Ladenetz für E-Lkw: Logistikdienstleister TST und Energieversorger EWR gründen Joint Venture

Errichtung von PV-Anlagen, Batteriespeichern und E-Ladestationen an bundesweit 41 TST-Standorten, erstes Ausbauziel mit 70.000 Megawattstunden Ökostrom bis Ende 2025. Auch Dritte sollen Zugang zum Ladenetz für E-Lkw erhalten.

Bis Ende 2025 sollen auf 41 Dächern der TST-Gruppe in ganz Deutschland PV-Anlagen klimaschonend Strom erzeugen. (Foto: TST)
Bis Ende 2025 sollen auf 41 Dächern der TST-Gruppe in ganz Deutschland PV-Anlagen klimaschonend Strom erzeugen. (Foto: TST)
Matthias Pieringer

Der Logistikdienstleister TST aus Worms und der rheinhessische Energieversorger EWR AG haben ein Joint Venture ins Leben gerufen. Durch das Gemeinschaftsunternehmen PVSM Energy GmbH solle der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere die Mobilitätswende, in Deutschland vorangetrieben werden, teilte TST am 13. Februar mit. „Wir bringen mit dem Joint Venture die Power für einen beschleunigten Ausbau der Lkw-Ladeinfrastruktur in unserem Land auf die Straße,“ sagte Frank Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von TST.

Das Geschäftsmodell der PVSM Energy GmbH führt den Angaben zufolge die Installation einer E-Ladeinfrastruktur für Lkw, die Errichtung von Batteriegroßspeichern sowie die Solarstromproduktion zusammen. Quelle für den grünen Strom sind großflächige Photovoltaik (PV)-Anlagen auf den Dächern der bundesweit angesiedelten Logistikzentren von TST.

Bis Ende 2025 sollen auf 41 Dächern der TST-Gruppe in ganz Deutschland PV-Anlagen klimaschonend Strom erzeugen – 16 davon sollen bereits in diesem Jahr entstehen, so das erste Ausbauziel der Gesellschafter. Damit können laut den Angaben jährlich rund 70.000 Megawattstunden Ökostrom produziert werden. An windreichen Standorten wie Hamburg und Bremen soll außerdem Windenergie genutzt werden.

Ladeinfrastruktur für E-Lkw

Der grüne Strom speist eine Ladeinfrastruktur für batteriegetriebene Lkw, die TST und EWR an den Standorten des Logistikdienstleisters parallel zum Ausbau der PV-Anlagen errichten. Diese umfasst laut TST unter anderem nicht nur Super-Charger mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW, sondern zusätzlich Batteriegroßspeicher, die bis zu drei Megawatt Leistung des erzeugten Grünstroms speichern können. Strom, der nicht in die E-Ladeinfrastruktur fließt, beheizt die eigenen Hallen des Logistikdienstleisters und soll darüber hinaus an der Börse vermarktet werden.

Zugang für Dritte

Der TST-Geschäftsführer hat nicht nur seine firmeneigene Lkw-Flotte im Blick, die sukzessive auf elektrisch betriebene Zugmaschinen von Mercedes-Benz und Scania umgestellt wird: „Wir werden auch Dritten den Zugang zu unserem Ladenetz öffnen“, kündigte Schmidt an. „Ziel des Joint Ventures mit EWR ist die klimaneutrale Warenversorgung in Deutschland.“ Dazu will Schmidt den Ökostrom an große Partner und Drittkunden verkaufen.

EWR-Vorstandssprecher Stephan Wilhelm sagte: „Flachdächer auf Logistikhallen eignen sich besonders gut für leistungsstarke Anlagen. Davon profitieren Klima und Unternehmen gleichermaßen.“ Die Kooperation mit TST besitze, so Wilhelm, „für uns eine wichtige strategische Komponente.“ EWR und TST halten an der PVSM Energy GmbH jeweils 50 Prozent der Gesellschafteranteile.

Versenkbare Schnellladesäulen

Auf eine besondere technische Finesse setzt TST nach eigenen Angaben mit versenkbaren Schnellladesäulen, die E-Lkw während des Entlade- und Beladevorgangs an den Rampen der Logistikhallen innerhalb von 30 Minuten „betanken“.

Gesamtinvestitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro

Die erste E-Tankstelle soll bereits im Mai dieses Jahres als Pilotprojekt in Worms in Betrieb gehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für das deutschlandweite E-Mobilitätsprojekt von TST und EWR liegt bei rund 150 Millionen Euro.