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Krankenhauslogistik: Kliniken feilen an Prozessen

Abläufe stehen bei Mehrzahl der Befragten auf dem Prüfstand
Klinikflur aus der Patienten-Perspektive: Die befragten Hospitäler wollen sich stärker am "Kunden" orientieren. (Foto: Fotolia.com/ sudok1)
Klinikflur aus der Patienten-Perspektive: Die befragten Hospitäler wollen sich stärker am "Kunden" orientieren. (Foto: Fotolia.com/ sudok1)
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Matthias Pieringer

Bei deutschen Krankenhäusern steigt die Bereitschaft, ihre Organisation und in der Folge die Reputation zu verbessern. Darauf lässt eine neue Studie der Managementberatung Porsche Consulting GmbH schließen, für die von Dezember 2015 bis Januar 2016 insgesamt 60 Ärzte, Verwaltungs- und Pflegedirektoren an deutschen Krankenhäusern befragt wurden.

Die Mehrzahl der Kliniken will laut Porsche Consulting die besonders häufig kritisierten organisatorischen Mängel so schnell wie möglich beseitigen: Acht von zehn Einrichtungen hätten es sich zum Ziel gesetzt, die Abläufe im Klinikalltag zu optimieren.

Wartezeiten imFokus

Angesetzt werden soll vor allem bei den Ursachen für unnötige Wartezeiten. Den Erhebungen der Berater zufolge verbringen neu eingetroffene Patienten in 32 Prozent der Krankenhäuser nicht selten mehrere Stunden in der Notaufnahme, bis sie beispielsweise geröntgt werden. Und nur jedem fünften Krankenhaus gelinge es, das Patientenaufkommen über den Tag und während der Woche so zu verteilen, „dass extreme Wartezeiten die Ausnahme bleiben“.

Lange Wege und Transportzeiten

Laut der Umfrage von Porsche Consulting geben sechs von zehn Krankenhäusern selbstkritisch an, dass lange Wege und Transportzeiten innerhalb ihrer Einrichtung die Arbeit erschweren und Schuld an Verzögerungen tragen, die die Patienten zu spüren bekommen.

Um herauszufinden, wie der Klinikaufenthalt angenehmer gestaltet werden kann, befragen inzwischen 73 Prozent der Krankenhäuser mindestens einmal im Jahr ihre Patienten. Die verantwortlichen Krankenhausmanager nutzen den Beratern zufolge die Ergebnisse, um aus Fehlern zu lernen. „Eine große Hilfe ist die Einführung einheitlicher Standards und Abläufe, vor allem für Patienten mit typischen, häufig vorkommenden Krankheitsbildern“, sagt Dr. Roman Hipp, der als Partner bei Porsche Consulting für die Studie verantwortlich ist. Einheitliche Arbeits- und Vorgehensweisen, unter anderem in der Diagnostik, bei Therapien und der Verordnung von Medikamenten, würden nicht nur das medizinische Personal entlasten, sondern auch die Qualität der Behandlung erhöhen und dem Patienten während seinem Aufenthalt so viel mehr Transparenz und Sicherheit gewähren, sagt Hipp.

Critical Incident Reporting Systems

Auch ein stärkerer Austausch der Mitarbeiter untereinander kann laut Porsche Consulting die Qualität steigern. Berater Hipp empfiehlt, die gewonnen Informationen digital zu verarbeiten und dem Personal zugänglich zu machen. „Wenn das Personal eingetretene Fehler sofort an ein zentrales IT-System meldet, ist eine anonyme Dokumentation möglich, durch die niemand Nachteile erleiden muss.“ Solche aus der Luftfahrt bekannten Datenbanken, Critical Incident Reporting Systems genannt, verhindern, so Porsche Consulting, auch in Krankenhäusern, dass sich vermeidbare kritische Situationen wiederholen.

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