Konsumverhalten: Mehrheit akzeptiert längere Lieferzeit für niedrigeren Preis

Rund zwei Drittel der Verbraucher wollen derzeit wegen gestiegener Preise weniger ausgeben, besagt der „Trend Check Handel. 68 Prozent würden Lieferzeiten von zwei Wochen akzeptieren, sollte das Produkt 30 Prozent günstiger sein.

Aktuell reduzieren Konsumenten ihre Ausgaben wegen gestiegener Preise, ergab der Trend Check Handel von ECC Köln und Salesforce. (Bild: AdobeStock, ipopba)
Aktuell reduzieren Konsumenten ihre Ausgaben wegen gestiegener Preise, ergab der Trend Check Handel von ECC Köln und Salesforce. (Bild: AdobeStock, ipopba)
Gunnar Knüpffer

Knapp zwei Drittel der Konsumenten wollen aktuell ihre Ausgaben aufgrund der gestiegenen Preise reduzieren. Das besagt der Trend Check Handel der Tochtermarke des Instituts für Handelsforschung Köln, ECC Köln, in Zusammenarbeit mit Salesforce, der am 2. Mai veröffentlicht wurde. Das ECC Köln hatte in der Kalenderwoche 16 bevölkerungsrepräsentativ 500 Konsumenten in einer Onlineumfrage zu ihrem Einkaufsverhalten mit Blick auf die Folgen der Coronakrise sowie zu Lieferengpässen und Preiserhöhungen befragt.

Betroffen von den reduzierten Ausgaben sind alle Handelsbranchen und insbesondere auch der stationäre Handel, da viele Konsumenten nun vermehrt online einkaufen, um Preise besser vergleichen zu können. Darüber hinaus hat der Handel nach wie vor mit längeren Lieferzeiten zu kämpfen – eine Mehrheit der Konsumenten würde diese Verzögerung laut der Befragung für einen geringeren Preis akzeptieren.

Lange Lieferzeiten sind seit Ausbruch der Coronakrise und den gestörten Lieferketten in vielen Branchen ein stetiges Problem geworden – wünschen sich Konsumenten doch eigentlich eine möglichst schnelle Lieferung. In Anbetracht steigender Preise würden viele aber Zugeständnisse machen. So würden 82 Prozent der Konsumenten laut Onlinebefragung eine Lieferzeit von zwei Wochen akzeptieren, sollte das Produkt so um die Hälfte günstiger werden. 68 Prozent würden diese Lieferzeiten akzeptieren, wäre das Produkt 30 Prozent günstiger. Und 49 Prozent würden diese zeitliche Verzögerung hinnehmen, wenn der Preis um 20 Prozent sinkt.

24 Prozent der befragten Konsumenten haben ihre Ausgaben in den vergangenen Wochen aufgrund der gestiegenen Preise bereits reduziert. Eine Mehrheit von 40 Prozent gab in der Befragung Mitte April an, aktuell anstehende Ausgaben herunterzufahren. Damit wird die Mehrheit der Bevölkerung (64 Prozent) in der nächsten Zeit mehr sparen. Betroffen ist dabei bei rund jedem Zweiten (52 Prozent) auch der Sommerurlaub.

Ein reduziertes Ausgabeverhalten der Konsumenten wird sich laut dem Trend Check Handel branchenübergreifend bemerkbar machen. So planen 35 Prozent der Befragten in nächster Zeit weniger Geld im Bereich Wohnen und Einrichten sowie für elektronische Produkte und Computer(-zubehör) auszugeben. Knapp dahinter: Ausgaben rund um Fashion (34 Prozent), Freizeit (33 Prozent) und Heimwerken (31 Prozent) sowie Autokäufe (29 Prozent). Um gezielter sparen zu können, kauft rund ein Drittel der Konsumenten mehr online ein, um Preise besser vergleichen zu können.

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