Intralogistik: Neue Lage fürs Russlandgeschäft

Der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik gibt Einschätzungen zur neuen Lage fürs Russlandgeschäft.

Russland zählte 2021 zu den zehn wichtigsten Märkten für deutsche Intralogistik-Exporte, hier ein Blick auf die russische Hauptstadt Moskau. (Foto: Pavel Parmenov/AdobeStock)
Russland zählte 2021 zu den zehn wichtigsten Märkten für deutsche Intralogistik-Exporte, hier ein Blick auf die russische Hauptstadt Moskau. (Foto: Pavel Parmenov/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Im Zuge des Ukraine-Krieges seien Mitgliedsunternehmen mit Niederlassungen in der Ukraine in erster Linie um die Sicherheit ihrer Beschäftigten besorgt. „Für das Russlandgeschäft gilt es für die Unternehmen, sich auf die neue Lage einzustellen“, teilte der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik am 4. März auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE mit. „Wirtschaftlich werden die Sanktionen und nachgelagerte Effekte auch deutsche Intralogistikanbieter treffen.“

Der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik vertritt mehr als 240 deutsche und europäische Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Fahrerlose Transportsysteme, Flurförderzeuge, Krane und Hebezeuge, Lagertechnik und Stetigförderer.

„An erster Stelle steht die Sorge um das Wohl der Menschen in der Ukraine“, so der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik. Als VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) verurteile man diesen Krieg auf das Schärfste und unterstütze die harten Sanktionen gegen Russland. „Wir tun dies im Wissen darum, dass viele Maschinenbaufirmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Auswirkungen dieser Sanktionen direkt oder indirekt zu spüren bekommen.“

Weite Teile des Maschinen- und Anlagenbaus betroffen

Die neuen Lieferverbote für diverse Güter nach Russland erfassen nach Verbandsangaben weite Teile des gesamten europäischen Maschinen- und Anlagenbaus. Sie beträfen Exporte im Volumen von mehreren Hundert Millionen Euro. „Wie hoch der Anteil an Fördertechnik- und Intralogistikprodukten daran sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen“, hieß es.

Russland unter den zehn wichtigsten Abnehmerländern

Russland steht dem Verband zufolge auf Platz neun der Hauptabnehmerländer für deutsche Fördertechnik und Intralogistik mit einem Volumen von knapp 466 Millionen Euro im Jahr 2021. Innerhalb des Maschinenbaus liegt der Bereich Fördertechnik und Intralogistik bei den Ausfuhren nach Russland auf dem zweiten Rang nach der Landtechnik (561 Millionen Euro) und vor Baumaschinen und Baustoffanlagen (367 Millionen Euro).

In die Ukraine haben deutsche Intralogistik- und Fördertechnikhersteller nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 52 Millionen Euro exportiert. Nach Belarus lag das Exportvolumen 2021 bei 16 Millionen Euro.