Intralogistik: SSI Schäfer realisiert Teilautomatisierung bei MPE Plastics

Der Automobilzulieferer möchte mit diesem Schritt seine Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Die Ein- und Auslagerungen von palettierter Ware in der Verschieberegalanlage und Übergabe an die Fördertechnik erfolgt mit Hilfe von Automated Guided Vehicles. | Bild: SSI Schäfer
Die Ein- und Auslagerungen von palettierter Ware in der Verschieberegalanlage und Übergabe an die Fördertechnik erfolgt mit Hilfe von Automated Guided Vehicles. | Bild: SSI Schäfer
Sandra Lehmann
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Der Automobilzulieferer MPE Plastics hat am Standort Turin, Italien, in eine ganzheitliche Intralogistiklösung des Anbieters SSI Schäfer investiert. Das geht aus einer Pressemeldung des Intralogistikanbieters mit Sitz in Neunkirchen hervor. In einem Umfeld aus globalem Wachstum bei gleichzeitig restriktiveren Kundenanforderungen soll durch den Schritt hin zur Teilautomatisierung die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Die Anwendung kombiniert eine Verschieberegalanlage mit einer Flotte an Automated Guided Vehicles (AGVs) und wurde in die vorhandenen Strukturen integriert. Installiert wurde eine Kapazität von insgesamt 5.100 Lagerplätzen sowie eine Durchsatzleistung von 20 Paletten je Stunde im 1-Schicht-Betrieb, die sukzessive gesteigert werden soll.

„Schnelligkeit und Zuverlässigkeit waren schon immer Dreh- und Angelpunkt unseres Geschäfts und stehen im Fokus eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“, so Riccardo Battagliotti, Geschäftsführer von MPE Plastics.

Die Installation der Verschieberegalanlage innerhalb der historisch gewachsenen baulichen Gegebenheiten sowie die Inbetriebnahme der AGVs beanspruchten eine Zeitspanne von sieben Monaten. Beide Gebäude sind seither durch eine in sechs Metern Höhe eingebrachte Brücke miteinander verbunden. Paletten mit Waren aus der Produktion werden auf ein Förderband übergeben, vertikal auf die zweite Ebene gehoben und dem Verschieberegal zugeführt. Die Einlagerung der Paletten übernehmen die AGVs ebenso wie die automatisierte Auslagerung angeforderter Ladungsträger, deren Weitertransport und die Bereitstellung im Versand.

Die durch Einsatz der Verschieberegalanlage rückgewonnene Fläche, kann zur Aufstockung der Produktionskapazitäten bei gleichzeitiger Erweiterung des Produktsortiments genutzt werden. Parallel soll mithilfe der AGVs die Prozessqualität verbessert werden, da die Fahrzeuge auch im 16-Stunden-Betrieb ihre Arbeit verrichten. Unterbunden werden solle damit auch ein „mit Staplerverkehr verbundener ‚Teiletourismus‘ in Lager und Produktion“, wie es heißt.

Als Anbieter von thermoplastischen Präzisionsteilen für die Automobilindustrie agiert MPE Srl nach Eigenangaben seit mehr als 40 Jahren in einem anspruchsvollen Markt mit strikten Just-in-Time-, Just-in-Sequence- und Kanban-Vorgaben. Der OTD-Faktor (OTD = On-Time-Delivery), der den Grad der Leistungserbringung bemisst, spielt im Unternehmen eine zentrale Rolle. Die Teilautomatisierung war für MPE daher auch eine Reaktion auf eine nicht mehr hinreichende Kommissionierleistung, welche die Lieferqualität und Termintreue zunehmend gefährdete. Beeinträchtigt wurde die Produktivität weiterhin durch zahlreiche Materialpuffer, die Fläche beanspruchten, einen hohen Suchaufwand verursachten und so die Auftragsabwicklung behinderten, so das Unternehmen.

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