Intralogistik: Produktionsvolumen ist 2020 gesunken

Deutsche Intralogistikhersteller mussten im Pandemiejahr 2020 auch Einbußen im Exportgeschäft hinnehmen.

Die deutschen Intralogistikhersteller verzeichneten 2020 ein geschätztes Minus von zehn Prozent im Produktionsvolumen. (Symbolbild: Foto: Kmatta/AdobeStock)
Die deutschen Intralogistikhersteller verzeichneten 2020 ein geschätztes Minus von zehn Prozent im Produktionsvolumen. (Symbolbild: Foto: Kmatta/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Die deutschen Intralogistikhersteller haben im Pandemiejahr 2020 ein geschätztes Minus von zehn Prozent im Produktionsvolumen verbucht. Dies teilte der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik am 16. Februar mit. In Summe ging demnach die Produktion auf 22 Milliarden Euro zurück. Im Vergleich dazu lag der Wert 2019 noch bei 24,5 Milliarden Euro.

„Die Pandemie hat sich natürlich auch auf die Intralogistikbranche ausgewirkt, wenn auch in den einzelnen Produktbereichen sehr unterschiedlich. Neben einem Auftragsrückgang in einigen Sparten waren wir vor allem mit Kurzarbeit, Materialengpässen und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. Seit dem Herbst stabilisiert sich die Situation wieder“, so Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und CEO der Kion Group AG. „Ein stark positiver Treiber war 2020 vor allem der E-Commerce. Das zusätzliche Onlinegeschäft, beispielsweise mit Waren des täglichen Bedarfs, hat für eine verstärkte Nachfrage nach hochautomatisierten Intralogistiklösungen gesorgt“, äußerte sich Riske. Für das laufende Jahr 2021 erwartet der Fachverband ein Wachstum von acht Prozent und damit ein Produktionsvolumen von 23,8 Milliarden Euro.

Exportgeschäft unter Druck

Das Exportgeschäft der deutschen Intralogistikhersteller verbuchte den Angaben zufolge für 2020 ebenfalls ein Minus. „Wir schätzen, dass das Exportvolumen insgesamt um etwa 15 Prozent rückläufig ist. Gerade in den wichtigsten Kernmärkten gab es starke Rückgänge“, sagte Sascha Schmel, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik.

Das betrifft beispielsweise den EU-27-Binnenmarkt, der bis einschließlich November 2020 knapp 20 Prozent weniger Exporte verzeichnete als im Vorjahreszeitraum. „Die hiesigen Hersteller profitierten in den vergangenen Jahren stark von der Nachfrage innerhalb der EU. Besonders Frankreich, die Niederlande und Italien waren hier die Hauptabnehmer. Diese Exportbeziehungen gingen 2020 deutlich zurück“, so Schmel. Auch Ausfuhren in die USA, bislang wichtigster Einzel-Abnehmer deutscher Intralogistiklösungen, gingen in diesem Zeitraum um geschätzt 23 Prozent zurück. Exporte nach China nahmen um rund zehn Prozent ab.

Blick auf Maschinen- und Anlagenbau

Im gesamten Maschinen- und Anlagenbau wirkte sich laut der Mitteilung das Krisenjahr 2020 deutlich aus: die Produktion ist nach vorläufigen Berechnungen um real 12,1 Prozent gesunken. Das sei das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise des Jahres 2009. Für das laufende Jahr rechnet der VDMA mit einem realen Produktionszuwachs von vier Prozent, was angesichts des hohen Rückgangs im vergangenen Jahr nur den Beginn einer Aufholphase von niedrigem Niveau aus darstelle.

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