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Lagertechnik: Schmucke Logistik

Französischer Omnichannel-Schmuckhändler setzt auf Robotik. (mit Bildergalerie)
Kamido, der Pick- und Place Roboter des französischen Unternehmens Siléane, sucht bei Maty pro Stunde 1.200 Etuis zum passenden Schmuckstück. (Foto: Lehmann)
Kamido, der Pick- und Place Roboter des französischen Unternehmens Siléane, sucht bei Maty pro Stunde 1.200 Etuis zum passenden Schmuckstück. (Foto: Lehmann)
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Sandra Lehmann

Beim französischen Omnichannel-Schmuckhändler Maty geht seit Oktober 2014 vieles ein wenig schneller. Zu verdanken hat das Unternehmen, das in Frankreich bisher 40 Boutiquen, einen Onlinekanal und einen Versandhandel betreibt, das seinem neuen Mitarbeiter Kamido. Der Roboterarm, der vom Hightechunternehmen Siléane aus St-Etienne stammt, sucht die passenden Etuis zu den Schmuckstücken zusammen und stellt sie für den weiteren Kommissionierprozess zur Verfügung – und das ganze 1.200 Mal in der Stunde. Das erspart den Mitarbeitern bei Maty einen bisher recht aufwendigen Arbeitsschritt.

Kollege Roboter beschleunigt Prozesse

Der Pick- und Place-Roboter ist das Herzstück der neuen Logistikstrategie der Franzosen. Mit der Umstellung auf einen Omnichannel-Vertrieb 2010 wurden die teilweise manuellen Abläufe in der Logistik, wie das Kommissionieren von Hand, laut eigenen Aussagen zu einer Herausforderung für den Schmuckhändler- und hersteller. Insbesondere in Phasen wie der Vorweihnachtszeit oder vor Mutter- beziehungsweiseValentinstag, stießen die rund 100 Logistikmitarbeiter des Unternehmens häufig an ihre Grenzen.

Neues Logistikzentrum am Hauptsitz

Mit dem Bau des neuen Logistikzentrums, das im Herbst 2014 am Maty Hauptsitz im ostfranzösischen Besançon eröffnet wurde, hat der Juwelier etliche Abläufe in der Kommissionierung und im Versand beschleunigt. Nicht nur die Anschaffung Kamidos trug dazu bei, die Anzahl der versendeten Pakete pro Stunde von 20 auf 30 Stück zu erhöhen. Auch andere Teile der Intralogistik wurden automatisiert. Statt wie bisher die Kommissionierung ausschließlich per Hand durchzuführen, werden die Mitarbeiter in diesem Bereich durch automatisierte Lagerschränke und ein Pick-by-Vision-System von Kardex Remstar, Neuburg/Kammel, unterstützt. Von hier aus geht die kommissionierte Ware weiter zu zehn Karusselllagern, ebenfalls aus dem Hause Kardex Remstar, die den Schmuck auf insgesamt 44.000 Stellplätzen bis zum weiteren Versand unterbringen. Neuerungen, durch die der Schmuckversandhändler auch in Stoßzeiten mit einem täglichen Volumen von 165.000 Schmuckkästchen auf Aushilfen verzichten kann.

Omnichannel: die Verpackung machts

Um die Einspeisung von Ohrringen, Ketten und Armbanduhren in die unterschiedlichen Kanäle zu erleichtern wird die Ware nach der Reinigung und der Qualitätskontrolle, statt wie bisher aufwendig in Etuis, einheitlich in speziell perforierte und leicht zu öffnende Plastiktüten eingeschweißt und zusätzlich in Tüllbeutel verpackt. So müssen beispielsweise die Mitarbeiter in den Boutiquen den Schmuck nicht mehr umständlich entpacken, um ihn für das Schaufenster herzurichten. In Etuis landen dafür nur noch jene Schmuckstücke, die vom Logistikzentrum direkt an den Kunden nach Hause geliefert werden. Natürlich, wie seit der Gründung des Unternehmens 1968 üblich, liebevoll per Hand verpackt.

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