JadeWeserPort: Scharfe Kritik von Nordfrost

Unternehmen behauptet, dass Logistikflächen nichts wert seien.
Thilo Jörgl

Die Nordfrost GmbH & Co. KG äußert scharfe Kritik am Containerhafen JadeWeserPort. Der Beschluss, den Erbpachtzins bei Neuansiedlungen für ein Jahr auszusetzen, gehe am eigentlichen Problem des Hafens vorbei, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Vor dem Hintergrund der niedrigen Umschlagmengen „sind die Logistikflächen am Containerterminal nichts wert“, betont Nordfrost. Der Hafen habe eine Kapazität von 2,7 Mio. TEU. Nur 700.000 TEU hätten die Betreiber für das erste Jahr garantiert.

Die für das erste Betriebsjahr bekannt gegebenen 63.414 TEU machten laut Nordfrost weniger als zehn Prozent der garantierten Menge aus. „Hinzu kommt, dass es sich dabei zu über 90 Prozent um Leercontainer handelt.“ Somit sei noch nicht einmal ein Prozent der von den Betreibern garantierten Menge als Ladungsträger umgeschlagen worden. „Nur Ladungscontainer bieten Beschäftigungspotenzial für am Hafen angesiedelte Betriebe“, schreibt das Unternehmen um Firmenchef Horst Bartels. Nordfrost ist zudem der Meinung, dass angesichts dieser Lage ein Erbpachtzins erst erhoben werden kann, „wenn der JadeWeserPort den Namen Hafen verdient“. Nach Ansicht des Logistikunternehmens sollte auch die Ablösung der derzeitigen Betreiber und die Neuvergabe, etwa an chinesische Investoren, nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Hintergrund: Wie LOGISTIK HEUTE berichtete, ist Nordfrost der einzige private Großinvestor im JadeWeserPort. Das Unternehmen schlägt dort mit rund 80 Mitarbeitern Obst und Gemüse um. Das Gros der Ware wird per Lkw aus Bremerhaven und Hamburg zum neuen Hafen transportiert.

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