KI: Porsche und Fraunhofer IPA kooperieren bei KI-gestützter Bedarfsplanung

Gemeinsam entwickeltes Tool zur Produktionsplanung soll Zeit und Ressourcen sparen.

Um die Produktions- und Logistikabläufe in der eigenen Fertigung zu optimieren, arbeitet die Porsche AG gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA an einem KI-gestützten Konfigurationstool, das Kundenbedarfe rechtzeitig erfassen soll. (Symbolbild: Zapp2photo/Adobe Stock)
Um die Produktions- und Logistikabläufe in der eigenen Fertigung zu optimieren, arbeitet die Porsche AG gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA an einem KI-gestützten Konfigurationstool, das Kundenbedarfe rechtzeitig erfassen soll. (Symbolbild: Zapp2photo/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Der Automobilhersteller Porsche und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA arbeiten im Rahmen des Projekts „KI-basierte Produktionsplanung und –steuerung“ an einem „Konfigurationsgenerator“, der die Bedarfe für die individuelle Ausstattung von Fahrzeugen mittels künstlicher Intelligenz bereits vor der Kundenorder erfasst und so Fertigungs – und Logistikprozesse ressourcen- und zeiteffizienter gestaltet. Das gab das Fraunhofer IPA via Pressemeldung bekannt.

„Das Ziel ist es, durch einen interdisziplinären Ansatz Probleme aufzudecken, Lösungen zu suchen und dann KI-gestützte Werkzeuge zu entwickeln, die alle Schritte von den Planungsprozessen bis zur Auslieferung der Fahrzeuge an die Kunden abdecken“, erklärt der IPA-Forscher und Projektleiter Dr. Hans-Hermann Wiendahl.

Die Entwicklung des „Konfigurationsgenerators“ zur Antizipation von zukünftigen Kundenbedarfen ist nur einer von vielen geplanten Teilschritten, so das Forschungsinstitut. Ein anderer sei die Konzeption und Programmierung einer smarten Software für „Matching und Rekalibrierung“. Sie erweitere die Flexibilität in der Zuordnung von Kunden- und Händleraufträgen zu bereits generierten Konfigurationsobjekten im Planungsbereich sowie die Ableitung des dafür benötigten Materialbedarfs. So können laut dem Fraunhofer IPA geänderte Kundenwünsche noch realisiert werden, ohne dass es zu Verzögerungen bei der Auslieferung kommt.

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In der ersten Phase des Projekts haben die IPA-Experten nach eigenen Angaben die einzelnen Schritte der Auftragsabwicklung, ihr Organisationssystem aber auch die IT-Werkzeuge des Sportwagenherstellers unter die Lupe genommen. Um herauszufinden, wo es Verbesserungspotenziale gibt, wurde dann die Ist-Analyse mit den Zielen des Herstellers verglichen.

„Aus diesem Vergleich ergeben sich acht Themen für eine künftige IT-Entwicklung, bei der KI helfen kann, bessere Ergebnisse zu erzielen“, betont Wiendahl.

Als nächstes wollen die Wissenschaftler analysieren, welche KI-Methoden sich am besten eignen und wie sie sich programmieren lassen.

„Mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz lassen sich Muster erkennen und vorausschauende Computermodelle entwickeln. Diese können grundsätzlich alle Schritte der Kundenauftragssteuerung optimieren“, erklärt Professor Marco Huber, Leiter des Zentrums für Cyber Cognitive Intelligence am Fraunhofer IPA.

Nachdem das Team am IPA die geeigneten KI-Algorithmen für die verschiedenen Schritte der Auftragsabwicklung identifiziert und getestet hat, beginnt nach Eigenangaben die dritte und letzte Phase des Projekts: die Überprüfung der Ergebnisse mit Hilfe von Demonstratoren.

„Mit diesen Software-Prototypen können wir vorausberechnen, in welchem Maße die KI-gestützte Produktionsplanung die Auftragsabwicklung optimiert“, erläutert Wiendahl.

Nach erfolgreicher Validierung der Konzepte und Prototypen, sollen diese die Grundlage für die Zukunft der Kundenauftragssteuerung werden.

„Ziel ist es, nach Abschluss des Projekts im Jahr 2022, die Stabilität der Produktion zu verbessern und gleichzeitig dem Kunden ein Maximum an Flexibilität und Transparenz zu gewährleisten“, sagt Porsche-Projektleiter Simon Dürr.