Jahresbilanz: Herma konnte Umsatz 2021 steigern

Der Anbieter von Labelingequipment hat im vergangenen Jahr einen Bruttoerlös von 428,4 Millionen Euro erzielt.

Die beiden Herma-Geschäftsführer Sven Schneller (li.) und Dr. Guido Spachtholz. (Foto: Herma)
Die beiden Herma-Geschäftsführer Sven Schneller (li.) und Dr. Guido Spachtholz. (Foto: Herma)
Sandra Lehmann

Die Herma Gruppe, Filderstadt, konnte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2021 von 380,8 Millionen Euro auf 428,4 Millionen Euro steigern – das entspricht einem Plus von 12,5 Prozent, wie das Unternehmen in einer Pressemeldung vom 6. April berichtet. Ein Ergebnis, dem der Anbieter nicht nur positive Seiten abgewinnen kann.

„Das Umsatzplus von 12,5 Prozent resultiert zum Großteil aus einem mengenmäßig gestiegenen Absatz, aber ist auch teilweise die Folge deutlich gestiegener Rohstoffkosten, etwa bei Papier, und deshalb unvermeidbarer Verkaufspreiserhöhungen in den Bereichen Haftmaterial und Etiketten“, so Dr. Guido Spachtholz, Geschäftsführer von Herma.

Insgesamt sei das vergangene Jahr von dramatischen Preiserhöhungen bei Rohstoffen, angespannten Lieferketten und Materialengpässen bei gleichzeitig wachsender Nachfrage sowie schwierigen Produktionsbedingungen während der Coronapandemie geprägt gewesen.

„Die Fokussierung auf unsere Kernkompetenzen Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen, die anhaltende Konzentration auf nachhaltiges Wachstum, die ausgeprägte Einsatzbereitschaft und Flexibilität unserer Mitarbeiter sowie nicht zuletzt die Investitionen der letzten Jahre in neue Fertigungen haben uns geholfen, in dieser turbulenten Zeit erfolgreich auf Kurs zu bleiben“, erläutert Sven Schneller, Geschäftsführer des Labelinganbieters.

Die schwierige Beschaffungslage habe sich zum Teil belastend auf die Entwicklung des gleichwohl gestiegenen Ergebnisses ausgewirkt. Gleichzeitig konnte Herma nach eigenen Angaben trotz der angespannten Materialsituation lieferfähig bleiben. Die Zahl der Mitarbeiter stieg dem Unternehmen zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht an, sie lag am Jahresende bei 1.124 (2020: 1.106). Die Exportquote blieb mit 62,5 Prozent nahezu stabil gegenüber den 62,8 Prozent im Vorjahr.

Neue Kapazitäten fördern Wachstum

Vor allem dank neuer Fertigungskapazitäten, die unter anderem einen stärkeren Fokus auf Folienprodukte ermöglichten, konnte der Geschäftsbereich Haftmaterial den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen und das externe Mengenvolumen deutlich erhöhen, heißt es vonseiten Herma. Ein Umsatz von 283,1 Millionen Euro in diesem Sektor bedeutete ein Plus von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (241,1 Millionen Euro). Der Geschäftsbereich Etiketten, zu dem sowohl klassische Büroetiketten und Schulbedarf als auch Industrieetiketten zählen, legte dem Unternehmen zufolge in Summe um 2,5 Prozent zu, von 82,6 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 84,6 Millionen Euro. In den einzelnen Teilbereichen zeichneten sich allerdings unterschiedliche Tendenzen ab.

Einsatz digitaler Angebote im Fokus

Der Geschäftsbereich Etikettiermaschinen wuchs um 6,8 Prozent, von 53,3 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 56,9 Millionen Euro. Weitere Wachstumstreiber in diesem Bereich waren nach Angaben von Herma die gute Entwicklung in Deutschland sowie in der Tochtergesellschaft Herma US und das Servicegeschäft, wo das Unternehmen den Einsatz digitaler Angebote forciert.

Aufgrund von weiteren Nachholeffekten mit dem Abklingen der Corona-Pandemie geht das schwäbische Unternehmen davon aus, dass die Nachfrage zunächst stabil bleibt. Aber die Rahmenbedingungen für 2022 würden nicht einfacher:

„Die Folgen des Kriegs gegen die Ukraine können wir für Herma im Moment noch nicht in Gänze einschätzen. Unter anderem aufgrund eines inzwischen mehrmonatigen Streiks in zentralen Papierfabriken Finnlands bleibt die Versorgungssituation mit Papier weiterhin anspruchsvoll; wir hoffen, dass sich die Situation im Mai, spätestens im Juni in Summe wieder normalisiert. Auch die Energiepreise dürften noch einmal deutlich zulegen und dann auf hohem Niveau verharren“, prognostiziert Spachtholz.

Für das laufende Geschäftsjahr planen Schneller und er deshalb mit einem inflationsgetriebenen Umsatzplus im hohen einstelligen Bereich.

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