Kommissionieren: TORU pickt ohne Vorkenntnisse

Magazino präsentiert neue Funktionen des Pick-Roboters.
TORU kann nun autonom Picken, ohne die Maße des Artikels zu kennen. (Foto: Magazino)
TORU kann nun autonom Picken, ohne die Maße des Artikels zu kennen. (Foto: Magazino)
Melanie Endres

Das Robotik-Unternehmen Magazino präsentiert auf der Fachmesse LogiMAT 2020 erstmals den mobilen Roboter „TORU“ mit der Fähigkeit zum Kommissionieren ohne Stammdaten zur Objektgröße. Wie Magazino bekannt gab, ist das neue Feature Teil des „Advanced Cooperative Robot Operating System (ACROS)“, dem Betriebssystem des Roboters. Mit der neuen Fähigkeit könne TORU einzelne Artikel aus einem Regal greifen beziehungsweise dort ablegen, auch wenn keine oder nur unvollständige Stammdaten vorliegen: also die Breite, Höhe und insbesondere die Länge eines Artikels. Der Roboter ermittetle diese Daten mit seinen Sensoren jetzt selbst und könne diese auch in das Lagerverwaltungssystems (LVS) des Kunden zurückspielen.

Im E-Commerce Lager

Häufig liegen in E-Commerce Lagern zu bestimmten Artikeln, wie beispielsweise Schuhkartons, keine vollständigen oder falsche Stammdaten vor, so Magazino. Dies sei nicht nur für eine optimale Platznutzung und den Verpackungsprozess an der Versandstation kritisch, sondern auch für das autonome Picken mit mobilen Kommissionier-Robotern. Je weniger ein Roboter über seine Umwelt im Vorfeld wisse, desto größer sei die Herausforderung trotzdem schnell und zuverlässig seinen Auftrag zu erfüllen.

Neues Feature für TORU

Vor diesem Hintergrund hat Magazino eigenen Angaben zufolge ein neues Feature für seinen Roboter TORU entwickelt: TORU kombiniere nun beim Kommissionieren von Schuhkartons die Daten eines zusätzlichen Sensors im Greifer mit den verschiedenen Informationen seiner 3D-Kamera. Dadurch könne der Roboter jetzt automatisch beim Zugriff alle räumliche Dimension (Breite, Höhe, Länge/Tiefe) eines Artikels erfassen. Damit erhöht sich nicht nur die Pickperformance, Robustheit und Prozesssicherheit bei unbekannten Artikeln enorm – es erweitert zudem das mögliche Aufgabenspektrum des Roboters, so das Unternehmen.

Nicht nur für TORU

selbst Die neu gewonnen Objekt-Daten nutzt laut Mitteilung aber nicht nur der jeweilige Roboter selbst, sie werden über ACROS zusätzlich in einer lokalen Cloud gespeichert. Damit werden die neu gewonnen Stammdaten auch von anderen Roboter-Kollegen in der Flotte direkt genutzt und was noch viel wichtiger ist: sie können über die Cloud zurück zum LVS des Lagerbetreibers gesendet werden. Damit kann dieser seine Datenbanken ergänzen und Lücken- oder fehlerhafte Stammdaten vervollständigen, heißt es von Magazino.

Halle 5, Stand D55

Printer Friendly, PDF & Email