Klimaschutz: Daimler Trucks & Buses strebt CO2-neutrale Nutzfahrzeugflotte bis 2039 an

Der Nutzfahrzeughersteller setzt verstärkt auf Elektro- und Wasserstoffantrieb.

Martin Daum, Vorstand Trucks & Buses bei der Daimler AG, erläuterte in Berlin die Zukunftsstrategie der Nutzfahrzeugsparte. (Foto: Sandra Lehmann)
Martin Daum, Vorstand Trucks & Buses bei der Daimler AG, erläuterte in Berlin die Zukunftsstrategie der Nutzfahrzeugsparte. (Foto: Sandra Lehmann)
Sandra Lehmann

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Trucks & Buses bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und verfolgt im Rahmen dessen eine nachhaltige Unternehmensstrategie. Deshalb möchte die Daimler-Sparte bis 2039 in den Triademärkten Europa, Japan und NAFTA nur noch Fahrzeuge anbieten, die im Fahrbetrieb – „tank-to-wheel“ — CO2- neutral sind. Das gab Martin Daum, Vorstand Daimler Trucks & Buses, im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem 36. Deutschen Logistik-Kongress am 25. Oktober 2019 in Berlin bekannt.

Serienreife bis Ende des Jahrzehnts

Demnach soll bereits bis 2022 das Fahrzeugportfolio der Sparte in den Absatzmärkten Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. Bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts werde Daimler Trucks & Buses sein Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Serienfahrzeuge ergänzen. Im Oktober erst stellte das Unternehmen in diesem Zusammenhang auf der Tokyo Motor Show in Japan den Brennstoffzellen-Prototyp „Vision F-Cell“ der Marke Fuso vor.

Darüber hinaus sollen Daum zufolge bis 2022 alle europäischen Werke von Daimler Trucks & Buses CO2-neutral sein. Weitere Werke sollen nach Unternehmensangaben folgen.

„Bei Daimler Trucks & Buses bekennen wir uns klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutz–Übereinkommens und damit zur Dekarbonisierung unserer Branche. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist unser ultimatives Ziel. Dies ist nur dann erreichbar, wenn für unsere Kunden bei Kosten und Infrastruktur wettbewerbsfähige Bedingungen für CO2- neutralen Transport geschaffen werden.“

In diesem Zusammenhang wies der Trucks & Buses-Vorstand auch daraufhin, dass die Anschaffungs- und Betriebskosten von CO2- neutralen Nutzfahrzeugen aller Voraussicht nach noch bis mindestens 2040 deutlich über denen von herkömmlichen Lkw liegen werden. Eine Lösung für diese Herausforderung kann aus Daums Sicht nicht nur von Daimler allein gefunden werden, sondern muss in Kooperation mit Wirtschaft und Politik entstehen.

Keine Zukunftslösungen

Eine klare Absage erteilte der Manager dem Thema Oberleitungs-Lkw sowie dem Erdgasantrieb. Beides sind aus Sicht des Trucks & Buses-Vorstands keine langfristigen Zukunftslösungen.

„Diese Konzepte zögern aus unserer Perspektive die dringend notwendige Umstellung auf CO2-freie Lösungen nur unnötig hinaus. Es lohnt sich nicht in Technologien zu investieren, mit denen wir vielleicht nur die Klimaziele 2030 erreichen, nicht aber Ziele, die darüber hinaus gehen. Deshalb investieren wir in den Elektro- und Wasserstoffantrieb. Anders ist für uns eine komplette CO2-Neutralität im Nutzfahrzeugbereich bis 2050 nicht machbar“, so Daum in Berlin. Zudem möchte die Daimler-Sparte nach eigenen Angaben auf Technologien setzen, die gesamteuropäisch umsetzbar sind.

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