Kommissionierung: Roboterarm pickt variabel Stückgut

Movu eligo zielt nach Herstellerangaben auf die Lücke zwischen manueller und vollautomatischer Pick-Operation ab.

Bis zu 600 Picks pro Stunde kann Movu eligo nach Herstellerangaben erreichen. (Bild: Movu Robotics)
Bis zu 600 Picks pro Stunde kann Movu eligo nach Herstellerangaben erreichen. (Bild: Movu Robotics)
Therese Meitinger

Der belgische Automatisierungsspezialist Movu Robotics hat jüngst den Roboter-Greifarm „Movu eligo“ auf den Markt gebracht. Laut einer Pressemitteilung handelt es sich um eine vollständig integrierte robotergestützte Bin-Picking-Lösung, die in enger Zusammenarbeit mit Righthand Robotics entwickelt wurde. Movu eligo kann demnach automatisch Einzelteile aus einer Einzel-SKU-Quellbox herausnehmen und die einzelnen Artikel in mehrere gemischte-SKU-Zielboxen platzieren. Entwickelt, um die Lücke zwischen manueller und vollautomatischer Pick-Operation zu schließen, adressiert Movu eligo nach Herstellerangaben Lagerbetreiber sowie die Auftragskommissionierung. Das System biete auch eine Lösung für Arbeitskräftemangel, mit einem Roboter, der zu unbequemen Arbeitszeiten mit reduzierten Kosten, aber mit höherer Pickgenauigkeit und -qualität arbeiten könne, heißt es.

Intelligentes Greifen und maschinelle Bildverarbeitung

Mit einer nahtlosen Integration als Pickstation-Option für das „Movu escala“-Bin-Shuttle kombiniere der Movu eligo die Software mit intelligenten Greifern und maschineller Bildverarbeitung, um einen zuverlässigen Durchsatz zu gewährleisten. Der Roboter greift sanft einen Artikel aus einer vom escala geholten Box beim Picken und platziert den Artikel dann in eine Lieferbox, beschreibt Movu den Pickvorgang. Die intelligenten Greifer geben Unternehmensangaben zufolge Rückmeldungen zum Greiferfolg. Neben einer niedrigen Greiferausfallrate reduziert der Movu eligo demnach die Anzahl der manuellen „Berührungen“, die für die Auftragserfüllung oder Auffüllung erforderlich sind, und kann eine Pick-Erfolgsrate von mehr als 99 Prozent erreichen.

Mit der Fähigkeit, 600 Picks pro Stunde zu erreichen, abhängig von der spezifischen Implementierung, kann der Roboter laut Herstellerangaben Waren bis zu zwei Kilogramm und mit Abmessungen von mindestens einem Zentimeter bis maximal 30 cm picken. Die vollständige Produktagnostik gebe ihm die Flexibilität, wechselnde Produktmischungen zu handhaben, heißt es.

Der Roboterarm ist 2,2 Meter hoch und hat einen Arbeitsradius von 1,3 Metern. Eine Sicherheitsschnittstelle macht die robotergestützten Arbeitszellen sicher, wenn eine Interaktion mit Menschen erforderlich ist.

Das softwarebetriebene System nutzt nach Unternehmensangaben maschinelles Lernen, um das Picken kontinuierlich zu verbessern. Movu eligo läuft demnach auf einer Plug-and-play-Programmierschnittstelle (API), die direkt mit der Movu escala Bin-Lagerlösung integriert wird. Diese Komplettlösung soll die nahtlose Integration von robotergestütztem und manuellem Picken für maximale Effizienz ernöglichen. Movu escala interagiert bei Bedarf mit übergeordneter Lagerverwaltungssoftware (WMS), Lagersteuerungssoftware (WCS) und Lagerausführungssoftware (WES), um die Stückpicking-Operationen zu beauftragen. Durch die Planung von Aufgaben für den Roboter, wie zum Beispiel Roboterarmbewegungen um die Phasen des Austauschs von Quell- und Zielboxen, optimiert die Software die Pick-Zykluszeiten, um den Durchsatz zu maximieren.

Echtzeitbetriebsdaten werden dem Personal, das sich nicht bei den aktiven Systemen befindet, präsentiert, um Ausnahmen schnell und effizient zu beheben. Leistungs-Dashboards ermöglichen es den Lagerbetrieben, aktuelle und historische Daten zu visualisieren.