KEP: Paketzentren der Deutschen Post feiern 30-jähriges Jubiläum

(dpa) In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich die Paketmenge mehr als verdoppelt.

Vor 30 Jahren nahm die Deutsche Post das erste Paketzentrum in Betrieb. Die Anlagen waren die Nachfolger der Paketämter und sollten die Durchlaufzeiten wesentlich verkürzen. (Foto: Christophe Gateau/dpa)
Vor 30 Jahren nahm die Deutsche Post das erste Paketzentrum in Betrieb. Die Anlagen waren die Nachfolger der Paketämter und sollten die Durchlaufzeiten wesentlich verkürzen. (Foto: Christophe Gateau/dpa)
Sandra Lehmann

Drei Jahrzehnte nach der Eröffnung ihres ersten Paketzentrums hat die Deutsche Post ihre Sendungsmenge mehr als verdoppelt. Seien es 1994 noch 2,5 Millionen Pakete pro Werktag gewesen, so liege diese Zahl inzwischen bei 6,3 Millionen, teilte der Post-Konzern DHL, der an der Börse als Deutsche Post AG firmiert, am 24. Mai in Bonn mit.

Am 26. Mai 1994 hatte das Unternehmen sein erstes Paketzentrum in Hagen (NRW) in Betrieb genommen und bis Mitte 1995 bundesweit 32 weitere Standorte folgen lassen – etwa Regensburg (Bayern), Lahr (Baden-Württemberg), Neuwied (Rheinland-Pfalz), Dorsten (NRW), Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) und Rüdersdorf bei Berlin.

Zwei Stopps statt sieben

Die Abläufe wurden vereinfacht und beschleunigt: Hatte man vorher ein Paket abgegeben, so wurde es an bis zu sieben Post-Standorten umgeschlagen – erst dann kam es beim Empfänger an. Die relativ kleinen Paketämter lagen unweit von Bahnhöfen. Durch das neue Frachtnetz wurde ein Paket nur noch zweimal umgeschlagen, die Transportfahrzeuge waren besser ausgelastet und die Anzahl der Fahrten verminderte sich.

Vor den Toren der Stadt

Inzwischen hat DHL bundesweit 38 Paketzentren, die meistens vor den Toren von größeren Städten liegen und gut angeschlossen sind an Autobahnen oder Bundesstraßen. Sie sind verkehrstechnisch deutlich besser angebunden als die damaligen Paketämter, deren Nachfolger sie wurden. Der Frachtbereich, wie sich die Paketsparte damals nannte, war vor drei Jahrzehnten nach Angaben der Post „ein Sanierungsfall“, den der gelbe Riese mit einer Großinvestition von vier Milliarden D-Mark (gut zwei Milliarden Euro) auf Vordermann brachte.

Die Nachfrage nach Paketen war damals ganz anders als heute: Katalog-Bestellungen waren weitverbreitet und das Teleshopping im Aufwind - also Produktwerbung im Fernsehen, bei der die Bundesbürger per Telefon bestellen konnten. Der Marktanteil der Deutschen Post, die Anfang 1994 aus der Bundespost entstanden war, am heimischen Paketmarkt lag 1994 Firmenangaben zufolge nur bei 26 Prozent, heute sind es mehr als 40 Prozent. Nach der Jahrtausendwende setzte allmählich der Boom des Online-Handels ein, der Pakete zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags vieler Bundesbürger im Internetzeitalter machte – die Nachfrage zog an und die Post gewann am Paketmarkt Schritt für Schritt an Boden.

Im Ranking weit nach oben geklettert

Ein Blick in alte Zeitschriften ergibt ein für die Bonner wenig schmeichelhaftes Bild: So rangierte die Post in einem Paket-Ranking der Wirtschaftszeitschrift Impulse 1994 unter ferner liefen, vor ihr war unter anderem ein Konkurrent namens DHL: Das US-Unternehmen war damals noch Wettbewerber der Bonner, 2002 wurde es dann von der Deutschen Post übernommen. Seit 2023 heißt der global aktive Logistiker DHL, nur noch an der Börse und im nationalen Briefgeschäft firmieren die Bonner als Deutsche Post.