Künstliche Intelligenz: Handel und Konsumgüterindustrie schöpfen Potenzial nicht aus

 Die Studie „Relex State of Supply Chain 2024: Retail and CPG Dynamics“ widmet sich Herausforderungen, strategischen Investitionsbereichen und Chancen für Händler und Konsumgüterhersteller in den nächsten drei bis fünf Jahren.

94 Prozent der Befragten einer Studie zu Handel und Konsumgüterindustrie gaben an, in den letzten zwölf bis 24 Monaten Umfrageschwankungen ausgesetzt gewesen zu sein, die auf Influencing oder De-Influencing in den sozialen Medien zurückgingen. (Symbolbild: Vege / Fotolia)
94 Prozent der Befragten einer Studie zu Handel und Konsumgüterindustrie gaben an, in den letzten zwölf bis 24 Monaten Umfrageschwankungen ausgesetzt gewesen zu sein, die auf Influencing oder De-Influencing in den sozialen Medien zurückgingen. (Symbolbild: Vege / Fotolia)
Therese Meitinger

Eine internationale Studie von Relex Solutions, einem US-finnischen Anbieter von integrierten Supply-Chain- und Handelsplanungslösungen, kommt zu dem Schluss, dass 57 Prozent der Handels- und Konsumgüterunternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren in prädiktive und generative KI investieren wollen. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 8. April. KI und Machine Learning (ML) stehen demnach bei den Gesamtausgaben für Technologie jedoch nur an fünfter Stelle hinter der Optimierung von E-Commerce-Funktionen, der Verbesserung des Bestandsmanagements, der Bedarfsprognose und der Nutzung von Datenanalysen. Dies deute darauf hin, dass Unternehmen die Rolle von KI bei der Bewältigung von Nachfrageschwankungen der Verbraucher unterschätzen, so die Studienautoren.

Laut der Studie „Relex State of Supply Chain 2024: Retail and CPG Dynamics“ bewerteten die Befragten die schnell wechselnde Verbrauchernachfrage (55 Prozent), globale Ereignisse und Betriebsstörungen (50 Prozent) sowie eine unzureichende Einschätzung der kundenspezifischen Nachfrage (43 Prozent) als die größten Risiken für eine effiziente Supply Chain in den nächsten drei Jahren.

94 Prozent gaben außerdem an, dass sie in den letzten zwölf bis 24 Monaten von Nachfrageschwankungen betroffen waren, die durch Influencing oder De-Influencing in den sozialen Medien ausgelöst wurden. Relex wertet das als ein weiteres Zeichen dafür, dass die Vorhersage und Ermittlung von Nachfragespitzen über alle Kanäle hinweg besonders wichtig für den Erfolg sein wird.

Vertriebsnetze für Omnichannel-Nachfrage umbauen

Händler arbeiten der Umfrage zufolge aktiv daran, ihre Supply Chain neu zu gestalten, um flexibler auf die sich ändernden Verbrauchererwartungen, neue Vertriebskanäle sowie die Herausforderungen durch Betriebsstörungen und Unsicherheiten reagieren zu können.

  • Um die Verbrauchernachfrage und Lagerbeständen zu managen, setzen Händler der Erhebung zufolge vor allem auf drei Schlüsselkomponenten: Echtzeit-Transparenz über den Warenbestand (45 Prozent), die Analyse der Kundennachfrage (45 Prozent) und Tools zur Bestandsoptimierung (43 Prozent).
  • Laut der Umfrage erweitern weitere 59 Prozent der Befragten die Omnichannel-Optionen an einigen Standorten, um sich auf die veränderten Lieferpräferenzen der Verbraucher einzustellen.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) investiert in die Erweiterung der Lieferantenbasis oder in neue Beschaffungsoptionen, um Beschaffungsressourcen zu diversifizieren und Risiken durch Betriebsstörungen zu reduzieren.

Konsumgüterhersteller auf der Suche nach der Balance

Integrierte Supply-Chain-Planungsfunktionen sind für Konsumgüterhersteller entscheidend, um auf Schwankungen zu reagieren, eng mit dem Handel zusammenzuarbeiten und gleichzeitig die Konsumenten-Touchpoints zu verbessern. Durch komplexe Altlasten und nötige Kompromisse zwischen nicht vernetzten Organisationen ist das kein einfaches Unterfangen:

  • 79 Prozent der Konsumgüterhersteller geben in der Relex-Umfrage an, dass die Planung auf Tagesebene entscheidend sei, um genau zu planen und die Verbrauchernachfrage zu bedienen.
  • Die synchronisierte Planung und Implementierung der End-to-End-Supply-Chain wird vor allem durch uneinheitliche Planung zwischen verschiedenen Teams, Systemen und Regionen (32 Prozent) sowie durch langsame, nicht abgestimmte Planungszyklen und -ebenen verhindert (27 Prozent).
  • Lieferkettenschwankungen, darunter auch Materialengpässe und Produktionsunterbrechungen, beeinträchtigen der Erhebung zufolge 82 Prozent der Konsumgüterherstellern, Bestellungen adäquat zu erfüllen.
  • Um auf makroökonomische Faktoren wie Inflation zu reagieren, konzentrieren sich Konsumgüterhersteller auf die Anpassung ihrer Bestands- und Produktionsstrategien. Dafür beobachten sie Nachfragesignale (48 Prozent), bauen Sicherheitsbestände auf oder lagern größere Bestände (22 Prozent).