Katastrophenlogistik: THW schließt Einsatz in Rheinland-Pfalz und im Saarland ab

Seit Beginn des Einsatzes am 17. Mai hatten insgesamt mehr als 2.600 THW-Kräfte aus rund 120 Ortsverbänden die Menschen in den von Überflutungen betroffenen Gebieten im Saarland und in Rheinland-Pfalz auf vielfältige Weise unterstützt.

THW-Helfer beim Einsatz in Mettlach an der Saarschleife. Diese Aktivitäten in den Hochwassergebieten im Saarland und in Rheinland-Pfalz sind laut THW nun beendet. (Bild: THW, Alexander Steinruck)
THW-Helfer beim Einsatz in Mettlach an der Saarschleife. Diese Aktivitäten in den Hochwassergebieten im Saarland und in Rheinland-Pfalz sind laut THW nun beendet. (Bild: THW, Alexander Steinruck)
Gunnar Knüpffer

Mehr als 2.600 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) waren insgesamt während des Hochwassers in Rheinland-Pfalz und im Saarland im Einsatz. Vom 17. bis 23. Mai unterstützten THW-Kräfte aus allen Landesverbänden in den überfluteten Gebieten mit spezialisierter Technik, teilte das THW am 24. Mai in einer Pressenotiz mit. Sie pumpten Wasser, verpflegten Einsatzkräfte, beseitigten Schäden, betankten Fahrzeuge, überwachten Wasserpegel und berieten Einsatzleitungen. „Unsere Helferinnen und Helfer leisten herausragende Arbeit, um die Auswirkungen des Hochwassers zu bewältigen. Ich bin stolz auf die geleistete Arbeit und darauf, wie wir gemeinsam diese Herausforderung gemeistert haben“, sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner.

Seit Beginn des Einsatzes am 17. Mai hatten die mehr als 2.600 THW-Kräfte aus rund 120 Ortsverbänden die Menschen in den betroffenen Gebieten im Saarland und Rheinland-Pfalz auf vielfältige Weise unterstützt. Tief „Katinka“ hatte mehrere Regionen unter Wasser gesetzt. Durch die starken Regenfälle traten vielerorts die Flüsse über die Ufer, die viele Städte und Gemeinden großflächig überfluteten. Teils waren auch dicht besiedelte Gebiete betroffen. Die THW-Helferinnen und -Helfer retteten Menschen, pumpten Wasser aus Kellern, Tiefgaragen und Regenrückhaltebecken. Auch verpflegten sie Einsatzkräfte, betankten Einsatzfahrzeuge sowie Geräte und berieten örtliche Einsatzleitungen.

Insgesamt hatten die THW-Kräfte während des siebentägigen Einsatzes rund 2,2 Milliarden Liter Wasser abgepumpt. Das entspricht einem Volumen von mehr als 860 olympischen Schwimmbecken. Dazu setzten die THW-Einsatzkräfte 39 Hochleistungspumpen ein, die zusammen eine Förderleistung von rund 500.000 Litern pro Minute erreichen. Dabei überbrückten sie mit ihren Schläuchen Strecken von bis zu 1,25 Kilometern Länge, um das schlammige Hochwasser abzuleiten. Insgesamt waren im Saarland und in Rheinland-Pfalz zehn THW-Fachzüge Wasserschaden/Pumpen im Einsatz. Diese bestanden jeweils aus rund 40 THW-Einsatzkräfte mit je drei unterschiedlich leistungsfähigen Schmutzwasserpumpen, einem Notstromerzeuger, einer Führungsstelle und einem Erkundungsfahrzeug.

Elf mobile Hochwasserpegel, die das THW selbst entwickelt hatte, überwachten die Wasserstände in den betroffenen Gebieten kontinuierlich. Mit dieser Technik waren die Einsatzkräfte über die aktuelle Hochwasser-Lage informiert und konnten entsprechend reagieren. Damit die THW-Helfer vor Ort schnell ihre Einsatzkleidung austauschen konnten, sendete das THW-Logistikzentrum Hilden einen Bekleidungscontainer ins Einsatzgebiet.

Mit einem Einsatzstellen-Sicherungssystem überwachten THW-Experten abgerutschte Hänge. Denn mit Hilfe dieses Systems können Einsatzkräfte frühzeitig auf kleinste Bewegungen aufmerksam gemacht und gewarnt werden. Außerdem betrieb das THW mehrere Bereitstellungsräume, in denen Einsatzkräfte verpflegt und untergebracht wurden. Das „Virtual Operations Support Team“ (VOST) der Organisation beobachtete die Lage im Internet sowie den Sozialen Medien und stellte diese aufbereiteten Informationen lokalen Einsatzleitungen über ein Dashboard für die Einsatzplanung zur Verfügung. Diese Lageunterstützung wird laut THW immer wichtiger, da die Datenflut zunehmend unübersichtlicher wird.

THW-Helfer aus allen THW-Landesverbänden waren bei diesem Hochwasser im Einsatz, um die Wassermassen in den Hochwassergebieten zu bekämpfen. Der bundesweit gleiche sowie modulare Aufbau des THW ermöglicht dabei laut der Organisation die problemlose überregionale Zusammenarbeit der Experten. Je nach Anforderung können ihre Fähigkeiten und ihre Ausstattung zum Beispiel zu spezialisierten Fachzügen zusammengesetzt werden. Zu Hochzeiten waren dabei rund 1.600 ehrenamtliche Helfer gleichzeitig im Einsatz. „Die enge Zusammenarbeit und die Unterstützung durch die Einsatzkräfte aller Bevölkerungsschutzorganisationen waren vorbildlich. Ich danke unseren THW-Helferinnen und -Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz“, zieht THW-Präsidentin Sabine Lackner Bilanz. Ein besonderer Dank gelte auch den Familien und Arbeitgebern der Ehrenamtlichen, die ihnen ermöglichten, tagelang in den Einsatz zu gehen.