Lagertechnik: Edeka vertraut auf SSI Schäfer

Am Standort Gochsheim hat die Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen ein neues automatisches Hochregallager sowie entsprechende Software des Intralogistikanbieters implementiert.

Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen setzt am Standort Gochsheim auf Lagertechnik und Software von SSI Schäfer. (Foto: SSI Schäfer)
Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen setzt am Standort Gochsheim auf Lagertechnik und Software von SSI Schäfer. (Foto: SSI Schäfer)
Sandra Lehmann

Die Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen erweitert ihr Regionallager am Standort Gochsheim und setzt dabei auf eine Automationslösung von SSI Schäfer. Das gab der Intralogistikanbieter im April in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach ist vor Ort seit Juni 2021 ein neues automatisches Hochregallager mit angebundener Fördertechnik aus dem Hause SSI Schäfer im Einsatz.

Platzmangel berücksichtigt

Aufgrund der geringen zur Verfügung stehenden Erweiterungsfläche galt es in Gochsheim, eine wirtschaftliche Lösung mit wenig Platzbedarf bei größtmöglicher zusätzlicher Kapazität für die Schnelldreher zu realisieren. Daher bot sich nach SSI Schäfer-Angaben ein automatisches Hochregallager für die verfügbare Fläche an, um die Kapazitätserweiterung über die Höhe zu erreichen. So errichtete der Anbieter 2020 und 2021 das viergassige Hochregallager mit einer Grundfläche von 100 mal 32 Metern und einer Höhe von 28 Metern. Es biete Platz für mehr als 10.000 Paletten-Stellplätze und sei auf eine einfach- und doppelttiefe Lagerung des Trockensortiments ausgelegt. Das prognostizierte Wachstum ist in dem Konzept bereits berücksichtigt. Durch die Silo-Bauweise, also die Direktverbindung zwischen Wand- und Deckenverkleidung mit dem Hochregal, ließen sich Baukosten einsparen. SSI Schäfer lieferte nach eigenen Aussagen sämtliche Bestandteile der Intralogistiklösung aus einer Hand und eigenem Hause, inklusive Stahlbau für das Hochregallager sowie Regalbediengeräte, Paletten- und Rollcontainerfördertechnik und auch die entsprechende Logistiksoftware.

Die Intralogistiklösung von SSI Schäfer zeichne sich außerdem durch ihren hohen Individualisierungsgrad aus, indem sie sich an die besonderen Anforderungen im Food Retail von Edeka anpasst und alle kundenspezifischen Anforderungen abdecke. So liegen etwa die Kernaufgaben der Lagerverwaltungssoftware „WAMAS“ in den Verwaltungsfunktionen, der Bestands- und Stellplatzverwaltung sowie in der Abbildung der logistischen Prozesse. Das Hauptaugenmerk immer auf die zentrale Ordnung über die Standorte hinweg gerichtet. Der WAMAS Materialflussrechner liegt in der Hierarchie unter dem Lagerverwaltungssystem und führe vor allem die zugeteilten Transporte durch. Mittels Kontroll- und Optimierungsfunktionalitäten und den entsprechenden Schnittstellen zu den untergelagerten Steuerungs- und Fremdsystemen werde ein durchgehendes, lückenloses Warenflussabbild sichergestellt. In Gochsheim wurden laut SSI Schäfer entsprechend der Lagereinheiten einige Besonderheiten umgesetzt, unter anderem die artikelabhängige Geschwindigkeit der Regalbediengeräte: Je nach Palettensystem, Systemauslastung und Last werde die Geschwindigkeit des Regalbediengerätes angepasst. Das bedeute absolute Stellplatzsicherheit. Darüber hinaus erfolge eine Plausibilitätsprüfung der Palettenhöhe über die Menge und Anzahl der Lagen. Ein weiterer Vorteil in der belastungsabhängigen Geschwindigkeit der Regalbediengeräte liege in der reduzierten Lärmbelastung für das Personal im Lager.

 

Energieeffizienz im Fokus

Im Hochregallager kommen dem Anbieter zufolge vier Regalbediengeräte des Typs „SSI Exy“z zum Einsatz, die sich durch ihre Energieeffizienz auszeichnen und somit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Zum einen sorge die kompakte Konstruktion des SSI Exyz und die optimierte Steuerung für eine Bauraum-Ersparnis von fünf Prozent gegenüber Hochregallagern mit konventionellen Lagermaschinen. Das bedeute, dass mit dem SSI Exyz viele Kubikmeter entfallen, die sonst gebaut, geheizt oder klimatisiert hätten werden müssten. Zum anderen spare ein im Mast integriertes Gegengewicht Energie für das Hubwerk von vornherein vollständig ein. Nach einem Realisierungszeitraum von zwölf Monaten wurde die Zielgerade erreicht: Edeka kann laut SSI Schäfer durch die Erweiterung des Logistikzentrums am Standort Gochsheim ihre Märkte in Nordbayern zuverlässig versorgen.

„Durch das Hochregallager haben wir die verfügbare Fläche bestmöglich genutzt und durch die zwei Kommissionierebenen haben wir die Anzahl der Kommissionierplätze auf gegebener Grundfläche erhöht“, resümiert Dr. Stefan Winter, Projektleiter Logistik bei der EDEKA Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH. „Im Zuge der Automatisierung profitieren wir nun vor allem von der optimierten Prozesseffizienz – vom Wareneingang bis zum Nachschub der Paletten und von der Reduktion der Staplertransporte.“

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