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IT: Bei Big Data steht der Einkauf noch am Anfang

BME und Oliver Wyman stellen Umfrageergebnisse vor.
Wer im Einkauf in den Genuss von Erkenntnissen aus der Analyse großer Datenmengen kommen möchte, muss die passenden Rezepte anwenden. (Foto: cunaplus/Fotolia)
Wer im Einkauf in den Genuss von Erkenntnissen aus der Analyse großer Datenmengen kommen möchte, muss die passenden Rezepte anwenden. (Foto: cunaplus/Fotolia)
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Matthias Pieringer

Big Data soll sich immer mehr zum Top-Wettbewerbsfaktor für Unternehmen entwickeln, steht gemäß den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage aber im Einkauf noch am Anfang. Zwar sei mehr als jeder zweite Einkaufs- und Supply Chain Manager davon überzeugt, dass Big Data – die intelligente Analyse und Interpretation riesiger Datenmengen – bis 2025 zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für sein Unternehmen werde. Doch bisher hätten die meisten noch kein klares Ziel, wie sie den Megatrend zum eigenen Vorteil ausbauen könnten, teilten der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in Eschborn und die Strategieberatung Oliver Wyman in München Mitte Juli mit. Die Erkenntnisse stammen aus einer Befragung von 75 europäischen Einkaufschefs durch Oliver Wyman in Zusammenarbeit mit dem BME, die im Zeitraum April bis Mai 2018 stattfand. Die Studie zeigt den Angaben zufolge die wichtigsten Erfolgsfaktoren und Herausforderungen von Big Data und Advanced Analytics im Einkauf und Supply Chain Management (SCM).

Small Data versus Big Data

Bisher nutzt das Gros der Unternehmen laut BME und Oliver Wyman vor allem traditionelle Daten (Small Data), die strukturiert und klar definiert sind sowie ein überschaubares Volumen aufweisen. Dagegen sei Big Data gekennzeichnet durch große, komplexe, sehr variable und schwach strukturierte Datensätze. „Die intelligente Analyse und Interpretation von großen Datenmengen sowie die Fähigkeit, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, spielt eine entscheidende Rolle für den künftigen Geschäftserfolg“, sagte Christian Heiss, Partner und Einkaufsexperte bei Oliver Wyman.

Unternehmensgröße spielt bedeutende Rolle

Wie die Umfrage zeigt, ist für 55 Prozent der Befragten Big Data für ein erfolgreiches Weiterbestehen am Markt im Jahr 2025 nicht mehr wegzudenken. Bei der Einschätzung kommt jedoch der Unternehmensgröße eine wichtige Rolle zu. So halten 73 Prozent der Befragten aus Großkonzernen mit mehr als eine Milliarde Euro Umsatz Big Data für absolut erfolgsentscheidend. Bei Unternehmen zwischen 100 Millionen Euro und eine Milliarde Euro Umsatz sind es noch 58 Prozent, in der Umsatzklasse weniger als 100 Millionen Euro dagegen lediglich 43 Prozent. „Die Vorteile von Big Data im Einkauf liegen vor allem in Verbesserungen des Risikomanagements, der Lieferantenforschung, der vorausschauenden Beschaffung sowie der Preis- und Kostenmodellierung“, so BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch.

Big-Data-Kompetenzen ausbaufähig

Bisher erfüllen der Studie zufolge nur vier Prozent der befragten Unternehmen alle notwendigen Voraussetzungen, um Big-Data-Kompetenzen im Einkauf zu entwickeln. Lediglich 21 Prozent hätten ein klares Ziel oder eine Vision, nur elf Prozent einen konkreten Umsetzungsplan. Die Gründe dafür liegen vor allem in einer fehlenden internen Unterstützung, sagen drei von vier Führungskräften.

Als wichtigste Hebel für die Nutzung von Big Data betrachten die Einkaufs- und SC-Manager den Aufbau einer geeigneten Datenbasis und IT-Umgebung im Unternehmen. Hinzu kommen die Qualifikation der Mitarbeiter sowie eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Bereichen innerhalb der Organisation.

„Klassische“ Einkäufer verlieren anBedeutung

Insgesamt, so die Analyse, hängt die intelligente Nutzung von Big Data auch von weiteren wichtigen Veränderungen im Einkauf ab. In Zukunft werden nach Einschätzung der befragten Experten vor allem „klassische“ Einkäufer, SCM-Mitarbeiter und Ausschreibungen nach heutigen Standards an Wichtigkeit verlieren. Für jeden Zweiten wird laut Umfrage auch die persönliche Beziehung mit Zulieferern für weniger umsatzstarke Warengruppen deutlich zurückgehen. Zu erfolgskritischen Faktoren aufsteigen sollen dagegen im Jahr 2025 eine State-of-the-Art-Datenbasis und ein verbesserter Datenaustausch mit Zulieferern und Kunden.

Rückgang bei Mitarbeiterzahl erwartet

Eine Kernprognose aus der Umfrage ist auch, dass die Zahl der Mitarbeiter in Procurement und SCM künftig stark abnehmen dürfte. So erwarten die Befragten den größten Rückgang im operativen Einkauf (minus 37 Prozent), gefolgt vom strategischen Einkauf (minus 24 Prozent) und dem Supply Chain Management (minus 24 Prozent). Gleichzeitig wandele sich das Anforderungsprofil der Mitarbeiter. Stünden bisher Qualifikationen wie Verhandlungsgeschick und Geschäftssinn im Vordergrund, so brauche das Procurement von morgen „Data-driven Performance Manager” mit fortgeschrittenen Analyse- und Data Science Skills.

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