Lager: Pokert Goldman Sachs mit Aluminium?

Die Investmentbank soll durch spätere Lieferung mehr Lagermiete eingenommen haben.
Redaktion (allg.)

Mit angeblich bewusst verzögerten Lieferzeiten soll die US-Investmentbank Goldman Sachs nach Informationen der "New York Times" für höhere Aluminiumpreise gesorgt haben. Wie das Blatt berichtet, erwarb die Bank 2010 das Logistikunternehmen Metro International, in dessen 27 Lagerhäusern 1,5 Mio. Tonnen Aluminium liegen. Per Lkw soll der Rohstoff zwischen den Lägern laufend hin und her geschoben werden. Die "New York Times" vermutet als Grund für die "Transaktionen" eine Vorschrift der Regulierungsbehörde, nach der Aluminium nicht für immer in einem Lagerhaus verbleiben darf. Das Metall wurde jedoch nicht verkauft. Goldman Sachs wird nun vorgeworfen, den großen Bedarf der Industrie ausgenutzt und künstlich einen Flaschenhals auf dem Rohstoffmarkt geschaffen zu haben. Seit dem Erwerb der Logistikfirma haben sich nach Angaben von Aluminiumkunden auch die Lieferzeiten auf bis zu 16 Monate verzehnfacht. Die marktbeherrschende Londoner Metallbörse LME sah über die Vorkommnisse hinweg. Nun will ein Alu-Verarbeiter die Rechte aller Geschädigten mit einer Sammelklage gerichtlich durchsetzen.

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