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KEP: Gibt´s bald Drohnen auf der Alm?

DHL will Drohnentests in Reit im Winkl durchführen und stößt auf Widerstand.
Fliegt der DHL-Paketkopter bald in Reit im Winkl? Nicht jeder ist von dieser Idee begeistert. (Foto: DHL)
Fliegt der DHL-Paketkopter bald in Reit im Winkl? Nicht jeder ist von dieser Idee begeistert. (Foto: DHL)
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Nadine Bradl

„Auf der Alm, da gibt's koa Sünd“, lautet der Titel eines alten Schlagers. Geht es nach dem KEP-Dienstleister Deutsche Post DHL könnte er bald so erweitert werden: „…, dafür aber Drohnen.“ Denn die fliegende Lieferung soll bei DHL in die dritte Versuchsrunde gehen. Nach Tests zwischen Bonn und Köln über den Rhein sowie zur Nordseeinsel Juist soll das neue Projekt nun im Süden der Bundesrepublik gestartet werden. Die DHL-Wahl fiel dabei auf die knapp 2.400 Einwohner umfassende oberbayerische Gemeinde Reit im Winkl. Doch im Kurort regt sich schon vor Projektstart Widerstand.

Brief an den Bürgermeister

Wie unter anderem die Regionalzeitung „Traunsteiner Tagblatt“ berichtet, haben Anwohner bereits einen Brief an den Bürgermeister verfasst. Hierin werde kritisiert, dass für das Drohnen-Projekt auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche eine Packstation entstehen soll. „Das Vorhaben steht im totalen Gegensatz zu früheren Aussagen, nach denen die genutzten Flächen ausschließlich touristischen Belangen zur Verfügung stehen sollten“, zitiert die Tageszeitung. Zudem sei das Grundstück zu wertvoll für ein nicht-touristisches Projekt, da es sich gegenüber der Tourist-Information im direkten Zugangsbereich zu Winterwanderweg und Loipen befinde.

DHL: Kein Widerstand bekannt

DHL bestätigt auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE das Schreiben einiger lokaler Tourismusvertreter an den Bürgermeister, von einem „Widerstand aus der Bevölkerung“ sei allerdings nichts bekannt. Zudem betont der KEP-Dienstleister: „Alle Aktivitäten, die die Deutsche Post DHL Group im Rahmen des Forschungsprojektes durchführt, bewegen sich stets innerhalb der behördlich genehmigten Bedingungen und in enger Abstimmung mit den beteiligten Gemeinden, um zu gewährleisten, dass der Alltag für Anwohner oder Gäste nicht gestört oder beeinträchtigt wird.“ So seien alle zuständigen Behörden sowie die Gemeinde Reit im Winkl frühzeitig in die Planungen einbezogen worden und man befinde sich in „einem engen, sehr positiven Austausch“.

Interessantes Testgebiet

Wie genau die Tests in Reit im Winkl aussehen sollen, will DHL noch nicht herausgeben. Nur so viel: Die Daten des Juist-Projekts seien zwischenzeitlich ausgewertet worden und auf ihrer Basis würden die Arbeit an dem Forschungsprojekt sowie die Entwicklung des Paketkopters fortgesetzt. „Im Mittelpunkt des Projekts stehen nach wie vor eilige Lieferungen an geografisch schwer zugängliche Orte“, teilt ein DHL-Pressesprecher gegenüber LOGISTIK HEUTE mit. Unter diesem Aspekt sei eine Bergregion wie Reit im Winkl „grundsätzlich ein interessantes Einsatz- und Testgebiet“. Dort habe die DHL mit dem Aufbau einer Packstation begonnen und bereite „die mögliche Durchführung eines Paketkopter-Projekts in der Region“ vor.

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