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Jubiläum: 200 Jahre Dematic

Der Hersteller von Fördertechnik feiert 2019 Firmenjubiläum.

Seit 200 Jahren beschäftigt sich Dematic mit dem innerbetrieblichen Materialfluss. Ein Blick in die Geschichte: Der Stöhrsche Kreistransporteur beförderte 30 bis 50 Kilogramm schwere Bananenstauden an der Decke. (Foto: Dematic)
Seit 200 Jahren beschäftigt sich Dematic mit dem innerbetrieblichen Materialfluss. Ein Blick in die Geschichte: Der Stöhrsche Kreistransporteur beförderte 30 bis 50 Kilogramm schwere Bananenstauden an der Decke. (Foto: Dematic)
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Redaktion (allg.)

Anfang des 20. Jahrhunderts bot sich in den Produktionshallen noch ein ganz anders Bild als heute: Zahlreiche Mitarbeiter transportierten die teils schweren Güter von Arbeitsstation zu Arbeitsstation. Stufenweise reiften entlastende Systeme bis zu den heutigen hochtechnisierten Lösungen. Dematic und ihre Vorläuferunternehmen, die seit 200 Jahren neue Lösungen für den innerbetrieblichen Materialfluss auf den Markt bringen, haben diese Entwicklung miterlebt.

Entlastung der Mitarbeiter

Die im März 1900 gegründete Stöhr Elevatorenfabrik entwickelte nach Angaben von Dematic die ersten fördertechnischen Systeme und sollte damit die Mitarbeiter von schwerer körperlichen Arbeit entlasten. Die Hauptbestandteile des Kreistransporteurs waren laut Mitteilung eine Förderkette, ein Lastenträger, eine Förderbahn und der elektrische Antrieb.

An die Decke

Der Kreistransporteur konnte nicht nur an Wänden, sondern auch an der Decke befestigt werden, heißt es in der Pressemitteilung. Durch dieses Konstruktionsprinzip war laut Dematic eine völlig neue und effektivere Raumnutzung in den Fabriken möglich. Auch Höhenunterschiede soll er elegant überwunden und getrenntliegende Räume verbunden haben. Güter beliebiger Art und mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm wurden transportiert, so die Mitteilung.

Transport von Bananenstauden

Zum Kundenstamm zählten dem Hersteller zufolge bald Unternehmen wie die Gussstahlfabrik Krupp und die Waschmittelfabrik Henkel. Aber auch in der Braubranche, in Zeitungsdruckereien sowie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie beförderte der Kreistransporteur Dematic zufolge verschiedene Waren. Einen für diese Zeit besonderen Anblick bot er beim Transport von Bananenstauden, die durch den hängenden Transport schneller und damit frischer den Konsumenten erreichten.

Vollautomatisches Lager für Neckermann

Nachdem das gesamte Werk von Stöhr im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend wiederaufgebaut werden musste, entwickelte die Firma 1962 für Neckermann ein vollautomatisches Lager. Teil der Lösung waren auch zwei Kreisförderer, die die Kleidungsstücke an der Decke hängend beförderten. Sie umfassten 280 Lastenträger mit je 25 Sammelschalen.

Mehr Durchsatz

Durch die neue Lösung konnten Dematic zufolge aus den 27.000 Artikeln täglich bis zu 150.000 Kundenaufträge zusammengestellt werden. Weitere Elemente der Automatisierungslösung waren zwei Schleppkreisförderer mit Zielsteuerung, die an den Lagerregalen entlangliefen. Die Aufträge, die die Kunden per Lochkarte aufgegeben hatten, wurden zunächst in eine Großrechenanlage eingelesen. Sie gab anschließend aus, von wo die Ware genommen und wo sie hingelegt werden musste. Mitarbeiter an den Förderbändern pickten dann die Aufträge. Die Verpackung erfolgte abschließend automatisch, so der Hersteller.

Die Digitalisierung

Den ersten digitalen Schritt unternahm 1975 das Vorläuferunternehmen Mannesmann Demag, das mit der Elektrohängebahn „DSB“ ein automatisiertes Hängefördermittel auf den Markt brachte. Je nach Kundenanforderung förderte, verteilte, pufferte und lagerte es oder führte Güter zusammen. Befördert werden konnten der Mitteilung zufolge Traglasten von bis zu 2.400 Kilogramm. Die Steuerung erfolgte mittels speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS), die es in den 1970er Jahren erstmals ermöglichten, Anlagen und Maschinen digital zu bedienen. Installiert war die Elektrohängeförderbahn beispielsweise in der Universitätsklinik Düsseldorf.

Dematic startet

2005 wurde dann die Dematic GmbH und Co. KG gegründet. Mit unterschiedlichen Lösungen ist das Unternehmen bis heute bei der Entwicklung der Hängefördertechnik beteiligt. Eine Lösung ist beispielsweise das automatische Hängewarenlager „Garments on Hangers (GOH)“, das noch heute bei vielen Unternehmen im Einsatz ist. Die Anlage ermöglicht es, Hängeware automatisch zu lagern, zu transportieren und zu picken.

Eine neue Generation

Mit dem Taschensortiersystem brachte das Unternehmen dann eigenen Angaben zufolge die nächste Generation der Hängefördertechnik auf den Markt. Die Anlage ist für den Einsatz im Fulfillment und in der Retourenbearbeitung für Unternehmen aus dem E-Commerce gedacht, so Dematic. In dem automatisierten Hängesystem auf Rolladaptern sollen sich sowohl Hänge- und Liegeware als auch flach verpackte Gegenstände und Kartons sortieren und zwischenpuffern lassen.

Be- und Entladung

Außerdem soll neben der automatischen Taschenbeladung auch die automatische Taschenentladung ermöglicht werden. Über einen speziellen Öffnungs- und Schließmechanismus können die Taschen an jeder beliebigen Stelle des Systems geöffnet werden, heißt es in der Mitteilung. Gegenüber einer manuellen Lösung sollen sich so die Taschenentladungen pro Stunde um das Sechsfache steigern lassen.

ts/me

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