KI: BMWi fördert Forschungsprojekt zur künstlichen Intelligenz im Finanzsektor

Das Fraunhofer IML sowie elf weitere wissenschaftliche Partner erhalten Mittel in Höhe von zehn Millionen Euro.

Welche Vorteile bringt KI für datengetriebene Geschäftsmodelle im Finanzsektor? Dieser Frage geht das Fraunhofer IML gemeinsam mit elf Partnern im Forschungsprojekt SafeFBDC nach. (Bild: Fraunhofer IML)
Welche Vorteile bringt KI für datengetriebene Geschäftsmodelle im Finanzsektor? Dieser Frage geht das Fraunhofer IML gemeinsam mit elf Partnern im Forschungsprojekt SafeFBDC nach. (Bild: Fraunhofer IML)
Sandra Lehmann

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Forschungsprojekt „Financial Big Data Cluster“, an dem das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) mit elf weiteren Partnern beteiligt ist, mit Mitteln in Höhe von zehn Millionen Euro. Das gab das Fraunhofer IML am 14. Januar in einer Pressemeldung bekannt.

Mehr datengetriebene Geschäftsmodelle

Das im Januar 2021 unter der Bezeichnung „SafeFBDC“ gestartete Vorhaben ist dem Institut zufolge das erste seiner Art in Europa und soll datengetriebenen Geschäftsmodellen im Finanzsektor europaweit den Weg ebnen. Dazu ermögliche es traditionellen Finanzinstituten, Start-ups, öffentlichen Akteuren und Forschungseinrichtungen den Zugang zu relevanten Finanzmarktdaten.

„Das Teilen von bisher am Markt nicht verfügbaren Daten ist erforderlich, um mithilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz Lösungen für verschiedene Anwendungsfälle im Finanzbereich zu entwickeln. Safe FBDC legt somit einen Grundstein für eine zukünftige Dateninfrastruktur, die den sicheren organisationsübergreifenden Austausch und die Nutzung von Finanzdaten durch Wissenschaft, Aufsicht und Industrie unter Wahrung der individuellen Datensouveränität gewährleisten soll“, erklärt Dr. Axel T. Schulte, Leiter der Abteilung Einkauf und Finanzen im Supply Chain Management am Fraunhofer IML.

Im Rahmen des Projekts werden die Dortmunder Wissenschaftler nach eigenen Aussagen unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST für das Teilprojekt „Stable Supply Chain Finance“ verantwortlich sein und mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft Daten aus den realen, physischen und den korrespondierenden finanziellen Lieferketten für das FBDC verfügbar machen. Ein konkreter Anwendungsfall „Pay-per-Use Supply Chain Finance“ ziele darauf ab, Finanzierungsmodelle für den Betrieb immer stärker an Bedeutung gewinnender Pay-per-Use-Geschäftsmodelle zu entwickeln.

„Wir freuen uns darauf, in unserer Arbeitsgruppe Stable Supply Chain Finance den Finanzdatenpool um Technologien und Daten aus physischen Lieferketten und Supply Chain Management-Anwendungen zu ergänzen und in sicheren, die Datensouveränität wahrenden Strukturen verfügbar zu machen. Wir schaffen damit die Basis, um mit KI-gestützten Finanzinnovationen Financial Supply Chains resilienter zu machen und neue datengetriebene Anwendungen im Financial Supply Chain Management anzustoßen“, betont Prof. Michael Henke, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Das Projekt SafeFBDC wurde vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen initiiert und ist Teil des BMWi-Innovationswettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“. Zudem ist es ein zentraler Anwendungsfall für den Finanzsektor im Rahmen der europäischen GAIA-X-Initiative. Zu den Partnern des Projektkonsortiums gehören neben dem Fraunhofer IML unter anderem das Frankfurter TechQuartier, die Deloitte Consulting GmbH sowie die Deutsche Börse AG.

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