Lebensmittellogistik: Kaffeetransport aus Kolumbien mit Windenergie und Wasserstoff

Der Kaffeehersteller Atinkana versucht seinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Über den Atlantik werden die Kaffeebohnen per Segelschiff nach Europa transportiert, die Zustellung auf der letzten Meile übernimmt der Logistikdienstleister Gebrüder Weiss mit seinem Wasserstoff-Lkw.

Bei der Ankunft des Segelschiffes in Amsterdam: Andre Conte, Logistikverantwortlicher bei Atinkana. (Foto: Atinkana)
Bei der Ankunft des Segelschiffes in Amsterdam: Andre Conte, Logistikverantwortlicher bei Atinkana. (Foto: Atinkana)
Matthias Pieringer

Der Kaffeehersteller Atinkana möchte die ursprüngliche Struktur des Urwaldes in Kolumbien langfristig wiederherstellen und den Boden fruchtbarer machen. Sein Projekt in der kolumbianischen Sierra Nevada finanziert das Schweizer Unternehmen mit dem Anbau von Kaffee und Kakao sowie diversen Früchten. Diese werden in einem natürlichen Kreislauf angebaut, durch die Lese und Verarbeitung von Hand entstünden fast keine Emissionen, wie eine vom Logistikdienstleister Gebrüder Weiss kürzlich veröffentlichte Presseinformation besagt.

Per Segelschiff über den Atlantik

Für jedes Kilo verkauften Kaffee pflanzt Atinkana den Angaben zufolge zwei Bäume in Kolumbien. Um auch den 8.500 Kilometer weiten Transport nach Europa möglichst nachhaltig zu gestalten, setzt Atinkana auf umweltschonende Transportmittel: Die Kaffeebohnen kommen über den Atlantik per Segelschiff nach Amsterdam, weiter mit dem Lkw nach Antwerpen und anschließend auf der Schiene nach Basel. Von dort werden sie von Gebrüder Weiss mit dem Wasserstoff-Lkw bis zur Kaffeerösterei geliefert.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

„Dank der Zusammenarbeit mit unseren innovativen Logistikpartnern Fairtransport und Gebrüder Weiss, können wir 98 Prozent der Route von Kolumbien bis in die Schweiz mit nachhaltigen Transportmitteln bewältigen. Damit ist unser Kaffee in Europa fast so nachhaltig wie ein regionales Produkt“, so Andre Conte, verantwortlich für die Logistik bei Atinkana. Der Transport mit zwei Segelschiffen nach Europa dauert etwa zehn Wochen. Einmal jährlich werden somit 14 Tonnen Kaffee in die Schweiz transportiert.

Neben der Aufforstung des Urwalds setzt Atinkana laut den Angaben auch sonst hohe Standards. Pro Kilogramm verkauften Kaffee bleiben demnach acht Dollar im Land – fünf für die Kaffeebohnen, drei für die Aufforstungsarbeit. Das entspreche etwa 22 Prozent des Ertrags. Der Profit solle vor allem den Kolumbianern zugutekommen, hieß es.

Oskar Kramer, Landesleiter Schweiz bei Gebrüder Weiss: „Der umweltfreundliche Ansatz von Atinkana in Sachen Produktion und Logistik passt ideal zu Gebrüder Weiss. Wir investieren seit vielen Jahren in alternative Antriebe und verfolgen das Ziel, den Transport so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Durch die Zustellung des Kaffees mit unseren Wasserstoff-Lkw ist auch die letzte Meile in der Schweiz emissionsfrei.“

Gebrüder Weiss setzt seit mehr als zwei Jahren seinen Wasserstoff-Lkw (H2) im Nahverkehr in der Schweiz ein. Das Unternehmen plant bis 2024 auch in Deutschland drei weitere H2-Lkw.