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Redaktion (allg.)

Wegen möglicher Erstickungsgefahren im Laderaum müssen Kühltransporte, bei denen Trockeneis als Kühlmittel verwendet wird, ab 2013 mit einem mindestens 15 mal 25 cm großen Warnhinweis gekennzeichnet sein, der stilisiert einen erstickenden Menschen zeigt. Das schreibt die neue Fassung des „Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (ADR) vor. Die neue Regelung tritt zum 1. Januar 2013 in Kraft, ist aber erst ab Mitte des kommenden Jahres verbindlich gültig.

Trockeneis ist CO2 in fester Form und wird zum Beispiel zur Kühlung bei Lebensmitteltransporten sowie bei Transporten von Arzneimitteln oder medizinischen Proben eingesetzt. Die Stuttgarter Dekra e.V., eine Expertenorganisation für Sicherheit, Qualität und Umweltschutz, bestätigt, dass bei einer großen Menge Trockeneis und nicht ausreichender Belüftung im Laderaum Erstickungsgefahr drohen könnte. Dekra-Gefahrgutexperte Uli Wenz kritisiert jedoch, dass die neue ADR-Vorschrift keinen Schwellenwert nennt. Die Neuregelung greife daher bereits ab dem ersten Packstück mit einer beliebig kleinen Menge Trockeneis. Nur Fahrzeuge oder Anhänger, die über fest eingebaute Kühlanlagen verfügen, seien davon nicht betroffen.

Dass Paketboten die Warnkennzeichnung für einzelne Pakete anbringen und wieder entfernen, hält Wenz nicht für realistisch. Bleibt die Kennzeichnung aber dauerhaft auf dem Wagen, auch wenn kein Trockeneis an Bord ist, fehlt aus seiner Sicht der Warneffekt. Für den Fachmann ist die Verhältnismäßigkeit der Regelung im Blick auf die Gefahr daher „mehr als fraglich“.

(akw)
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