Kreislaufwirtschaft: Mercedes-Benz will Sekundärrohstoffe zurückgewinnen

Gemeinsam mit TSR Recycling setzt der Autobauer auf „Urban Mining“.

Mercedes-Benz möchte durch Urban Mining Sekundärrohstoffe gewinnen und Ressourcen schonen. (Foto: Mercedes-Benz)
Mercedes-Benz möchte durch Urban Mining Sekundärrohstoffe gewinnen und Ressourcen schonen. (Foto: Mercedes-Benz)
Sandra Lehmann

In einer Absichtserklärung mit der TSR Recycling GmbH & Co. KG will Mercedes-Benz seine Strategie der Kreislaufwirtschaft im Hinblick auf Altfahrzeuge voranbringen. Das gab das Unternehmen Mitte Mai in einer Pressemeldung bekannt. Die Absichtserklärung bezieht sich demnach auf die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen durch das sogenannte „Urban Mining“.

Mit diesem Pilotprojekt will Mercedes-Benz nach eigenen Angaben ein besseres Verständnis für das Potenzial von Post-Consumer-Materialien in Europa gewinnen. Der Fokus liegt dabei auf Stahl, Aluminium, Kunststoffen, Kupfer und Glas. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen und deren Quellen analysieren und eine wirtschaftliche Bewertung vornehmen. Damit will Mercedes-Benz einen weiteren Schritt zur Etablierung einer vollständigen Kreislaufwirtschaft für Altfahrzeuge machen.

„Im Einklang mit unserer Ambition 2039 planen wir, den Einsatz von Primärressourcen in unserer Fahrzeugflotte bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen Ansatz zu reduzieren. Da wir im Urban Mining ein enormes Potenzial zur kosteneffizienten Schonung wertvoller Ressourcen im Sinne der Kreislaufwirtschaft sehen, wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern den Anteil von Sekundärrohstoffen in unseren Fahrzeugen erhöhen“, so Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer, Entwicklung & Einkauf.

Mercedes-Benz und TSR Recycling wollen gemeinsam Aktivitäten entwickeln, um Stoffströme zugänglich zu machen, die heute in andere Branchen und Länder exportiert werden. Ziel sei es, das sogenannte Downcycling zu vermeiden, da es zu Qualitätsverlusten bei den recycelten Materialien führt.

Ein aktuelles Beispiel ist die geplante Zusammenarbeit mit TSR und einem weiteren Tier-1-Lieferanten für recyceltes Aluminium. Das neuartige Material besteht zu 86 Prozent aus Post-Consumer-Aluminiumrezyklat und reduziert die CO2-Emissionen um 73 Prozent. Erste Pressversuche für Prototypenteile waren erfolgreich. Die weitere Evaluierung läuft und Mercedes-Benz plant, dieses Material so schnell wie möglich in die Serienproduktion zu überführen.

Vision für 2039

Durch die direkte Zusammenarbeit mit Partnern will das Unternehmen den Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Zukunft aktiv vorantreiben. Solche Initiativen seien von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung der Ambition 2039. Ziel ist es, die gesamte Neufahrzeugflotte bis 2039 über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge hinweg bilanziell CO2-neutral zu machen.