Kreislaufwirtschaft: Still kooperiert beim Batterierecycling mit Li-Cycle

Der Staplerhersteller ist eine Partnerschaft mit dem Recyclingunternehmen eingegangen, um Lithium-Ionen-Batterien seiner Fahrzeuge am Ende ihres Lebenszyklus umweltfreundlich zu recyceln.

Mit der Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Li-Cycle stellt Still schon heute das umweltschonende Recycling aller seiner Lithium-Ionen-Batterien sicher, die bis 2030 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. | Bild. Still
Mit der Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Li-Cycle stellt Still schon heute das umweltschonende Recycling aller seiner Lithium-Ionen-Batterien sicher, die bis 2030 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. | Bild. Still
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Der Intralogistik-Anbieter Still GmbH hat eine nachhaltige Initiative zur Wiederverwertung von Lithium-Ionen-Batterien gestartet. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Hamburg via Pressemeldung bekannt. In Zusammenarbeit mit dem kanadischen Recyclingspezialisten Li-Cycle Holdings Corp. werden die am Ende ihres Lebenszyklus stehenden Lithium-Ionen-Akkus der Fahrzeuge von Still nun im europäischen Werk von Li-Cycle recycelt.

„Zunächst ist es immer unser Ziel, Batterien möglichst lange in der Nutzung zu halten. Mit unserer Kooperation mit Li-Cycle haben wir darüber hinaus bereits heute eine verlässliche Lösung für das verantwortungsvolle Recycling aller unserer Lithium-Ionen-Batterien, die bis 2030 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen“, erklärt Dr. Florian Heydenreich, Executive Vice President Sales & Service Still EMEA.

Li-Cycle, das im August 2023 seinen ersten europäischen Standort in Magdeburg eröffnete, wendet nach Eigenangaben ein Recyclingverfahren an, das die Rückgewinnung von bis zu 95 Prozent der Bestandteile aus den Batterien ermöglicht. Durch die Trennung von Metallen wie Kupfer, Aluminium und Stahl von den Kunststoffen und die anschließende hydrometallurgische Verarbeitung der verbleibenden Materialien, könnten Stoffe wie Lithiumcarbonat, Kobaltsulfat und Nickelsulfat zurückgewonnen und für die Produktion neuer Batteriezellen verwendet werden.

Diese Initiative sei nicht nur ein signifikanter Schritt für Still, sondern spiele auch eine wichtige Rolle im Kontext der Energiewende und der Intralogistik der Zukunft. Lithium-Ionen-Batterien sind eine Schlüsselkomponente in diesem Sektor, und ihre umweltfreundliche Entsorgung und Wiederverwertung ist von entscheidender Bedeutung, so das Unternehmen.

„Wir übernehmen die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus der in unseren Fahrzeugen eingesetzten Batterien“, sagt Heydenreich. „Indem wir in Europa produzierte Batterien aus dem Konzern für unsere Fahrzeuge verwenden, sie während ihres Lebenszyklus aufbereiten und schließlich mit einer Rückgewinnungsquote von bis zu 95 Prozent recyclen lassen, erfüllen wir die zukünftigen Anforderungen des ‚Green Deal‘ der EU. Zudem bieten wir unseren Kunden eine attraktive Möglichkeit, ökologische und ökonomische Anforderungen an ihre Intralogistik smart zu vereinen.“

Still wolle mit dieser Maßnahme die Nachhaltigkeit und Zirkularität der Lithium-Ionen-Technologie sichern und stelle eine umweltfreundliche Lösung für die Entsorgung und Weiterverwertung der Batterien bereit. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eigenen Aussagen zufolge zudem einen Service für den sicheren Transport der ausgedienten Batterien zum Recyclingwerk von Li-Cycle an. Hierfür kommen spezielle, zertifizierte Transportbehälter zum Einsatz, um eine gesetzeskonforme und sichere Überführung zu gewährleisten.

„Die Partnerschaft mit Li-Cycle sichert uns neben der Entsorgungssicherheit unserer Lithium-Ionen-Batterien perspektivisch auch eine Versorgungssicherheit unserer Batteriezellenproduktion und unserer Zulieferer in Europa“, erläutert Heydenreich.

Für die Kion Group, zu der Still gehört, war das nachhaltige Rückgewinnungsverfahren ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl von Li-Cycle als Recyclingpartner. Die Skalierbarkeit des Prozesses und die Rückführung der wertvollen Ressourcen und seltenen Metalle in den europäischen Wertstoffkreislauf waren weitere wichtige Aspekte dieser Entscheidung.

Bisher hat Still nach eigenen Angaben rund 150 Lithium-Ionen-Batterien zum Li-Cycle Werk in Magdeburg geliefert.

Li-Cycle Holdings Corp in Magdeburg

Die Li-Cycle Holdings Corp., ein globales Unternehmen im Bereich der Rückgewinnung von Lithium-Ionen-Batterie-Ressourcen, hat ihren ersten europäischen Standort in Magdeburg, Deutschland, eröffnet. Das als "Germany Spoke" bezeichnete Werk ist das größte in Li-Cycles Portfolio und gehört zu den größten Einrichtungen dieser Art in Europa. Es hat die Kapazität, jährlich bis zu 30.000 Tonnen Lithium-Ionen-Batteriematerial zu verarbeiten.

Die Anlage nutzt die patentierte "Generation 3" Spoke-Technologie von Li-Cycle, die es ermögliche, alle Arten von Lithium-Ionen-Batterieabfällen direkt zu verarbeiten, einschließlich kompletter Batteriepacks von Elektrofahrzeugen, ohne dass eine Entladung, Demontage oder thermische Verarbeitung erforderlich ist. Dieser Prozess führe zur Erzeugung eines Zwischenprodukt namens "schwarze Masse", die eine Vielzahl wertvoller Batteriematerialien wie Lithium, Nickel und Kobalt enthält.

Die Wahl des Standortes in Magdeburg war laut Li-Cycle strategisch, da Deutschland einer der größten Märkte für Batterieproduktionsschrott und das erwartete Angebot an Lithium-Ionen-Altbatterien in Europa ist. Das Werk beschäftigt etwa 60 Mitarbeiter.