Lagertechnik: Praxisdienst GmbH setzt auf AutoStore

Die Lösung, die von AM-Automation installiert wurde, soll helfen das gewachsene Auftragsvolumen zu stemmen.

Die vollautomatische Bereitstellung kleinteiliger Artikel via AutoStore sichert den Kunden von Praxisdienst eine zuverlässige Versorgung mit systemrelevanten Medizinprodukten. | Bild: AM-Automation
Die vollautomatische Bereitstellung kleinteiliger Artikel via AutoStore sichert den Kunden von Praxisdienst eine zuverlässige Versorgung mit systemrelevanten Medizinprodukten. | Bild: AM-Automation
Sandra Lehmann
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Die Dieckhoff & Ratschow Praxisdienst GmbH & Co.KG aus Longuich bei Trier hat sich für den Einsatz einer automatisierten Kleinteilelagerung entschieden. Der europaweit aktive Lieferant von Medizinprodukten erhofft sich nach eigenen Angaben von der Maßnahme eine höhere Effizienz in der Abwicklung. Zum Sortiment zählen Kompressen und Tupfer, Spritzen und Kanülen, Laborwaagen und auch komplette OP-Einrichtungen.

Installiert wurde ein AutoStore-Systems der AM-Automation GmbH. Die automatisierte Anlage soll laut dem Anbieter neben dem stetig wachsenden Auftragsvolumen auch die unerwartete Ausnahmesituation der Covid-19-Pandemie zuverlässig bewältigen.

„Um die Kunden weiterhin zeitnah beliefern zu können, musste die Dauer der Auftragsabwicklung drastisch verkürzt werden“, sagt Praxisdienst-Geschäftsführer Michael Heine.

Das Unternehmen präferierte einer Pressemeldung zufolge eine Lösung, um den zur Verfügung stehenden Raum des Logistikzentrums optimal zu nutzen. Denn: Die händisch erreichbaren Fachbodenregale nahmen einen großen Teil der Fläche in Anspruch, bei einer Hallenhöhe von 7,5 Metern sei zugleich aber auch Raum verschenkt worden.

„Zunächst haben wir ein Paternoster-Konzept in Betracht gezogen“, berichtet Michael Jäkel, der bei Praxisdienst die Bereiche E-Business und IT verantwortet, „die Montage wäre aber recht aufwändig geworden und die angestrebten Pickzahlen hätten wir damit auch nicht erreichen können.“

Im Fehlerfall sei zudem ein großer Teil der Artikel eines Regals vorübergehend nicht erreichbar, was schnell zu einem Rückstau in der gesamten Auftragsabwicklung fhätte ühren könne. Die aus der Sicht von Praxisdienst notwendigen Anforderungen sah das Unternehmen daher nur mit dem AutoStore-Konzept besser erfüllt: Größtmögliche Verdichtung der Lagerfläche, schnelle Bereitstellung der angeforderten Artikel und minimale Ausfallsicherheit.

Ideales Timing

Zudem, so Praxisdienst, sei der Zeitpunkt für das Projekt sehr günstig gewesen: Nachdem AM-Automation im Dezember 2019 mit der Realisierung beauftragt worden war, geriet der Medizinprodukt-Lieferant infolge der Covid-19-Pandemie bald darauf in eine unvorhersehbare Ausnahmesituation. Das Interesse an Hygieneprodukten wie Einmalhandschuhen und Schutzmasken erreichte innerhalb kürzester Zeit ungeahnte Höhen, gleichzeitig konnte die Nachfrage angesichts unterbrochener Lieferketten immer weniger befriedigt werden.

Andererseits eröffnete sich dadurch ein Zeitfenster für die reibungslose Umstellung der Intralogistik: Nach den vorbereitenden Bodenarbeiten im Frühjahr startete AM-Automation eigenen Angaben zufolge Anfang Juni mit der Montage. Während sich die Lagerflächen im Sommer langsam wieder mit dem dringend benötigten Nachschub füllten, konnte die automatisierte Kleinteilelagerung zügig fertiggestellt und Mitte August nach und nach in Betrieb genommen werden.

„Mit Blick auf die zweite Infektionswelle war das perfektes Timing“, sagt Praxisdienst-Geschäftsführer Michael Heine.

Und Johannes Traub, Vertriebsleiter von AM-Automation, ergänzt: „Der Terminplan war für das gesamte Projekt von zentraler Bedeutung, aber glücklicherweise konnten wir trotz eingeschränkter Lieferketten alle erforderlichen AutoStore-Komponenten problemlos bereitstellen.“

Inzwischen wurde das Kleinteilesortiment von Praxisdienst aus den Fachbodenregalen komplett in AutoStore umgelagert und findet nun Platz in 15.000 AutoStore-Behältern mit einer Außenhöhe von je 330 Millimetern, bei einem Volumen von je 75 Litern. Zehn Roboter kümmern sich laut AM-Automation auf der Oberseite der Anlage um die Bereitstellung der angeforderten Artikel, die an vier Arbeitsplätzen am Fuß der knapp 7,5 Meter hohen Konstruktion entnommen und auf den Versand vorbereitet werden.

„Der Flächenbedarf unserer Kleinteilelagerung ist um zwei Drittel gesunken, während sich die Leistung in der Auftragsabwicklung mehr als verdoppelt hat“, freut sich Geschäftsführer Heine.

Und auch wenn es für bestimmte Artikel aus dem Praxisdienst-Sortiment immer noch vorübergehende Lieferengpässe gibt, läuft das AutoStore-System nun im Zwei-Schicht-Betrieb auf Hochtouren, Gefragt sind zurzeit vor allem Corona-Testkits.

„Mit der Realisierung des Projektes konnten wir nicht nur den unerwarteten Nachfrageschub in den Griff bekommen, sondern unsere Marktposition insgesamt nachhaltig ausbauen“, resümiert Heine.

Damit das so bleibt, soll AM-Automation die gerade erst in Betrieb genommene AutoStore-Anlage nach Eigenangaben schon in wenigen Monaten auf eine Kapazität von insgesamt 27.869 Behälter erweitern.

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