Karriere: Was Fachleute in Logistik und Einkauf 2022 verdienen

Laut dem aktuellen Gehaltsreport 2022 von StepStone für Deutschland belegt das Gehaltsniveau von Fachleuten in Einkauf und Logistik einen Platz im Ranking der zehn bestbezahlten Berufsgruppen.

Fachleute in der Logistik und im Einkauf werden im Durchschnitt höher entlohnt als Mitarbeiter im Gesundheitswesen. (Bild: AdobeStock, fotogestoeber)
Fachleute in der Logistik und im Einkauf werden im Durchschnitt höher entlohnt als Mitarbeiter im Gesundheitswesen. (Bild: AdobeStock, fotogestoeber)
Gunnar Knüpffer

Der Bereich Logistik und Einkauf befindet sich im Gehaltsreport 2022 des E-Recruiting-Unternehmens StepStone für Deutschland jetzt unter den ersten zehn Berufsgruppen in Bezug auf die Entlohnungshöhe: Der Bereich rangiert auf dem 9. Rang im Ranking.

Beim diesjährigen Gehaltsreport haben StepStone und sein Tochterunternehmen Gehalt.de ihr Wissen sowie ihre Gehaltsdatenbanken vereint und mehr als 60.000 Gehaltsdaten aus den vergangenen zwölf Monaten analysiert. Auf diese Weise erhält der Report viele Angaben zu Ort und Region, Berufsfeld, Branche und Berufserfahrung. Aufgrund der veränderten Datenbasis unterscheiden sich die Gehälter jedoch stark vom Report von 2021 und sind nicht vergleichbar. Zudem ist in diesem Jahr ein Großteil der Gehaltszahlen als Mediangehalt ausgewiesen.

Die Mitarbeiter im Bereich Logistik und Einkauf verdienen ein Durchschnittsgehalt von 43.572 Euro brutto. Dies umfasst auch Boni, Prämien und Provisionen. Damit befindet sich das Gehaltsniveau unter dem Durchschnittswert für alle Gehälter in Deutschland, der aktuell 51.009 Euro beträgt.

Im Bereich Einkauf und Logistik gibt es große Gehaltsunterschiede

Über dem Gehaltsniveau der Mitarbeiter in Logistik und Einkauf lagen die Bezüge von Ärzten (92.597 Euro), Ingenieuren (64.318 Euro), IT-Fachleuten (61.665 Euro), Consulting-Spezialisten (60.667 Euro), Fachleuten in Marketing & PR (52.555 Euro), Finanz-Angestellten (52.007 Euro), Vertriebsmitarbeitern (50.518 Euro) sowie von Handwerkern und Fachleuten in technischen Berufen (49.785 Euro). Logistik- und Einkaufsverantwortliche verdienten im Durchschnitt jedoch mehr als Beschäftigte im Gesundheitswesen, deren Einkünfte mit 43.524 Euro jährlich angegeben werden.

Dabei gibt es über den Bereich Logistik und Einkauf hinweg große Unterschiede bei den Einkommen, abhängig von der Position und ihrer Bedeutung für das Unternehmen. So stehen an der Spitze Einkaufsleiter mit einem Durchschnittsgehalt von 89.474 Euro, gefolgt von Einkäufern mit 49.472 Euro, Lagerleitern mit 43.495 Euro, Disponenten mit 41.777 Euro und Speditionskaufleuten mit 40.427 Euro. An sechster Stelle befinden sich beim Gehalt in diesem Bereich generelle Kaufleute mit 40.367 Euro. Dann folgen Groß- und Außenhandelskaufleute mit 35.679 Euro, Lagermitarbeiter mit 34.593 Euro und Fachkräfte in der Lagerlogistik mit 33.421 Euro.

Arbeitnehmer konnten dem Gehaltsreport zufolge über alle Branchen hinweg immer dann ihre Gehälter steigern, wenn sie Führungsverantwortung übernahmen. Damit waren Entlohnungen möglich, die doppelt so hoch sind wie Gehälter von Mitarbeitern ohne Führungsposition. Auch verdienten Akademiker bis zu 48 Prozent mehr als ihre Kollegen ohne Studienabschluss. Und mit zunehmender Berufserfahrung wachsen die Gehaltsaussichten: Während Berufseinsteiger über alle Berufsgruppen hinweg im Median 33.800 Euro verdienen, steigt das Gehalt der Studie zufolge nach mehr als elf Jahren im Job auf 52.000 Euro.

Jobboom könnte zu steigenden Gehältern führen

Ferner ist das Gehalt über alle Branchen hinweg abhängig von der Größe der Unternehmen. Während kleine Arbeitgeber mit bis zu 50 Beschäftigten ein Bruttomediangehalt von 37.400 Euro zahlen, verdienen Mitarbeiter bei großen Unternehmen, die mehr als 5.000 Beschäftigte haben, mit 59.300 Euro fast 60 Prozent mehr.

Zudem hat der Standort Einfluss auf die Gehaltshöhe: So liegt im Bereich Einkauf und Logistik in Hamburg das Durchschnittsmediangehalt mit 41.292 Euro deutschlandweit am höchsten. Auf Platz 2 befindet sich Baden-Württemberg mit 40.926 Euro, gefolgt von Hessen (39.520 Euro).

StepStone geht in seinem Gehaltsreport 2022 davon aus, dass der aktuelle Jobboom zu stark steigenden Gehältern über alle Branchen hinweg führen könnte. So werde in diesem Jahr nicht nur der Mindestlohn voraussichtlich um insgesamt knapp 9 Prozent angehoben, auch der zunehmende Fachkräftemangel werde die Gehälter weiter in die Höhe treiben. In den zehn Jahren vor Corona (2010 bis 2019) waren die Gehälter in Deutschland nur um durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr gestiegen.

„Der Faktor Gehalt wird in Zukunft noch stärker zum strategischen Hebel im Kampf um die besten Mitarbeiter“, sagte StepStone-Gehaltsexperte Korbinian Nagel. „Wir gehen davon aus, dass die Gehälter in diesem Jahr um drei bis 4,7 Prozent steigen werden.“

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