Inventur: Drohne scannt für Bestandsverwaltung

Die eigenständige Barcode-Scanlösung für Drohnen entwickelte Anyline in Zusammenarbeit mit dem Wiener Verpackungsspezialist Mondi.

Die mobile Datenerfassungssoftware von Anyline wurde in DJI Mini 3 Pro Drohnen integriert. (Bild: Anyline)
Die mobile Datenerfassungssoftware von Anyline wurde in DJI Mini 3 Pro Drohnen integriert. (Bild: Anyline)
Therese Meitinger

Anyline, ein Wiener Anbieter von KI-gestützter mobiler Datenerfassung, hat im Februar seine neue autonome Drohnen-Bestandsverwaltungssoftware vorgestellt, die Drohnen in die Lage versetzen soll, ganze Lagerhallen und Distributionszentren selbstständig zu scannen. Die eigenständige Barcode-Scanlösung für Drohnen entwickelte Anyline laut einer Pressemitteilung in Zusammenarbeit mit dem Wiener Verpackungsspezialist Mondi. Dank der Software werde die Bestandsgenauigkeit um das Sechsfache verbessert und der gesamte Prozess zehnmal nachhaltiger, heißt es vonseiten der Anbieter.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, Inventarverwaltungsprozesse über mehrere große Lagerstandorte hinweg zu verbessern, teste Mondi Eigenangaben zufolge verschiedene Technologien, darunter RFID-Handgeräte und Kamerascanner. Der Durchbruch sei erst gelungen, als das Unternehmen schließlich Anyline beauftragte, seine mobile Datenerfassungstechnologie in „DJI Mini 3 Pro“-Drohnen einzusetzen, so die Mitteilung.

„Die Inventur einer Lagerhalle durch autonome Drohnen war eine große Herausforderung ", erklärt Rainer Steffl, CIO bei Mondi. „Umso mehr haben wir uns gefreut, in Zusammenarbeit mit Anyline unsere Vision verwirklichen zu können. Nach mehreren Monaten des Testens, der Problemlösung und der Integration in unsere Backend-Systeme konnten wir in unserem ersten Lager eine erfolgreiche Inventur durchführen und damit beweisen, dass die Technologie reibungslos funktioniert. Was zunächst wie eine Science-Fiction-Fantasie klang, ist heute Realität.“

Vor dem Einsatz von Barcode-Scanning-Drohnen waren Mitarbeiter nach Firmenangaben auf Gabelstapler und manuelles Scanning angewiesen, um den Bestand in großen Hallen zu erfassen. Dieser Prozess erforderte einerseits ein Arbeiten in großer Höhe und andererseits nicht selten Überstunden außerhalb der Lagerbetriebszeiten, weil nur dann ausreichend Platz gegeben war und die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden konnten. Daher war die Inventur oftmals nur einmal im Jahr durchführbar. Heute kann laut Unternehmensangaben ein einzelner Mitarbeiter mit der Drohne den gesamten Bestand in einem Lager regelmäßig, Gang für Gang und sogar während der Betriebszeiten scannen. Das neue Verfahren sei nicht nur sicherer, sondern sehr viel genauer und erleichtert zudem die obligatorische Zählung des gesamten Lagers, so der Anbieter.

„Sowohl Anyline als auch Mondi haben eine Leidenschaft für Innovation", sagt Lukas Kinigadner, CEO und Mitgründer von Anyline. „Es erfüllt uns mit Stolz, Teil dieses Projekts zu sein, das neu definiert, was technologisch möglich ist – und das über verschiedene Branchen hinweg. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Mondi und anderen Unternehmen, um gemeinsam neue Standards zu definieren und andere dazu inspirieren, Innovation und neue Arbeitsweisen voranzutreiben.“