Konjunktur: Logistikweise korrigieren Prognose für 2024 leicht nach oben

Die Lage im Wirtschaftsfeld Logistik bleibt den Experten zufolge jedoch angespannt; für eine Entwarnung sei es zu früh, so die Prognose.

Wie entwickelt sich das Wirtschaftsfeld Logistik perspektivisch? Dieser Frage gehen die Logistikweisen in ihrer Prognose nach. (Symbolbild: Apops / stock.adobe.com)
Wie entwickelt sich das Wirtschaftsfeld Logistik perspektivisch? Dieser Frage gehen die Logistikweisen in ihrer Prognose nach. (Symbolbild: Apops / stock.adobe.com)
Therese Meitinger

Der Expertenkreis der Initiative zur Prognose der Entwicklung des Wirtschaftsbereichs Logistik in Deutschland „Logistikweise“ schaut nur ein wenig optimistischer auf das Jahr 2024 für die Akteure der Logistik als in der im Herbst 2023 veröffentlichten Prognose. Die Logistikweisen, die im Rahmen ihres Frühjahrsgipfels im April zusammenkamen, haben laut einer Pressemitteilung ihre Erwartungen zur Entwicklung des Wirtschaftsbereichs Logistik für 2024 auf -3,0 Prozent nominal und +1,2 Prozent real für das Jahr 2024 angehoben.

Noch seien die Indikatoren nicht ausreichend, um eine deutlichere Anhebung für die Logistik zu vermelden, heißt es vonseiten der Experten. Die Hoffnungen stecken ihnen zufolge im privaten Konsum. Industrie und Bauwirtschaft verzeichnen noch keine ausreichenden Signale für die Logistik.

Auf dem Weg zur Triple Transformation

Den Wirtschaftsbereich Logistik sehen die Logistikweisen inmitten einer „Triple Transformation“ hin zu einer klimaneutralen, digitalen und kooperativen Logistik.

Drei primäre Handlungsfelder und generelle Ansätze für einen erfolgreichen Umgang mit diesen haben die Experten ausgemacht:

  • Kunde: Die aktuelle wirtschaftliche Situation führt nach Einschätzung der Logistikweisen zu einem Wandel bei allen Akteuren in der Logistik. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schnüren demnach die Entfaltungsmöglichkeiten in der Logistik nachhaltig ein, wodurch die Unternehmen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen müssen.
  • Personal: Nicht nur der Personalmangel bleibt den Logistikweisen zufolge virulent, auch ein Wertewandel erfordert Veränderungen. Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt erfordere neben der strategischen Veränderung der Unternehmenskultur und kurzfristigen Investition in die Personalbeschaffung und -bindung eine langfristig wirkende Steigerung der Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen, heißt es vonseiten der Akteure.
  • Innovation: Automatisierung und Digitalisierung bedeuten Investition in die Zukunftsfähigkeit der Logistik, argumentieren die Experten. Auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage vordergründig Kostenreduzierungen erfordere, müssten Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung jetzt geplant, entschieden und in die Wege geleitet werden, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ähnlich der Politik sehen die Unternehmen sich stark verändernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Triple Transformation erfordert den Logistikweisen zufolge ein Ausbalancieren der jeweiligen Stärken und Potenziale mit den aktuellen Risiken und negativen Entwicklungen.

Die Logistik könne zwar die Defizite in den gesetzten und sich ergebenden Rahmenbedingungen nicht (alleine) lösen, so die Experten. Die Logistik kann nach Überzeugung der Logistikweisen jedoch

  1. die Defizite durch ihre Leistungsfähigkeit kompensieren,
  2. damit einen Beitrag zur Stärkung des Standorts Deutschland leisten und folglich
  3. als Vorbild für andere Wirtschaftszweige und auch für die Politik dienen.

Gelingt der Logistik die Triple Transformation, bildet sie einen elementaren Leistungsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit einen Vorteil im internationalen Wettbewerb um Investitionen, sind die Experten überzeugt.