Lagertechnik: Vanderlande baut Logistikzentrum der Österreichischen Post in Graz aus

Aufgrund der Coronakrise ist das Geschäft der Österreichischen Post um elf Prozent gewachsen. Deshalb erweitert Vanderlande das Logistikzentrum in Graz nun zu einem Flaggschiff im Netzwerk des Postunternehmens.

Die Österreichische Post baut ihr Paket-Logistikzentrum in Graz nicht schrittweise aus, sondern macht es gleich zum Flaggschiff im Konzern. (Bild: Vanderlande)
Die Österreichische Post baut ihr Paket-Logistikzentrum in Graz nicht schrittweise aus, sondern macht es gleich zum Flaggschiff im Konzern. (Bild: Vanderlande)
Gunnar Knüpffer

Die Österreichische Post AG erweitert ihr Paket-Logistikzentrum in Kalsdorf bei Graz. Das berichtet Vanderlande in einer Mitteilung vom 17. März. Denn das Jahr 2021 brachte der Österreichischen Post laut Presseberichten mit 184 Millionen Paketen einen neuen Paketrekord. Das entspricht einem Plus von elf Prozent.

Erst im Juli 2020 hatte das größte Paket-Logistikzentrum der Österreichischen Post seinen Betrieb aufgenommen. Im Inneren der Anlage befindet sich mit einer Gesamtlänge von rund zwei Kilometern nicht nur die längste Förderanlage, sondern auch einer der größten Sorter Österreichs. Realisiert wurde dabei durch Vanderlande ein ausbaufähiges Matrixrutschen-Konzept.

Das Herzstück bildet dort ein Quergurtsorter des Typs Crossorter 1200 HC. Zwei Einschleusgruppen, über die der Sorter befüllt wird, sorgen in Verbindung mit den Matrixrutschen für eine mehrfache Nutzung der Sorter-Carrier. Vereinfacht gesprochen: Nach jeder Einschleusgruppe wird ein großer Teil der Pakete für die zeitkritische WAB-Sortierung ausgeschleust und in einer gemeinsamen Rutsche wieder zusammengeführt (Matrixrutsche). Ein zweiter Quergurtsorter des gleichen Typs, der über vier Crossover-Strecken erreicht werden kann, dient der regionalen Zustellsortierung.

Die beiden Einschleusbereiche selbst bestehen aus 29 Eingabelinien, die mittels Anlieferung per Lkw, Kleinfahrzeug oder Rollbehälter gespeist werden. Die Verteilung der Sendungen erfolgt auf insgesamt 242 Zielrutschen, von denen rund die Hälfte als Pufferendstelle mit großem Fassungsvermögen konzipiert ist. Ein Sperrgutkreisel mit drei Einspeisepunkten und ein Nachbearbeitungsbereich komplettieren die Prozessoptimierung am Standort.

Zentrum soll bis Herbst 2022 erweitert sein

Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Matrixrutschen – je nach Bedarf – sukzessiv nachgerüstet werden, um so flexibel auf das zukünftige Paketaufkommen reagieren zu können. Doch der anhaltende Onlinetrend hat nun dazu geführt, dass der Standort auf einen Schlag finalisiert wird und damit zu einem Flaggschiff innerhalb des Netzwerkes der Österreichischen Post werden soll. Gerade in der Hochsaison soll zukünftig der Standort mit täglichen Mengen von rund 300.000 Sendungen eine wesentliche Rolle spielen. Die offizielle Eröffnung des Endausbaus ist für den Herbst 2022 geplant und soll damit für das kommende Weihnachtsgeschäft zur Verfügung stehen.