installiert sowie Regen- und Brauchwasser als Betriebswasser verwendet werden. Überschüssiges Oberflächenwasser werde auf natürlichem Wege in den „Dorneburger Mühlenbach“ abgeführt sowie in das Regenrückhaltesystem des bestehenden Lidl-Standortes integriert.

Rund 200 Arbeitsplätze

Derzeit sind laut Mitteilung im Logistik- und Verwaltungszentrum Herne rund 240 Mitarbeiter beschäftigt sowie zahlreiche weitere Mitarbeiter in den Filialen. Rund 290 der für Lidl tätigen Mitarbeiter sind wohnhaft in Herne, weitere 260 Mitarbeiter stammen aus Bochum. Sie alle stellen unter anderem die Warenversorgung und den Vertrieb für die Filialen in der Region sicher, betreuen die Filialimmobilien oder kümmern sich um die Belange der Mitarbeiter. Mit dem Neubau steht fest, dass diese Arbeitsplätze weiterhin in Herne und Bochum bleiben. Darüber hinaus sollen mit der Inbetriebnahme des künftigen Logistikzentrums weitere 200 attraktive Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereichen sowie mit einer langfristigen Perspektive geschaffen werden.

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