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Konsumgüterlogistik: Lösungen für ein sich wandelndes Geschäftsumfeld

Was neue Technologien für FMCG-Unternehmen bringen, haben GS1 Germany und Miebach Consulting in einer Studie untersucht.

Neue Technologien bringen selten kurzfristig etwas - eines der Ergebnisse der FMCG-Studie von GS1 Germany und Miebach Consulting. (Symbolbild: exewave/ Adobe Stock)
Neue Technologien bringen selten kurzfristig etwas - eines der Ergebnisse der FMCG-Studie von GS1 Germany und Miebach Consulting. (Symbolbild: exewave/ Adobe Stock)
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Melanie Endres

Trotz des Medienhypes ist die Implementierung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Blockchain für FMCG-Unternehmen (Fast Moving Consumer Goods) kurzfristig selten erfolgreich – das ist eines der Ergebnisse der Supply-Chain-Studie in der FMCG-Branche, die Miebach Consulting gemeinsam mit GS1 Germany im ersten Quartal 2019 durchgeführt hat. Stattdessen werden traditionelle Konzepte wie Sales and Operations Planning sowie Track & Trace aufgrund ihrer hohen Implementierungsquote immer relevanter, vermeldete GS1 Germany in einer Pressemitteilung zur Studie. Big Data hingegen habe sich bereits als Mehrwert erwiesen, auch wenn die meisten Unternehmen immer noch nur einen Bruchteil des Potenzials von datengesteuerten Support-Tools nutzen.

Lösungen für 2020?

Fast täglich tauchen Innovationen im Supply-Chain-Management-Umfeld auf, so die Pressemitteilung. Welche das Potenzial haben, sich zu Standards von 2020 zu entwickeln, hat die Studie untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Erfolgreiche Early Adopters treiben Entscheidungsträger im Supply-Chain-Management-Umfeld dazu, den Status quo in Frage zu stellen. In der Mitteilung heißt es, sie verschieben Grenzen, um dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus zu sein.

Unter den FMCG-Unternehmen herrsche generell die Meinung, dass sich der Geschäftskontext verändert: 55 Prozent der befragten Unternehmen erleben demnach starke bis sehr starke Auslöser für Veränderungen („trigger points for change“). Die Mehrheit der Unternehmen sehe in der Kundenorientierung den Schlüssel zum Erfolg ihres Supply Chain Managements in den nächsten zwei Jahren. Kooperation sei zudem ein weiterer entscheidender Hebel für die Digitalisierung zukünftiger Supply Chains, 60 Prozent erachten dies den Angaben zufolge als den relevanten Auslöser mit einem starken oder sehr starken Hebel für Digitalisierungsprojekte.

„Die meisten Zukunftstechnologien erfordern ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft. So wird der transparente Informationsaustausch, insbesondere in Wertschöpfungsnetzwerken, in den nächsten Jahren eine zentrale Herausforderung sein“, sagte Dirk Freda, Leiter des Competence Centers Supply Chain Management, GS1 Germany.

 

KPIs als Auslöser

Da Key Performance Indicators (KPIs) laut Meldung ein führendes Instrument zur Steuerung der Leistungsfähigkeit und Entwicklung eines Unternehmens sind, verglich die Umfrage die aktuelle und die angestrebte kurzfristige Supply Chain Performance. Die Antworten zeigen GS1 zufolge, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) bis 2020 eine deutliche Verbesserung ihrer KPIs anstreben.

„FMCG-Unternehmen wollen ihre KPIs drastisch erhöhen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter des digitalen Wandels zu sichern. Es wird deutlich, dass weder die traditionelle Supply-Chain-Automatisierung noch innovative Lösungen allein ausreichen werden, um dieses Ziel zu erreichen. Die Kombination beider Ansätze ist notwendig“, erläuterte Pank Bedaux, Global Lead Industry Practice Consumer Goods, Miebach Consulting.

Kundenservicegrad und Automatisierung

Im hohem Kundenservicegrad und zunehmender Automatisierung sehen die Unternehmen der Studie zufolge Chancen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Nach Angaben der Studienteilnehmer bewegen sich die angestrebten Service-Levels OTIF (on-time in-full) standardmäßig im Bereich von 96 bis 99 Prozent. Allerdings erreichen nur etwa 25 Prozent der Unternehmen bereits dieses Serviceniveau. Und zehn Prozent müssten einen deutlichen Sprung von derzeit 90 bis 93 Prozent machen, um den angestrebten KPI bis 2020 zu erreichen.

Die Ergebnisse zeigen laut Mitteilung auch eine Tendenz zu mehr Automatisierung: Kaum ein Unternehmen kehre zu manuelleren Lösungen zurück. Alex Waterinckx, Lead Industry Practice Consumer Goods Germany bei Miebach Consulting, sagte dazu:

„Wir sehen auf dem Markt ein wachsendes Interesse an automatisiertem Case Picking, was durch die Umfrage bestätigt wird. Vor allem die Lagenkommissionierung ist eine Technologie mit steigendem Interesse, da Handelskunden weniger volle Paletten nachfragen und somit mehr Kommissionierung benötigt wird.“

Der Wandel zu Multi- und Omnichannel-Lösungen

Traditionelle Rollen in der End-to-End Supply Chain für Konsumgüter verschwimmen in den letzten Jahren, heißt es in der Mitteilung. E-Delivery, Supply-Chain-Orchestrierung, Supply-Chain-Segmentierung sowie Anpassung des Footprints an ein E-Com-Netzwerk gewinnen an Bedeutung und wurden bereits in 78 bis 100 Prozent aller angegangenen Projekte erfolgreich umgesetzt, so GS1. Multi- und Omnichannel-Lagerlösungen sollen immer häufiger als spezialisierte Lagertypen eingesetzt werden. Dies ermögliche operative Synergien bezüglich des Personals sowie die gemeinsame Nutzung des investierten Working Capitals.

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