KEP: UPS investiert in Elektro-Start-up Arrival

Durch die Investiton weitet der Paketdienstleister seine Elektrostrategie weiter aus.

Arrival liefert 10.000 Fahrzeuge an UPS. (Foto: UPS)
Arrival liefert 10.000 Fahrzeuge an UPS. (Foto: UPS)
Melanie Endres
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der US-Paketdienstleister UPS baut seine Elektrostrategie weiter aus und hat über seine Venture-Capital Tochtergesellschaft UPS Ventures eine Minderheitsbeteiligung an dem britischen Start-up-Unternehmen Arrival erworben. Wie UPS mitteilte, ist Arrival auf Elektro-Fahrzeug-Plattformen für bestimmte Einsatzgebiete spezialisiert, die laut UPS rentabler sein sollen als herkömmliche Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und bereits erhältliche E-Fahrzeuge. Darüber hinaus kauft UPS 10.000 E-Fahrzeuge, die speziell für das Unternehmen gebaut werden – mit einer vorrangigen Kauf-Option für zusätzliche E-Fahrzeuge.

Automatisiertes Fahren auf Betriebsgelände vorgesehen

Man werde mit Arrival zusammenarbeiten, um ein breites Sortiment von E-Fahrzeugen mit erweiterten Fahrerassistenzsystemen (FAS) zu entwickeln, ließ der Paketdienstleister wissen. Diese sollen die Sicherheit und Bedienungseffizienz der Wagen erhöhen und verfügten außerdem über die Möglichkeit einer automatisierten Bewegung in den Niederlassungen. Man wolle noch in diesem Jahr mit den Tests der FAS-Funktionen beginnen. Zukünftige Fahrzeugkäufe seien von erfolgreichen Tests der ersten Fahrzeuge abhängig. Den Kaufpreis der Fahrzeuge will man nicht bekannt geben.

Gegen Straßenüberlastung und Umweltverschmutzung

Die Megatrends wie das Bevölkerungswachstum, Zuzug in die Städte und der anwachsende Online-Handel würden sich immer weiter beschleunigen, meinte Juan Perez, UPS Chief Information and Engineering Office. Mit Partnern wolle man die Probleme der Straßenüberlastung als auch der Umweltverschmutzung lösen.

„E-Fahrzeuge bilden einen Eckpfeiler unserer nachhaltigen städtischen Zustellstrategie. Die Übernahme einer aktiven Investitionsrolle bei Arrival ermöglicht UPS die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion der weltweit fortschrittlichsten elektrischen Zustellfahrzeuge“, glaubt Perez.

Von Grund auf

Der 2015 gegründete Anbieter Arrival verfolge den Ansatz, seine Elektrofahrzeuge von Grund auf zu entwickeln und zu produzieren und ermöglicht so einen effizienten Weg zur Massenanwendung. Das Unternehmen stellt seine wichtigsten Kernkomponenten für Fahrzeuge selbst her – Fahrgestell, Antriebsstrang, Karosserie und elektronische Steuerungen. Entscheidend sei, dass man ein modulares Design mit standardisierten Teilen verwende. Damit will man Wartungs- und sonstige Betriebskosten reduzieren, erklärte der Anbieter weiter.

Zusammenarbeit seit 2016

Die Partner arbeiten seit 2016 gemeinsam an der Entwicklung von Konzepten für verschiedene Fahrzeuggrößen. Die Unternehmen kündigten bereits an, eine Pilotflotte von 35 elektrischen Zustellfahrzeugen zu entwickeln, die in London und Paris getestet werden soll. Darüber hinaus warb der Paketdienstleister für einen neuen Ansatz für das Laden und Speichern von Strom an, der in der zentralen Niederlassung von UPS in London angewendet wird. Arrival werde die Fahrzeuge in Mikro-Fabriken bauen und dafür leichte und haltbare Materialien verwenden, die vom Unternehmen selber designt und produziert werden.

„UPS ist ein starker strategischer Partner von Arrival, der wertvolle Einblicke in die Nutzung elektrischer Zustellfahrzeuge auf der Straße gibt und, was vor allem wichtig ist, wie sie für die Fahrer bestens optimiert werden können“, sagte Denis Sverdlov, Geschäftsführer von Arrival. „Gemeinsam haben unsere Teams hart daran gearbeitet, auf der Grundlage unserer flexiblen Skateboard-Plattformen Elektrofahrzeuge zu entwickeln, die die Anforderungen von UPS vom Fahren über das Be- und Entladen bis hin zum Backoffice erfüllen. Wir freuen uns, dass die heutige Investition und Fahrzeugbestellung eine noch engere Verbindung zwischen unseren beiden Unternehmen schafft“.

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