Kies und Sand: Wirtschaft und Naturschützer machen sich für regionale Rohstoffe stark

(dpa) Wirtschaftsverbände und Naturschützer sind oft unterschiedlicher Meinung - aber nun ziehen sie an einem Strang. Es geht um Kies, Sand und Ton aus hessischem Abbau.

Das Kies- und Sandwerk Heinz Mitteldorf im hessischen Kelsterbach. (Foto: Andreas Arnold/dpa)
Das Kies- und Sandwerk Heinz Mitteldorf im hessischen Kelsterbach. (Foto: Andreas Arnold/dpa)
Therese Meitinger

Wirtschaftsverbände und der Naturschutzbund Nabu fordern gemeinsam, mineralische Rohstoffe wie Sand, Kies oder Ton weiterhin vor Ort in Hessen abzubauen und nicht zu importieren, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

 „So ließen sich die Versorgungssicherheit erhöhen, Baukosten senken und der Umwelt- und Naturschutz wahren“, erklärten sie am Montag in Wiesbaden.

Die Verbände fordern unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren für Steinbrüche und Gruben, praxistauglichere Regeln bei der Entsorgung von Erdaushub sowie mehr Deponien für Bauabfälle in Hessen.

 

 

Chancen für Wirtschaft und Gelbbauchunken

An dem Aufruf beteiligen sich neben dem Nabu auch der Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale, der Industrieverband Steine und Erden, der Verband der Bau- und Rohstoffindustrie sowie die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). 

VhU-Vizepräsident Thomas Reimann begrüßte das Vorhaben der schwarz-roten Landesregierung, den Abbau regionaler Rohstoffe zu stärken. „Denn das senkt die Baukosten für Wohnungen genauso wie für Straßen, Schienenwege und Brücken. Für all das brauchen wir Sand, Kies, Natursteine und andere mineralische Rohstoffe aus unserer Region.“

Der Nabu-Landesvorsitzende Maik Sommerhage verwies auf die großen Chancen für stark gefährdete Arten, wenn durch den Abbaubetrieb regelmäßig Biotope geschaffen würden. „Das gilt für Kreuzkröten, Geburtshelferkröten, Wechselkröten und Gelbbauchunken, die dynamische Lebensräume mit Rohböden und austrocknende Pfützen brauchen“, erläuterte er. Aber auch Vogelarten wie Uferschwalbe und Flussregenpfeifer fühlten sich heutzutage vor allem in Abbaustätten am wohlsten.