Lebensmittellogistik: LEAFR setzt sich für nachhaltige letzte Meile ein

LEAFR, das erste Corporate Venture der Nagel-Group, begibt sich auf Nachhaltigkeitsmission in der gekühlten Lebensmittellogistik für die Stadt.

LEAFR ist das erste Corporate Venture der Nagel-Group und konzentriert sich auf die Entwicklung einer nachhaltigen Lösung für die Belieferung der letzten Meile in urbanen Gebieten. (Foto: Nagel-Group)
LEAFR ist das erste Corporate Venture der Nagel-Group und konzentriert sich auf die Entwicklung einer nachhaltigen Lösung für die Belieferung der letzten Meile in urbanen Gebieten. (Foto: Nagel-Group)
Matthias Pieringer

Der Logistikdienstleister Nagel-Group hat mit LEAFR sein erstes Corporate Venture ins Leben gerufen. LEAFR hat sich auf die Fahnen geschrieben, nachhaltige Lösungen für die letzte Meile mit temperaturgeführten Produkten zu entwickeln. Das Start-up-Unternehmen mit Sitz in Hamburg setzt dabei laut einer Nagel Group-Mitteilung vom 4. Juli auf rein elektrische Transportmittel und eine moderne Logistiksteuerung, um eine umweltfreundliche Lösung für die gekühlte Lebensmittellogistik in der Stadt zu bieten.

Operativ-Start im März 2023

Die langjährigen Nagel-Group-Mitarbeiter Bastian Schwarz, Sören Loeck und Maurice Landwehr sind die Gründer des Corporate Ventures LEAFR. „Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass temperaturgeführte Sendungen in der Innenstadt nachhaltiger zugestellt werden. Damit unterstützen wir die Nachhaltigkeitsstrategie vieler deutscher Großstädte“, sagte Maurice Landwehr, CEO von LEAFR. Der operative Start in Hamburg erfolgte im März 2023.

„Die Idee zu LEAFR ist im Unternehmen entstanden und wurde mit Hilfe unseres Innovation Teams weiterentwickelt. Wir glauben fest, dass grüne und effektive Citylogistiklösungen in Zukunft stark nachgefragt werden. LEAFR ist für die Nagel-Group schon heute ein starker Partner in Hamburg – und das Team hat sich große Ziele gesetzt, auch für andere Metropolregionen“, so Carsten Taucke, CEO der Nagel-Group.

 

„Im Gegensatz zu anderen Anbietern verzichten wir bei LEAFR auf zusätzlichen Plastikmüll, der unter anderem beim Einsatz von Styropor-Boxen oder Kühlakkus entsteht und legen stattdessen den Fokus auf eine aktive Kühlkette bis zum Empfänger", sagte Maurice Landwehr.

Kühlboxen maßgeschneidert

Das LEAFR-Team setzt auf maßgeschneiderte Kühlboxen, die in die Elektrofahrzeuge integriert, um eine durchgehende, regulierte Kühlkette bis zum Warenempfänger zu garantieren. „Durch diese nachhaltige Herangehensweise möchte LEAFR die Auswirkungen auf die Umwelt minimieren und gleichzeitig die Frische der gelieferten Lebensmittel gewährleisten“, sagte Bastian Schwarz, CTO bei LEAFR.

Um die logistische Abwicklung zu gewährleisten, hat LEAFR eine Halle mit rund 200 Quadratmetern direkt neben dem Nagel-Group Standort in Hamburg-Allermöhe angemietet. Dort werden Kleinstsendungen kommissioniert und im Hamburger Stadtgebiet ausgeliefert.

Sören Loeck, COO bei LEAFR: „Zum Start werden vor allem bereits bestehende Kleinstsendungen aus dem Nagel-Netzwerk ausgeliefert. Zu unseren Empfängern gehören heute bereits eine Vielzahl von Einzelhändlern, Restaurants, Hotels und Tankstellen. Teilweise beliefern wir aber auch Privathaushalte, andere Lieferdienste oder Altenheime.“

Sendungsvolumen steigern

Seit knapp vier Monaten ist LEAFR operativ auf den Straßen Hamburgs unterwegs und fährt täglich mehrere Touren durch das Stadtgebiet. Das Team besteht mittlerweile aus acht Mitarbeitern. Das Team plant den Angaben zufolge in den nächsten Monaten das Sendungsvolumen zu erhöhen, neue Partnerschaften aufzubauen und der führende Anbieter für nachhaltige Lebensmittellogistik in Hamburg zu werden. LEAFR fokussiert sich nach eigenen Aussagen auf Unternehmen, die ihre Supply Chain nachhaltiger gestalten oder mit kleinteiligen Sendungen die Innenstadt beliefern wollen.

Für Ende 2023 plant LEAFR die Einrichtung eines eigenen Micro-Hubs, eines Kleinstlagers in der Innenstadt, um die Effizienz der Belieferung zu optimieren. Der Fuhrpark soll dann um elektrische Lastenfahrräder mit einer aktiven Kühllösung ergänzt werden.