Kommissionierung: Leifheit setzt auf Pick-by-Vision

Der Haushaltsproduktehersteller konnte seine Performance mit einer Pick-by-Vision-Lösung von Picavi nachhaltig steigern.

Bei Leifheit kommt nun ein Pick-by-Vision-System von Picavi zum Einsatz. (Foto: Leifheit)
Bei Leifheit kommt nun ein Pick-by-Vision-System von Picavi zum Einsatz. (Foto: Leifheit)
Sandra Lehmann

Der Haushaltsgeräte- und Zubehörhersteller Leifheit AG hat seine Leistung in der Kommissionierung mithilfe einer Pick-by-Vision-Lösung von Picavi gesteigert. Das geht aus einer Pressemeldung des Herzogenauracher Soft- und Hardwareanbieters hervor. Demnach hat Leifheit seine Kommissionierungsstrategie im Rahmen seiner generellen Optimierungsbemühungen sowie aufgrund von Qualitätsverlusten vor Kurzem von Pick-by-Voice auf Pick-by-Vision umgestellt. Wie Leifheit berichtet, habe das alte System die Mitarbeiter am Standort Zuzenhausen nahe Stuttgart ausgebremst und verwirrt.

„Die Performance war anfänglich sehr gut, doch stellten wir über die Zeit fest, dass unsere Kommissionierung an Effizienz verlor und die Fehler bei der Bearbeitung zunahmen“, legt Steffen Hinderer, Standort- und Logistikleiter bei Leifheit, die Entwicklung dar und fügt hinzu: „Unsere Mitarbeiter konnten mit der stetig steigenden Menge an Aufträgen und dem damit verbundenen Multi-Order-Picking nicht mehr so gekonnt umgehen wie zuvor.“

Hinzu sei gekommen, dass pro Pick vier Arbeitsschritte notwendig waren: Lagerort bestätigen, Artikel verifizieren, Menge bestätigen, Bestätigung der Ziel-HU (Handling Unit).

„Es war uns wichtig, für Entlastung unserer Mitarbeiter zu sorgen und dabei auch die Effektivität der Arbeitsreihenfolge bei der Kommissionierung auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Hinderer.

Die Kommissionierer arbeiten jetzt mit Datenbrille statt mit Kopfhörer – dafür erhalte jeder Mitarbeiter eine persönliche Ausrüstung, die etwa auf eine vorhandene Fehlsichtigkeit hin individuell angepasst werden könne. Das Equipment jedes Mitarbeiters besteht aus einer Brille, einem Bluetooth-Handscanner zur Erfassung von Barcodes und einem am Hosenbund zu befestigenden Akku (Picavi Power Control). Die Kommissionierarbeit erfolge nun außerdem in einem statt in vier Schritten: der Visualisierung von Lagerort, Menge und Ziel-HU. Lediglich der Artikel muss noch verifiziert werden. Nach Ende einer Schicht lege jeder Mitarbeiter seine Ausrüstung in einem abschließbaren Fach im Leitstand ab.

„Die Arbeit mit Datenbrille entspricht unserer bevorzugten Sinneswahrnehmung“, beschreibt Carsten Funke, Chief Sales Officer (CSO) bei Picavi, „80 Prozent aller Informationen nimmt der Mensch über seine Augen auf.“ Die Anleitung des Kommissionierenden erfolgt über ein durchsichtiges Display am rechten oberen Rand der Brille, auf das die auf das Notwendigste reduzierten Informationen wie zum Beispiel zum Lagerstandort, zur Kommissioniermenge und zur Artikelbezeichnung projiziert werden. „Der Lagermitarbeiter nimmt seine reale Umgebung genauso gut wie die virtuelle Anzeige als Assisted Reality wahr“, sagt Funke, „er wird sicher durch den Kommissionierprozess geführt, kann sich auf seine Aufgabe konzentrieren und hat dabei die Hände frei.“

Nach Eigenangaben konnten mit der Einführung des Systems Leistungssteigerungen von bis zu zehn Prozent erreicht werden.

„Wir haben mit der Umstellung von Pick-by-Voice auf Pick-by-Vision mehr Arbeitseffizienz bei gleichzeitiger Entlastung unserer Mitarbeiter und Verringerung der Fehlerquote angestrebt“, fasst Leifheit-Logistikleiter Hinderer zusammen, „alle drei Ziele haben wir erreicht und darüber hinaus eine hohe Akzeptanz unserer Kommissionierer erlangt, die gern mit dem visuellen System arbeiten.“ Hinderer fügt hinzu: „Ganz wichtig war und ist uns außerdem die Skalierbarkeit der Technologie, nicht nur im Sinne der Erweiterung im Logistikbereich der Kommissionierung und hier insbesondere auch auf den Nachschubprozess. Wir halten uns ebenso die Anwendung zum Beispiel in der Verladung oder für Staplertransporte im Lager offen.“

Bereits in Kürze plant Leifheit der Pressemeldung zufolge die Installation eines zweiten Pick-by-Vision-Systems in seinem Logistikzentrum in Tschechien – ein weiterer Schritt im fortlaufenden „Scaling up Success“-Prozess des Unternehmens.

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