Kreislaufwirtschaft: Minimise präsentiert grenzübergreifende Plattform für Recycling

Mit der Lösung soll die Wiederverwertung und Zweitnutzung von Elektroschrott einfacher werden.

Stefan de Linde setzt sich mit seinem Unternehmen für das fachgerechte Recycling von Elektroschrott ein sowie die Möglichkeit, Rohstoffe in den Kreislauf zurückführen zu können. (Foto: Minimise)
Stefan de Linde setzt sich mit seinem Unternehmen für das fachgerechte Recycling von Elektroschrott ein sowie die Möglichkeit, Rohstoffe in den Kreislauf zurückführen zu können. (Foto: Minimise)
Sandra Lehmann

Das Circularity Start-up Minimise baut seine Recyclinglösung für Elektroschrott zu einer grenzübergreifenden Plattform für E-Waste-Rezirkulation aus. Das geht aus einer Pressemeldung des Unternehmens hervor. Demnach arbeitet Minimise seit April mit vier Partnern in Mexiko und in einigen afrikanischen Ländern zusammen, um dort sachgerechtes Recycling von Elektroabfällen zu finanzieren. Mittelfristig sollen so auch Rohmaterialien wieder der Produktion neuer Geräte zugeführt werden. Mithilfe eines ab sofort verfügbaren Online-Dashboards lasse sich der Weg der Altgeräte und Materialien innerhalb der Minimise-Plattform transparent nachverfolgen.

„Die Aufgabe, vor der wir stehen, ist gewaltig. Sieht man sich den Ressourcenmangel an und betrachtet die Schäden, die beispielsweise unregulierte E-Waste-Deponien anrichten, so wird klar, dass etwas getan werden muss”, meint Stefan de Linde, Gründer von Minimise. „Mit unserer Lösung machen wir aus dem Problem einen Business Case. Wir schaffen eine Win-win-win-win-Situation für die Anbieter sowie Hersteller von Elektrogeräten, die Abfallverwerter in Drittländern, die Umwelt und unser eigenes Unternehmen.”

Das Start-up mit Sitz in Berlin setzt sich nach eigenen Angaben für eine Welt ein, in der sämtlicher Elektroschrott recycelt wird. Dafür arbeite Minimise mit lokalen Recyclingzentren und Gemeinden in Entwicklungsländern zusammen und finanziert das ordnungsgemäße Elektroschrott-Recycling. Dazu gehöre beispielsweise das mexikanische Unternehmen NIU NIU. Es sammelt an Universitäten und Schulen mithilfe von Sammelboxen alte und kaputte Elektrogeräte ein und sorgt dafür, dass die enthaltenen recycelbaren Materialien wie Metalle, Plastik und wiederverwendbare Komponenten erneut genutzt werden können. Minimise helfe hierbei mit finanzieller Unterstützung, berate aber zum Beispiel auch bei Zertifizierungsprozessen, um NIU NIUs Modell zu skalieren.

Recyclingwege transparenter machen

Im Gegenzug nutzen Recycling-Organisationen die digitalen Reporting-Instrumente der Minimise-Plattform, um ihre Aktivitäten nachverfolgbar zu machen und zu dokumentieren. So werde einerseits gewährleistet, dass das Recycling wie vereinbart erfolgt, und andererseits erreicht, dass sich die Recyclingwege von überall auf der Welt transparent verfolgen lassen. Eine Webseite liefere sowohl eine Weltkarte der an die Minimise-Plattform angebundenen Regionen als auch eine Auflistung davon, welche Arten von Geräten wann wo gesammelt wurden – und in welchem Status des Recyclingprozesses sie sich befinden.

Mit diesen Daten erstellt Minimise Kompensationsnachweise für recycelten Elektroschrott. Um die Recyclingaktivitäten zu finanzieren, werden sie an Unternehmen verkauft, die selbst Elektrogeräte herstellen, verkaufen oder nutzen. Mithilfe der Nachweise können diese dann gegenüber ihren Kunden oder Behörden belegen, in effektives Recycling überall auf der Welt investiert zu haben.

Wertvolle Rohstoffe zurückführen

Das Modell ist laut Minimise schon heute Realität: Mit Refurbed, dem ersten Partner von Minimise, werden in diesem Jahr 50.000 Handys eingesammelt und in Zusammenarbeit mit Minimises erstem Rezirkulationspartner Closing the Loop korrekt recycelt. Minimise rechnet damit, so nicht nur rund 2.600 Kilogramm Elektroschrott umweltgerecht zu recyceln, sondern auch ungefähr 240 Gramm Gold, 1,24 Kilogramm Silber und 212 Kilogramm Kupfer in den Kreislauf zurückzuführen.

Minimise ist ein Projekt des Venture Builders NEEW Ventures aus Berlin. Das Unternehmen arbeitet daran, zukunftsweisende digitale Start-ups zu bauen, die sich den Hürden auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft annehmen.